Philosophin Chantal Mouffe: „Es braucht einen linken Patriotismus“

„Populismus“ gilt im politischen Diskurs gemeinhin als Schimpfwort. „Populisten“, so werden grobe Vereinfacher und rücksichtslose Stimmungsmacher genannt, die Menschen hinter sich versammeln, indem sie Ängste schüren und Wut kanalisieren: gegen Fremde, gegen Andersdenkende oder gegen „die da oben“. Aber dieses Verständnis greife zu kurz, sagt Chantal Mouffe, die an der University of Westminster zu politischer Theorie lehrt und forscht.

MP3: podcast-mp3.dradio.de/podcast/…
Info: www.deutschlandfunkkultur.de/p…

Siehe auch: www.theorieblog.de/index.php/2…

Mit der Aufgabe des polarisierenden Gegensatzes von „rechts“ und „links“ habe die Sozialdemokratie sich unwiederbringlich in eine Hegemonie neoliberaler Globalisierung eingefügt. Eine politische Polarisierung, durch die überhaupt erst wieder über mögliche Gegenentwürfe zu diesem „post-political consensus“ (S. 5) gesprochen werden könnte, sei von ihr mittlerweile nicht mehr zu erwarten. Leisten könne dies nur noch ein gewissermaßen post-sozialdemokratischer, linker Populismus im Sinne des Corbyn’schen „For the many, not the few“, der wieder eine klare Grenze zwischen „we“ und „they“ zieht. Bevor Demokratie radikalisiert werden könne, müsse sie also erst einmal gegen die herrschende Hegemonie zurückerobert werden.

MOAR PODCASTS