Helvetica Now!

10. April 2019 10:48 | #Design #Helvetica #Typographie

Monotype hat gestern die neueste Version der ikonographischsten Schrift aller Zeiten vorgestellt: Helvetica Now ist die erste Aktualisierung der ursprünglich von Max Miedinger und Eduard Hoffmann als Neue Haas Grotest gestalteten Schrift in 35 Jahren. Die letzte Version, die Helvetica Neue, wurde 1983 neu gezeichnet und sukzessive an die Innovationen der Druck-Industrie angepasst, wie vektorisierte Versionen für Post Script und das in den 90ern aufkommende Desktop-Publishing.

Die Helvetica Now ist die erste Neuzeichnung der berühmtesten aller Zeichensätze für unsere neue Zeit und enthält folgerichtig 48 Schnitte in 3 optischen Größen (Micro, Text und Display), dazu kommen neue Glyphen für Open Type, am dramatischsten sind wohl die alternativen Versionen des kleinen a als „einstöckiges a ohne Tropfen“ und das große R mit graden Bein ohne Fuß. Äquivalent dazu gibt es etwa das kleine l mit Endstrich und das kleine t ohne Endstrich. Außerdem hat die Helvetica nun auch runde Punkte und Satzzeichen 😮 So alterniert die neue Helvetica in seinen Alternativen Schnitten zu einer beinahe futuraesken Anmutung.

“Das ist die Schrift, die Max Miedinger und Eduard Hoffmann bereits 1957 entworfen hätten, wenn sie von Offsetdruck, kleinen Bildschirmen, Browsern, Digital Design Tools und UI-Designern gewusst hätten”, sagt Erik Spiekermann, Gründer und Gesellschafter, Edenspiekermann.

First designed in the 50s by Max Miedinger and Eduard Hoffman, the typeface existed in a variety of forms including metal, film and protodigital, before it was completely redrawn for the digital era in the form of Neue Helvetica. In its first iteration, there was only one master typeface, meaning the designers chose only one size to digitise (12 point) and as a result, Neue Helvetica only really works for text around that size. When it comes to display or micro fonts, readability issues come into play as the typeface is enlarged and shrunken down. Helvetica Now has been designed to remedy these issues.

When it came down to micro-sized Neue Helvetica, counters closed up, bunching up a letter’s anatomy so an “e” appears more like an “o” at point size six or less. Speaking about this, Charles tells It’s Nice That: “I haven’t used Helvetica in any meaningful way since the 90s because of the problem it’s had at smaller point sizes.” Consequently, Helvetica Now sees apertures and counters opened up, an increased x-height and stroke weight alongside simplified forms, making the overall typeface more legible.

Though Neue Helvetica has been augmented over the past 35 years in an attempt to resolve some of these technical issues, a newly designed Helvetica Now proved to be the more tempting opportunity “to start from the ground up”. Over half of Monotype’s New York designers have worked on the famous typeface, respectfully redrawing it for the modern era. The new version consists of 48 fonts with three optical sizes: micro, text and display. Digitally redrawn for size-specific precision, the versatility of Helvetica Now means that this is “not the same Helvetica”. With multiple masters applicable for any point size imaginable, the character set (including punctuation and glyphs) has also been updated to fit current Monotype standards and, in turn, to make it more useful to everyone in general.

The Verge, It’s nice that und der Designbote haben Interviews mit Type Director Charles Nix, die Schrift gibt’s hier für auf MyFonts.de.

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2 Kommentare zu “Helvetica Now!”

  1. Soll ich oder soll ich nicht sagen, dass mir gerade auffällt, dass hier wohl an den cache einstellungen geschraubt wurde und somit die hälfte der user neuen content nicht sehen kann?

    Ich lass das mal lieber, weil patreon und co. (auch ICH) dafür bezahlen und das mit beinahe 800 Tacken im Monat, dass sowas technisch einwandfrei läuft. Für 800 Tacken kann man tatsächlich im ländlichen Raum 4 Tage lang einen Entwickler pro Monat einstellen. Und dann noch etwas Webdesign und die Seite wäre wieder besuchbar.

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