Hörspiel: Ferdinand Kriwet – Rotor

Mit Michael Lentz / Sampling: Gunnar Geisse / Realisation: Michael Lentz / BR 2011 / Länge: 54'00 // In dem Hörspiel nach Ferdinand Kriwets 1961 erschienener Prosa Rotor wird der Titel zu einem ästhetischen Prinzip.

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Der Kreis, das Zyklische, spielt dabei in Kriwets Schaffen sowohl formal als auch inhaltlich eine zentrale Rolle. Das beste Bespiel hierfür sind seine Rundscheiben, die als sprichwörtliche “Literaturform” auch inhaltlich unkonventionelle Lesarten nahelegen.

An diesem Punkt setzt Michael Lentz‚ Hörspiel „Ferdinand Kriwet – Rotor“, produziert 2011 für den Bayrischen Rundfunk, an. Als Ausgangsmaterial spricht er Kriwets komplette Textvorlage „Rotor“, 1961 im Kölner DuMont Verlag erschienen, ein.

Den Text, der in Druckform komplett auf Großschreibung und Interpunktion verzichtet, in sinnvolle Satzabschnitte zu unterteilen, kann man durchaus als großen interpretatorischen Eingriff verstehen – Dank Lentz’ sprecherischer Leistung allerdings als durchweg gelungen bezeichnen.

Auf rund 55 Minuten Länge wird das Rohmaterial anschließend von Michael Geisse mit Samplingeffekten bearbeitet. Stottereffekte, Granularsynthese, Pitchshift- und Bending, Tapestart- und Stops bestimmen das Tempo und Klangbild der Produktion. Besonders wild wird es, wenn mehrere Spuren gleichzeitig im Stereobild verteilt oder übereinandergeblendet werden. Dann erinnert die Produktion klanglich an elektronische Musik der 1990er, wie etwa von Autechre oder Aphex Twin.

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