Wie Desinformations-Kampagnen der Klimawandel-Leugner entschärft werden können

Neues Paper über gezielte Desinformation der Öffentlichkeit über Klimawandel durch einige wenige Bad Actors und wie diesen strategisch am besten zu begegnen ist.

Interessanterweise ist eine der anscheinend wirksamen Maßnahmen eine „Ideen-Impfung“, in dem man Leute mit falschen Informationen und deren Widerlegung konfrontiert, bevor sie sie aus anderer Quelle ohne Widerlegung hören. Beispielsweise: „Impfen verursacht keinen Autismus, hier der Beleg“. Hatte die Person bis dahin noch keine Kontakt zu den Verschwörungstheorien von „Impfgegnern“, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie diese Verschwörungstheorie annimmt. Das Widerspricht allgemein einer These des De-Plattforming und auch Thesen einer „Normalisierung“, die Implikationen für andere Themenbereiche kann sich jeder selbst ausmalen.

Eine andere Strategie ist gleichzeitig meine Lieblingsstrategie: Rigorose Nutzung aller juristischen Mittel und Druck auf Unternehmen, Organisationen und Regierungen. Das ist, meines Erachtens, die einzige Sprache, die Behörden und Konzerne verstehen.

Uni Yale: Research Reveals Strategies for Combating Science Misinformation

Writing in the journal Nature Climate Change, Farrell and two co-authors illustrate how a large-scale misinformation campaign has eroded public trust in climate science and stalled efforts to achieve meaningful policy, but also how an emerging field of research is providing new insights into this critical dynamic. […]

In the paper, they examine those strategies across the four identified areas:

– Public inoculation: While a growing body of research shows that an individual’s perceptions of science are informed by “cultural cognition” — and thus influenced by their preexisting ideologies and value systems — there is evidence that society can “inoculate” against misinformation by exposing people to refuted scientific arguments before they hear them, much like one can prevent infection through the use of vaccines. This strategy can be strengthened by drawing more attention to the sources of misinformation, and thus similarly build up resistance to their campaigns.

– Legal strategies: Research has also shown the extent to which some industry leaders tied to the climate misinformation network knowingly misled the public about the dangers of climate change. In response, cities and states in the U.S. and U.K. have filed lawsuits alleging that fossil fuel companies, such as ExxonMobil, downplayed the risks of their products. While such lawsuits can be expensive and time-consuming, media coverage has the potential to influence public opinion and “perhaps to further inoculate the public about industry efforts to deliberately mislead them.” The authors also describe how an improved understanding of these networks has helped in the legal defense of climate scientists who have come under attack for their research.

– Political mechanisms: The authors argue that more social science research is needed in order to reveal and better understand how the political process is often manipulated. For instance, they identify a case in which the energy company Entergy Corporation acknowledged hiring a PR firm that in turn paid actors who posed as grassroots supporters of a controversial power plant in New Orleans. They suggest targeted efforts in geographic areas where skepticism of climate change is widespread, including promotion of stronger media coverage of candidate views on climate science, clearer understanding of funding sources, and lawsuits highlighting the effects of climate change in these areas.

– Financial transparency: A growing share of funding for campaigns that promote science misinformation comes from donor-directed foundations that shield the contributor’s identity from the public; in fact, financial giving from these groups quadrupled in the past decade, topping $100 million. While it is often difficult to identify the flow of dollars, nonpartisan organizations tracking money in politics have become important resources for researchers who seek to understand this dynamic. The authors call for new legislation to improve funding transparency.

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4 Kommentare zu “Wie Desinformations-Kampagnen der Klimawandel-Leugner entschärft werden können”

  1. Für mich gibt es da bisher drei Meinungsgruppen:

    1. Ich bin gegen den Klimawandel. Ich ändere meine Lebensweise und versuche andere davon zu überzeugen.
    2. Es gibt gar keinen Klimawandel. Ich bleibe bei meiner Lebensweise.
    3. Ein Klimawandel ist normal. Ich halte mich für anpassungsfähig.

    Interessant wäre dazu eine Demographische Mileu-Studie.

  2. Wieviel Anteil haben wir eigentlich am Klima? 10% 50% 80%? Und wird der deutsche Cargo-Kult-Regentanz eine globale Klimakatastrophe abwenden? Es bleibt spannend.

    Währenddessen zerhacken unsere Dynamo-Windmühlen Vögel und Insekten (https://www.dlr.de/tt/desktopdefault.aspx/tabid-2885/4422_read-53289/) im großen Stil und KerosinKathas verbieten aus dem fernen Kalifornien herab dem einfachen Pöbel das Autofahren.

    Deutschland wird De-industrialisiert und gleichzeitig mit Millionen Afrikanern überschwemmt. Was kann da schon schief gehen? Ich wiederhole mich aber es ändert sich ja auch nichts. Komplett durchgeknallte Klimasekten-Idioten auf Frauen-Parität-in-warmen-Büros-Trip, Abtreibung wird glorifiziert und Mutterschaft entwertet.

    Ideologische Raserei allerorten, Kinder an der Macht, Endzeit, Klappe zu, Affe tot.

    1. Lustig, dass die Vögel und Insekten nur dann zählen, wenn die Mechanik von Erneuerbaren Energien nicht komplett durchdacht wurde und man gegen Linksgrünversiffte feuern kann, weil nur darum gehts doch. Ansonsten scheißen doch grade die Konservativen bis Rechten einen großen Haufen auf Tier- und Artenschutz, nicht wahr, GRADE wenn es um Industrieanlagen geht, oder etwa nicht?

      Die De-Industrialisierung würde ich gerne sehen, genau wie die Millionen Afrikaner, die bei derzeitig rückläufigen Zahlen ja nur durch Klimawandel kommen könnten und den gibt es ja laut Deiner Logik nicht, also wie denn jetzt?

      Rest kann man als dümmliche Polemik so stehenlassen, aber mit Logik hast Du’s nach wie vor nicht wirklich.

    2. Ich glaube schon zu verstehen was Du meinst. Die Bruce Willis Generation ist erwachsen und rettet jetzt die Welt, indem viel verbal sortiert wird, ohne das eine Ordnung entsteht. Jede Kleingruppierung behauptet sich und der “Normalo” fällt immer weiter aus dem Fokus. Ich will das jetzt gar nicht in eine politische Schublade bringen, sondern vielmehr die Frage aufwerfen: “Sind wir der medialen Präsens aller Themenspektren noch gewachsen? Oder drückt die Quantität aufs Gemüt?”.
      Mal abgesehen davon, übt diese ja auch einen Druck aus, sich stetig für etwas zu entscheiden. Letzteres ist nicht unbedingt eine comfort-zone hinsichtlich des gesunden Wechsels aus stabiler und instabiler Gemütslage. Die braucht aber wohl jeder Mensch, egal wo. Mein Rat: “Weniger Information konsumieren. Weniger Internet. Weniger Fernsehen. Zeitung abbestellen und sich mal in Ruhe ein Buch lesen und etwas Sport treiben. Du wirst sehen, die meisten Themen fliegen an Dir vorbei, ohne einen direkten Einfluss auszuüben.”

Kommentare sind geschlossen.


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