Bildschirm, Netz & Flammenwerfer: Ready Player One

Mein alter Internetkumpel Michael Förtsch hat ein neues Podcast-Format am Start: In Bildschirm, Netz & Flammenwerfer veröffentlicht er Soundstorys und Audio-Essays zu SciFi- und Popkultur in ihren größeren Kontexten.

Vor dem Start von Ready Player One hatten wir eine Stunde lang über den Film und die Implikationen des nicht endenden 80s-Hypes geredet. Wie immer schmeiße ich wieder mit meiner kulturellen Stagnation um mich, versuche ein paar neue Hintergründe zu erläutern und dann reden wir tatsächlich auch über das Buch.

Ich habe den Film jetzt mittlerweile gesehen und finde den Film superunterhaltsam, extrem mitreißend bis überwältigend und dabei sieht RPO auch noch ziemlich großartig aus. Etwas enttäuscht bin ich dann von Spielbergs Adaption aber doch.

Statt auf die Gefahren des Verharrens in der immergleichen 80s-Popkultursoße hinzuweisen, belässt es der Film leider bei einer doch etwas banalen „Real Life is aber besser“-Message, die man so halt auch in jedem Film seit Matrix mitbekommt. Ich denke, dass der Stoff selbst weit mehr Raum für abgefahrenere Subtexte bietet, die ich demnächst mal länger aufschreiben werde, wenn ich den Kopf dafür frei und den Film nochmal gesehen habe. Kurz: Black Mirrors USS Callister bringt in einer halben Stunde sinnvollere Gesellschaftskritik an, als es Spielberg in einem ganzen Film schafft. Ein bisschen schade, aber es ist jammern auf hohem Niveau und ich hatte tatsächlich das Gefühl, seit langer Zeit mal wieder einen richtigen Spielberg anzusehen.

4 Kommentare zu Bildschirm, Netz & Flammenwerfer: Ready Player One:

  1. George Well sagt:

    USS Calister: 76 minutes
    Was actually one of the longer Black Mirror episodes over an hour (and in my view less "innovative" concerning the main idea which was in my opinion consciousness trapped digitally which has been introduced with the christmas special already).
    Anyway: Black Mirror is one of the awesome things I got to know before the "hype" by your blog - thanks!

    • René sagt:

      I don't think the trapped consciousness was the main story in USS Calister, I think the main story was the nerd power complex (as I call it), where digital space leads to power fantasies for those who are able to fully control it. As in: If you got the skills, you can code and build your allmighty avatar and a full world around it all listening to your command (and you can block those who don't). This is already possible rudimentary and those worlds will become only more convincing for everyone. This is a real problem and it is *not* discussed widely, neither culturally in fiction (this and the underlying shortstory "I got no mouth and I want to scream" are exceptions and there may be more I don't know) nor in actual political/philosophical discussions. This needs to change and Calister is a good way to start that debate.

  2. DasKleineTeilchen sagt:

    jeder redet über "USS calister" als herausragende folge der staffel; aber keiner über "crocodile", die ich wesentlich stärker, krasser und geistig herausfordernder finde...da sind subthemen ohne ende, mit einem haufen schmerzhafter fragen und möglichen, bösen antworten.

  3. Beginner sagt:

    Hab mir Ready Player One ohne große Erwartungen und halt mehr aus Nerd-Pflicht angeguckt - Alter, was ein unterhaltsamer Film! Super viele kleine schöne Ideen, und ich rede jetzt nicht von irgendwelchen Easter Eggs. Muss man auf der großen Leinwand sehen.

Be excellent to each other.

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