Der Troll-Extremismus von Christchurch

Sascha Lobo über den Troll-Extremismus von Christchurch. Ich stimme nicht allen Details in seinem Text zu, unterschreibe aber das meiste davon. Noch mehr aber stimme ich der Analyse von Kevin Roose in der New York Times zu, der im Gegensatz zu Lobo periphäre Schauplätze (PewDiePie, Chan-Kultur, Gamer-Kultur) sachlicher aufklärt und Fingerpointing vermeidet.

Eins der Ziele, das ich als eine der wenigen nicht-ironischen Stellen im Manifest ausmache, war „To agitate the political enemies of my people into action, to cause them to overextend their own hand and experience the eventual and inevitable backlash as a result“.

Nichts macht Anons glücklicher, als die Kombination aus Selbstentblößung des politischen Gegners durch Trigger und die Manifestation von Online-Phänomenen im echten Leben. Der Attentäter ist ein einziger, riesiger Trigger für das sogenannte Establishment und sein Extremismus ist eine gewalttätig erruptierende Manifestation von Online-Extremismus im echten Leben – ein Traum für radikalisierte Anons. Wir sollten ihnen nicht den Gefallen tun und auf Neben-Schauplätze verweisen. Weder die Gaming-Kultur hat maßgeblich mit diesem Anschlag zu tun, noch der bekannteste Game-Streamer der Welt (PewDiePie) und die Ästhetik des Anschlags zu diskutieren bedeutet Masturbationsmaterial für den Täter. Die Wurzeln dieses Anschlags liegen in rechtsextremer Radikalisierung eines durchgeknallten Arschlochs auf nicht-moderierten Plattformen. Nicht mehr, nicht weniger.

NYTimes: A Mass Murder of, and for, the Internet

It would be unfair to blame the internet for this. Motives are complex, lives are complicated, and we don’t yet know all the details about the shooting. Anti-Muslim violence is not an online phenomenon, and white nationalist hatred long predates 4Chan and Reddit.

But we do know that the design of internet platforms can create and reinforce extremist beliefs. Their recommendation algorithms often steer users toward edgier content, a loop that results in more time spent on the app, and more advertising revenue for the company. Their hate speech policies are weakly enforced. And their practices for removing graphic videos — like the ones that circulated on social media for hours after the Christchurch shooting, despite the companies’ attempts to remove them — are inconsistent at best.

We also know that many recent acts of offline violence bear the internet’s imprint. Robert Bowers, the man charged with killing 11 people and wounding six others at the Tree of Life synagogue in Pittsburgh, was a frequent user of Gab, a social media platform beloved by extremists. Cesar Sayoc, the man charged with sending explosives to prominent critics of President Trump last year, was immersed in a cesspool of right-wing Facebook and Twitter memes.

People used to conceive of “online extremism” as distinct from the extremism that took form in the physical world. If anything, the racism and bigotry on internet message boards felt a little less dangerous than the prospect of Ku Klux Klan marches or skinhead rallies.

Now, online extremism is just regular extremism on steroids. There is no offline equivalent of the experience of being algorithmically nudged toward a more strident version of your existing beliefs, or having an invisible hand steer you from gaming videos to neo-Nazism. The internet is now the place where the seeds of extremism are planted and watered, where platform incentives guide creators toward the ideological poles, and where people with hateful and violent beliefs can find and feed off one another.

So the pattern continues. People become fluent in the culture of online extremism, they make and consume edgy memes, they cluster and harden. And once in a while, one of them erupts.

In the coming days, we should attempt to find meaning in the lives of the victims of the Christchurch attack, and not glorify the attention-grabbing tactics of the gunman. We should also address the specific horror of anti-Muslim violence.

At the same time, we need to understand and address the poisonous pipeline of extremism that has emerged over the past several years, whose ultimate effects are impossible to quantify but clearly far too big to ignore. It’s not going away, and it’s not particularly getting better. We will feel it for years to come.

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2 Kommentare zu “Der Troll-Extremismus von Christchurch”

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  1. Ich kann da nix mit anfangen. Für mich entstehen daraus keine Handlungserkenntnisse. Ob jetzt damals Bekennerschreiben der Terroristen an Zeitungen geschrieben wurden, um Taten zu rechtfertigen, anzukündigen und ergo zu veröffentlichen oder wie in diesem Fall in das Netz. Meinetwegen auch in dem ironischen schlecht analysierbaren Netzblabla. Es bleibt doch bei der Nutzung von Medienkanälen wie es immer schon war. Was soll ich daraus lernen? Meine Omma hat schon damals gesagt: “Kind glaub nicht alles was in der Zeitung steht”. Ist es das was damit gemeint ist?
    Ich habe z.B. gestern CS gezockt. Und dort gibt es ja ausreichend Provokateure (international), welche nur mit Ihrer Namensgebung Andeutungen und politische Aussagen machen. Z.B. “TR_Pray_for_New_Zealand”. Daneben eine kleine Illustration von einem Vermummten mit Pistole vor türkischer Flagge. Ich habe mir die Mühe gemacht dem Spieler auf den Zahn zu fühlen was der denn nun meint. Ohne Antwort.

    Was soll ich also tun, nachdem wir alle festgestellt haben das es da draussen Trolle gibt die sich mal so mal so äußern und morgen evtl. zur Waffe greifen und Leute umbringen? Jetzt sagt nicht die Polizei anrufen.

  2. Und nach den leider zu erwartenden Anschlägen auf die Christen ist nun was so reizvoll an den beiden Religionen?
    Entweder die Täter und Rächer haben nix davon verstanden oder die geistige Gottesfunktion ist eine psychische Störung.
    Ich schätze Drewermann hat es mal erwähnt und wurde von der Kirche unter anderem dafür verbannt. Glaube und psychische Krankheit sind nicht unweit.

    In dem Sinne: Schimmt nicht zu weit raus 😉


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