Die Lieblingsfilme der Neuen Rechten und das Versagen der Filmkritik

5. November 2018 12:51 | #Film #Identitätspolitik #Neue Rechte #synch

Wolfgang M. Schmitt im Neuen Deutschland über die Lieblingsfilme der Neuen Rechten (Matrix, Fight Club, 300), warum Black Panther ein identitärer Film ist und wie die Filmkritik bei der Benennung dieser Dinge versagt: Völkische und Filme – Was die Lungen noch hergeben.

die Ideologie von »Black Panther« ist geradezu anti-emanzipatorisch, sie ist identitär und ethnopluralistisch: Das fiktive, von König T’Challa regierte Land Wakanda ist undemokratisch, lehnt internationale Interventionen kategorisch ab und setzt auf totale Abschottung, um sowohl den Wohlstand als auch die völkische Identität zu bewahren. T’Challas Gegenspieler, der antikolonialistische und internationalistische Revolutionär Killmonger, muss folglich sterben, um den Status quo nicht zu gefährden. Der vom Film als Utopia verkaufte Staat ist in Wahrheit eine Dystopie – als hätte der rechte Vordenker Alain de Benoist das Drehbuch verfasst.

Lichtmesz hat deshalb recht, wenn er sagt, »Black Panther« sei »vielleicht der erste Altright-Film«. Unter dem Gewand der von Marvel intendierten linksliberalen Identitätspolitik steckt nichts anderes als eine rechte Identitätspolitik. Diese zu entlarven, wäre die Aufgabe von Filmkritikern. Der ideologiekritische Urvater Siegfried Kracauer mahnte einst: »Der Filmkritiker von Rang ist nur als Gesellschaftskritiker denkbar.« Und zu fragen wäre auch, ob nicht die das Mainstreamkino dominierenden Superheldenfilme gut in die Zeit eines neuen Autoritarismus passen. Die Bürger kommen in diesen Werken bloß noch als Claqueure vor, die Geschicke der Welt liegen in den Händen von T’Challa, Thanos, Thor und anderen Übermenschen. Eines nämlich eint die diversen neurechten Strömungen: Sie alle sind antiegalitär.

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