Hip Hop-Käse ist der beste Käse

Für eine „Studie“ haben sie „Muttenglück“ Emmentaler Käse ein halbes Jahr mit Musik beschallt. Der Hip Hop-Käse schmeckt angeblich „softer“ und „more floral“ als die unbeschallte Käse-Kontrollgruppe.

Für das Experiment benutzte man neben Nieder-, Mittel- und Hochfrequenztönen (respektive 25Hz, 200Hz und 1000Hz) die Racks Monolith von Yello (Ambient), Stairway to Heaven von Led Zeppelin (Rock), den Technotrack UV von Vril, We Got (the Jazz) von A Tribe Called Quest (Hip Hop) und Mozarts Die Zauberflöte (Klassik) und der Käse wurde ein acht Monate rund um die Uhr der Musik ausgesetzt. Das Experiment war eine Kooperation zwischen der University of Arts und dem Käsehändler Beat Wampfler, es handelt sich anscheinend teilweise um eine Marketing-Prozedur zur Produkt-Variation des Käseklassikers. Mir soll’s recht sein weil Käse.

Anscheinend hatte Hip Hop den ausgeprägtesten Effekt auf den Reifeprozess: „’The bacteria did a good job’, Wampfler said on Thursday during the presentation of the results. The sensory analysis revealed that the cheese that was exposed to hip-hop was ‘remarkably fruity, both in smell and taste, and significantly different from the other samples’.“

Mich würde das Käsepaper interessieren, finde aber keine Primärquelle. Ich erkläre mir den Effekt von Hip Hop in der Balance zwischen Varianz (durch repetitive Beats, die aber im Gegensatz zu Techno variabler sind) und Stimulation der Bakterien und der chemischen Prozesse durch die Bass-Schwingungen. Bei Techno dürfte die Gleichförmigkeit der Drumpattern eine ausreichende Stimulation der Bakterien verhindern, bei Ambient und Klassik gibt es schlichtweg zu wenig Bass zur Stimulation der Bakterien und die Schallwellen des Rock dürfte insgesamt zu „noisy“ sein. Nur Hip Hop bietet genug Varianz bei gleichzeitigem Bass für einen ausreichenden Einfluss auf den Reifeprozess der Musik-Emmentaler.

Phys.org: Cheesy listening: study says tunes change Emmental’s taste
Phys.org: Cheesy music: Swiss experiment with sound to make cheese tastier

According to research on the musical tastes of Emmental, the holey cheese changes flavour depending on the melodies played as it ripens.

The experiment — “Sonic cheese: experience between sound and gastronomy” — by Bern University of the Arts and a cheesemaker in western Switzerland probed whether the sounds and vibrations of music could impact the chemical reactions in the bacteria within cheese.

Over six months, Emmental made in Beat Wampfler’s 19th Century cellar in the town of Bergdorf were exposed to A Tribe Called Quest, Led Zeppelin or Mozart. Other circles of the holey Swiss classic were kept away from music, serving as a control group.

“We did two surveys, a scientific one, and another with a jury of culinary experts,” said Peter Kraut, deputy director of the music department at the Bern arts university. “Both came to the conclusion that there are differences, there are differences in taste and in the smell, according to the music with which the cheese has been refined,” he added.

Chef and jury member Benjamin Luzuy said hip-hop triggered a “softer, more floral” taste, but that his favourite was Mozart-exposed Emmental.

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3 Kommentare zu “Hip Hop-Käse ist der beste Käse”

  1. Naja, die meisten HipHop Bass Drum Patterns sind auch nicht viel variabler im Vergleich zu Techno, nur anders. Hör dir den Hip Hop Track an, den die gespielt haben. Da wiederholt sich das Pattern von Anfang bis Ende jede 1-2 Bar.

Kommentare sind geschlossen.

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