Politiker bezahlen Lobbyisten, um die öffentliche Meinung zu Upload-Filtern zu manipulieren

8. März 2019 13:24 | #Medien #Politik #Urheberrecht

Vor ein paar Wochen ging ein Video der EU zu den Upload-Filtern rum, ein Stück Pro-Urheberrechts-Propaganda voller Forderungen von Copyright-Maximalisten, die mit der Realität des Internets als Ideenraum schlichtweg nicht vereinbar sind. Das Video ist also solches nicht weiter bemerkenswert, wäre da nicht die Tatsache, dass die EU den Auftrag für dieses Propaganda-Stück an eine Firma erteilt hätte, die für genau diese Gesetzgebung lobbyiert. Mit anderen Worten: Die EU hat Lobbyisten dafür bezahlt, um die öffentliche Meinung bezüglich dieser Gesetzgebung zu manipulieren.

Und um das alles noch schlimmer zu machen: Es handelt sich um die französische Nachrichtenagentur AFP, die hier im Auftrag der EU ein Propaganda-Stückchen produzierte. Wir kennen die „Berichterstattung“ des Journalismus bezüglich Leistungsschutzrechts und Urheberrecht. Es ist nicht so, dass einseitige Berichterstattung der Medien zum Thema etwas Neues wäre. Bislang äußerte sich diese Betriebsblindheit und Einseitigkeit aber vor allem in Schweigen. Dass eine der größten Nachrichtenagenturen der Welt nun offiziell Propaganda-Mittel für die EU produziert, erreicht deshalb durchaus eine neue Qualität.

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