Studie: Screen Time irrelevant für psychische Entwicklung von Jugendlichen

Im Januar bloggte ich über eine Studie, die laut Medien angeblich Entwarnung bezüglich Mental Health und der Nutzung digitaler Medien von Kids gab. Ich kritisierte die Studie als Statistik-Voodoo, die vor allem quantitative Screen Time untersuchte, nicht aber qualitative Auswirkungen der Inhalte.

Die Macher der Studie haben nun ein neues Paper vorgestellt, das praktisch dasselbe aussagt und nur wenige Anhaltspunkte für substanzielle negative Auswirkungen von Screen Time (speziell vor Schlafenszeit) auf das Wohlergehen Heranwachsender findet.

Ich möchte daher meine Kritik wiederholen: Diese Studien von Andrew K. Przybylski untersuchen vor allem die Menge der Bildschirmzeit, nicht aber die Auswirkungen von Inhalten. Die vorgelegte Studie schließt in ihrer Methodik sogar explizit die Vernetzung mit Freunden und Familienmitgliedern aus und maß digitale Aktivitäten „not including following or interacting with friends or family online“. Diese Studie ist für die Bewertung der Auswirkung von Social Media und grade bei Kids beliebten Apps wie Instagram oder YikYak, die praktisch ausschließlich aus ebenjener Interaktion mit Freunden besteht, nicht anwendbar.

Ich bin deshalb ganz beim vom Guardian zitierten Dr. Bernadka Dubicka, der dringend weitere Untersuchungen empfiehlt, um die Zusammenhänge zwischen Mental Health Issues und Inhalten zu untersuchen.

Guardian: Screen time has little effect on teenagers’ wellbeing, says study

Paper: Screens, Teens, and Psychological Well-Being: Evidence From Three Time-Use-Diary Studies

Screen time has little effect on the psychological wellbeing of teenagers, regardless of whether they use devices for hours a day or just before bedtime, according to a study by researchers at Oxford University.

Dr. Bernadka Dubicka, chair of the child and adolescent faculty at the Royal College of Psychiatrists, warned that the study’s conclusions “can only be limited.”

“The study looks at how long children spend looking at screens but not at what harmful content they might see. We know that screen time is not the main driver of mental illness, but dangerous online content can have an enormous impact on young people and their mental health.

“As a frontline clinician, I regularly see young people who have deliberately hurt themselves after discussing self-harm techniques on social media. Urgent research is needed to explore the complex relationship between online content and young people, with particular attention given to the most vulnerable.”

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