#SolidarityForTheFuture

15. März 2019 8:47 | #Kinder #Klimawandel #Protest

In Solidarität mit den streikenden Kids wird heute bis auf diese Linksammlung zum Klimawandel kein weiterer Inhalt auf NC veröffentlicht. Ich wünschte, sämtliche Journalisten, Social Media-User und Empörungs-Fuzzis würden heute dasselbe tun und nur die Kids und ihre Aktion verlinken. Aber that’s just me.

Von Greta Thunberg und Luisa Neubauer in der FAZ: „Wir wollen eure Hoffnung nicht. Wir wollen, dass ihr euch uns anschließt“. English: „We don’t want your hope. We want you to take action.“

Wir haben uns darauf verlassen, dass Erwachsene die richtigen Entscheidungen treffen, um für die nächste Generation die Zukunft zu sichern – sicherlich haben wir nicht alle Antworten. Aber was wir wissen ist, dass die fossilen Brennstoffe im Boden bleiben und Subventionen für dreckige Energieerzeugung auslaufen müssen, dass wir ernsthaft in erneuerbare Energien investieren müssen und anfangen, schwierige Fragen darüber zu stellen, wie wir unsere Volkswirtschaften neu organisieren, und wer die Gewinner und wer die Verlierer sein werden.

Und wir sind nicht mehr allein. Zehntausende von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt haben Erklärungen zur Unterstützung der Schulstreiks von Kindern veröffentlicht. Die Wissenschaftler waren sehr deutlich darin, was wir tun müssen, um den Klimawandel zu bekämpfen. Wir schließen uns hinter den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zusammen. Wir fordern von den Politikerinnen und Politikern nur, das Gleiche zu tun.

Scientists4Future: Stellungnahme von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu den Protesten für mehr Klimaschutz – Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt

Zurzeit demonstrieren regelmäßig viele junge Menschen für Klimaschutz und den Er­halt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Als Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler erklären wir auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse: Diese Anliegen sind berechtigt und gut begründet. Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus.

Das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 verpflichtet die Staaten völker­rechtlich verbindlich, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C zu halten. Darüber hinaus haben alle Länder Anstrengungen versprochen, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.

Es kommt nun darauf an, die Netto-Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen schnell abzusenken und welt­weit spätestens zwischen 2040 und 2050 auf null zu reduzieren. Eine schnellere Absenkung erhöht hierbei die Wahrscheinlichkeit, 1,5 °C zu erreichen. Die Verbrennung von Kohle sollte bereits 2030 fast vollständig beendet sein, die Verbrennung von Erdöl und Erdgas gleichzeitig reduziert werden, bis alle fossilen Energieträger durch klima­neutrale Energiequellen ersetzt worden sind. Unter Berücksichtigung von globaler Kli­magerechtigkeit müsste in Europa dieser Wandel sogar noch deutlich schneller ablau­fen.

Auch wenn weiterhin Beteiligungs- und Diskussionsbedarf besteht: Jetzt muss gehan­delt werden. Beides schließt einander nicht aus. Es gibt bereits viele gesellschaftliche und technologische Innovationen, die Lebensqualität erhalten und menschliches Wohl­ergehen verbessern können, ohne unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören.

HR2 Der Tag: Schule schwänzen, Erde retten? Fridays for Future (MP3):

“Wir streiken, bis die Politik handelt!” Mit diesem Slogan gehen an diesem Freitag Schüler und Studenten weltweit auf die Straßen. Die Bewegung “Fridays for future” ruft auf zum globalen Klimastreik. Sie fordern, dass die Klimaziele eingehalten werden, eine umweltfreundliche Verkehrspolitik und eine schnellere Energiewende. Ausgelöst wurden die Demos durch die 16jährige Schwedin Greta Thunberg, die seit Monaten freitags nicht in die Schule geht, um für nachhaltige Klimapolitik zu kämpfen. Die Proteste beschäftigen nicht mehr nur die Schüler und Studenten, die schwedische Aktivistin sprach inzwischen schon auf der Weltklimakonferenz, Politiker beziehen Stellung, Wissenschaftler reihen sich ein. Seit Jahren wird der Jugend unterstellt, unpolitisch und nur an ihrer Selbstdarstellung interessiert zu sein. Kann aus diesen Demonstrationen eine neue Bewegung erwachsen? Eine Bewegung, die den Druck erzeugt, den die Klimapolitiker aller Länder schon lange bräuchten? Oder sind da nur Schulschwänzer auf den Straßen?

