Die Matrix für Zebrafische

Für eine Studie der Kognition und einer Überprüfung der Predictive Coding-Theorie, haben Forscher einen Zebrafisch in die Matrix geschickt. Die Predictive Coding-Theorie besagt, dass ein Bewusstsein ständig ein geistiges Modell seiner Umwelt entwickelt und überprüft, ob es mit der Umwelt übereinstimmt, einfaches Beispiel: Ich habe das mentale Modell vom blauen Himmel im Kopf und wenn ich rausgehe und der Himmel blau ist, dann stimmt mein mentales Modell mit der Umwelt überein und alles ist cool, René is a happy René. Wenn der Himmel pink-gelb-gestreift wäre, ist wahrscheinlich die Sonne explodiert und die Kacke wäre am dampfen und mein Stresslevel würde steigen, während ich in Fight-and-Flight-Mode übergehe. So ungefähr.

Für die Studie fixierten sie den Kopf des Zebrafisches, vermaß die Schwimmbewegungen, die man wiederum in die virtuelle Umgebung zurückspielte. Wenn der Fisch also nach rechts schwamm, bewegte sich die virtuelle Umgebung entsprechend. Gleichzeitig vermaß man die Hirnaktivität des Fisches und baute Störungen in die Bewegung der virtuellem Umgebung einbaute. Wenn der Fisch nach rechts schwomm, bewegte sich die Umgebung also auf einmal *nicht* mehr nach rechts.

Nun stellten die Forscher erhöhte Neurale Aktivität beim Zebrafisch fest, was darauf schließen lässt, dass auch Zebrafische ein mentales Modell ihrer Umwelt aktualisieren und bei Fehlern korrigieren und das wiederum ist ein Beweis der Predictive Coding-Theorie und ihrer Allgemeingültigkeit für alle Lebewesen und sie spielt anscheinend eine große Rolle bei Autismus-Spektrum-Störungen.

Paper: Predictive neural processing in adult zebrafish depends on shank3b

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1 Kommentare zu “Die Matrix für Zebrafische”

  1. ohh Danke für das paper und die tl;dr

    Das bestätigt meine pr. Erfahrungen das beim guten se man “Die Menschen dort abholen wo sie stehen!” um so die story zu erzählen.

    Der Name “Predictive Coding-Theorie” beschriebt das natürlich wie schöner.

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