Slavoj Žižek vs Jordan Peterson is happening

Während sich der deutsche Journalismus dem liberal-konservativen Jordan Peterson immer noch in eher peinlichen Interviews wie diesem nähern, kündigt der eine Debatte zwischen ihm und Slavoj Žižek an, einem der bekanntesten Philosophen unserer Zeit. Das Gespräch findet am 19. April in Toronto statt. Das Thema lautet: „Happiness – Capitalism vs Marxism“.

Das Gespräch dürfte einerseits hochspannend werden: Žižek als bissiger Marxist und Vertreter des Poststrukturalismus ist als solcher ein absoluter Gegenpol zum radikalen Antimarxismus, Liberalismus und Traditionalismus eines Peterson. Gleichzeitig ist Žižek ebenfalls ein harter Kritiker der feministischen, postmodernen Linken.

Zum Beispiel entsprechen diese Aussagen von Slavoj Žižek bezüglich der unsäglichen Gillette-Werbung, Toxic Masculinity und den neuen Guidelines der American Psychological Association zu 100% denen von Jordan Peterson, und auch Žižek sieht vor allem eine kontemporäre Krise der liberalen, demokratischen und bürgerlichen Mitte, genau wie Peterson. Gleichzeitig macht er vor allem eine ignorante und autoritäre Linke für den Erfolg von Peterson verantwortlich (no shit sherlock) und griff ihn bei einem Besuch der Cambridge Union scharf an, was in der nun stattfindenden Debatte münden wird. Es wird spannend zu sehen, wo die beiden Gemeinsamkeiten finden und wo sie in Konflikt geraten.

Andererseits sind beides mäandernde Denker und Redner und ich bin nicht sicher, wie kompatibel ihre Art der Gesprächsführung ist. Es könnte superinteressant, aber auch superseltsam und unangenehm werden. Wir werden sehen.

Ich bin gespannt, was Žižek Petersons Marxismus-Kritik entgegenzusetzen hat und wie seine Antwort auf Petersons neurobiologisch begründeten (Lobsters!), hierarchisch geformten, klassischen Gesellschaftsmodelle ausfällt, die in einem traditionellen Gegensatz zum utopistischen Gesellschaftsmodell einer radikalen Linken stehen. Ich weiß genau, dass viele Linke sowohl Žižek als auch Peterson gerne auslachen, dann aber so gut wie keine stringenten Argumente weder gegen den einen noch den anderen anbringen können. Alleine deshalb freue ich mich bereits sehr auf dieses Gespräch.

It’s Cocaine Hegel vs Crustacean Zarathustra und auch wenn es wohl eher kein neues Chomsky vs Foucault werden dürfte (who knows?): IT’S ON!

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