‘Almost certain extinction’: 1,200 species under severe threat across world: More than 1,200 species globally face threats to their survival in more than 90% of their habitat and “will almost certainly face extinction” without conservation intervention, according to new research.
Scientists working with Australia’s University of Queensland and the Wildlife Conservation Society have mapped threats faced by 5,457 species of birds, mammals and amphibians to determine which parts of a species’ habitat range are most affected by known drivers of biodiversity loss.
The project is from the same team of researchers that found just five countries are responsible for 70% of the world’s remaining wilderness.

Coca-Cola admits it produces 3m tonnes of plastic packaging a year: Coca-Cola has revealed for the first time it produces 3m tonnes of plastic packaging a year – equivalent to 200,000 bottles a minute – as a report calls on other global companies to end the secrecy over their plastic footprint.

Are Insects Going Extinct? The Debate Obscures the Real Dangers They Face: We’re so ignorant about bugs that when researchers recently extracted and analyzed DNA from the soil of the small forested island of Hauturua, New Zealand, they may have found up to 2500 new species. There’s just too little known about insect numbers to draw conclusions about where they’re headed right now. But the declines are worrying nonetheless.

Klimareporter: Protest gegen Fake-Politik: Das bisherige Politikversagen deutlicher offenzulegen, als es die klassische Umweltbewegung jemals geschafft hat, ist bereits jetzt das Verdienst von Greta und Co. Egal, wie dauerhaft die neue Bewegung sein wird.
Klar ist aber schon jetzt: Sich nach bewährtem Mister durchzumogeln, das werden die Alt-Politiker nicht schaffen. Ex-Klimakanzlerin Merkel hat sich zuletzt dazu durchgerungen, die Schülerstreiks gut zu finden, während ihre Bildungsministerin meinte, auf die Schulpflicht pochen zu müssen, und FDP-Chef Lindner den Jugendlichen gleich ganz die Kompetenz für die Klimafrage und ihre ökonomischen Folgen absprach.
Was ihre eigene Zukunft angeht, sind Greta und Co schon kompetent genug. Das haben sie gezeigt: Sie können gut einschätzen, was 20 oder 30 weggestreikte Schulstunden wert sind und was politische Bildung auf der Straße. Klima-Fake-Politiker haben bei ihnen keine Chance mehr.

MIT Technology Review: The new, safer nuclear reactors that might help stop climate change: From sodium-cooled fission to advanced fusion, a fresh generation of projects hopes to rekindle trust in nuclear energy.

Some nice Climate-Fiction from NPR: It’s 2050 And This Is How We Stopped Climate Change:
– Mass Electrification (Batteries Hold The Power)
– The Urbanization Of Everything (A Desire Named Streetcars)
– Farmers Cut Down On Greenhouse Emissions (This Grass Really Is Greener)

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14 Kommentare zu “#SolidarityForTheFuture”

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  1. ich wünschte menschen würden nicht nur irgendwas verlinken, sondern selbst rausgehen und was tun.
    so verlinken bringt ja richtig was und wenn alle verlinken, dann ist morgen die welt wieder gerettet.

    yeaha.

    but thats just me. the realist.

  2. Apropos durchmogeln nach bewährtem Muster: Die kürzlich wieder einmal aufgeflammte Diskussion um ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen ist vielleicht auch nicht so beerdigt, wie es der lange eingeübte Mainstream-Populismus gerne hätte. Eine von der Evangelischen Kirche initiierte Petition für ein Tempolimit (https://www.ekmd.de/tempolimit/ bzw. https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2019/_01/_09/Petition_89913.nc.html) haben bis jetzt bereits fast 18.000 Menschen mitgezeichnet und die Frist läuft noch bis zum 3. April.

    1. Fahren Sie mal 130. Aber warum wollen Sie andere dazu zwingen?

      Glauben Sie WIRKLICH, mir China, Indien, Afrika usw. im Rücken, dass ein Tempolimit im winzigen Deutschland auch nur irgendetwas am Klima drehen wird? Irgendetwas?

      Das kann nur Aberglaube sein.

      1. Es muss halt mal jemand anfangen, statt immer nur „hier nicht!“ zu schreien. Den Handlungsbedarf kann man sich regelmäßig unter http://nsidc.org/arcticseaicenews/ vor Augen führen.

        Und ein Tempolimit tut nicht mal wirklich weh, weil es ohnehin asozial ist, im öffentlichen Straßenverkehr die Sau rauszulassen. Wenn wir das Problem ernst nehmen, haben wir noch ganz andere Umwälzungen vor uns.

    1. >der Vielfliegerpartei der Grünen

      Geschwätz. Wie geht das eigentlich in der Logik der Grünenkritiker? Erst ne Partei als Vielfliegerpartei bezeichnen und dann den realistischen Vorschlag eines Flugbudgets von 3 Flügen pro Kopf im Jahr kritisieren, was ja nun auch jeden Grünenpolitiker beträfe? Ich finde das nicht logisch, klär mich mal auf.

      1. Das GrünenwählerInnen mehr fliegen als Wähler anderer Parteien ist kein Geschwätz!

        Ich persönlich mag die Verkehrspolitik der Grünen sehr und würde mir eine deutliche Verteuerung des Fliegens wünschen, also vor allem eine höhere Kerosinsteuer. Aber auch solch Vorschläge, dass man als Privatperson nur ne gewisse Anzahl von (Urlaubs-)Flügen pro Jahr machen darf, kann man zumindest mal diskutieren, hab ich kein Problem mit. Fakt ist, Fliegen ist zu billig, Bahnfahrn zu teuer und das Eisen muss von der Politik endlich angefasst werden und zwar schleunigst. Und in dem Zuge muss man halt auch mal Radikallösungen diskutieren, also bspw. Deckelung der Flugzahl, Verbot innerdeutscher Flüge etc.

        Ich wähle keine Grünen wegen deren Identitätspolitik und kritisiere primär ihre totalitären Gleichstellungsversuche.

        1. Wie sehr die Leute sich freiwillig wieder Sozialismus überstülpen wollen ist echt Atemberaubend. Was sollen überhaupt drei Flüge sein? Ist der letzte dann ohne Rückflug?

          Ich bin ja sehr dafür mehr in unserer Heimat, dem Land der Deutschen (Und es gehört uns, niemandem sonst!) und auch in den angrenzenden Ländern Urlaub zu machen und halte das so seit 2014 – dem Jahr meines letzten Fluges. Aber ein Kontingent, staatlich verordnet? Get the fuck out of here!

      2. Jeder weiß, dass die Grünen die größten Heuchler vor dem Herrn sind. Das »Flugbudget« wird SELBSTVERSTÄNDLICH nicht für diese obere, grüne Klasse gelten. Deren Wähler haben den klimaschädlichsten Fussabdruck und wählen diese Partei aus schlechtem Gewissen.

        Wir hatten das damals im Sozialismus auch: Die gleicheren Schweine durften halt mehr.

        René, du lässt dich sowas von verarschen – das ist echt nicht mehr, mit anzusehen. 🙂

        1. >Jeder weiß, dass die Grünen die größten Heuchler vor dem Herrn sind.

          Na ich weiß nicht. Die Konservativen, die seit Jahrzehnten ganz tief im Arsch der krass bescheißenden Automobil-Industrie stecken, kommen mir etwas heuchlerischer vor. Aber zugegeben: Das Heucheln gehört, denke ich, zur Job-Description eines Politikers.

  3. Die Luisa ist so hübsch wie kann man die nur kritisieren?
    Ich will, dass sie ab jetzt alle weitreichenden Entscheidungen trifft, obwohl sie ja fast schon wieder zu alt ist.