Klimalinks: Norwegen und das Ende des Verbrennungsmotors; Investoren mit Klimasorgen; Forderungen von #FridaysForFuture

10. April 2019 13:04 | #Klimawandel #Politik #Wirtschaft

Netter Artikel über das Ende des Verbrennungsmotors und die internationalen Fortschritte bei der Regulierung. Nur der Aufhänger mit „Norwegen gibt das Tempo vor“ ist ein bisschen lächerlich, denn Norwegen ist rich as fuck und zwar wegen der dortigen Erdölvorkommen. Die norwegische Regierung hat sich die beschriebenen Steuererleichterungen für Strom-Autos mit Gewinnen aus fossilen Brennstoffen erkauft, was ja nun auch, irgendwie, ein bisschen geheuchelt ist. Norwegen hat zwar neuen Bohrungen in der Arktis eine Absage erteilt, aber das ändert an der Tatsache der riesigen und äußerst lukrativen Öl-Industrie Norwegens genau nichts. Aber na gut, besser ein bisschen geheuchelter Fortschritt in die richtige Richtung als ehrlicher Regress in ungebremsten Klimawandel, nicht wahr.

Gute Entwicklung: Businessfuzzies werden wegen des Klimawandels immer nervöser und die Unternehmensberatungen produzieren entsprechende Berichte. Eine Menge Wirtschaftsvoodoo beruht auf Psychologie und wenn die Finanzwirtschaft den Hahn bei fossilen Brennstoffen abdreht, blubbern Christian „Profi“ Lindner oder Trump demnächst ganz andere Töne, verwette ich meinen haarigen Arsch drauf. Diese Entwicklung ist möglicherweise sogar noch wichtiger, als erfolgreiche Gerichtsverfahren gegen Unternehmen und Regierungen –> Investors Should Worry If Climate Goals Are Missed, Report Warns: Investors be warned: If the planet heats up by more than two degrees, it’s going to get a lot harder to make money. That’s the conclusion of investment advisory firm Mercer LLC, which modeled the financial fallout from two, three and four degrees Celsius of global warming through 2100 in a report released Monday.

Nicht zuletzt deshalb auch wachstumsökonomisch relevant: Was “Fridays for Future” fordert, ist machbar: Die Aktivisten der Schulstreik-Bewegung schaffen es, mit ihren gestern vorgestelltem Grundsatzforderungen frischen Wind in die Debatte zu bringen. Sie verstecken sich nicht hinter abstrakten Konzepten, sondern bleiben konkret. Und: Ihre Agenda ist nicht utopisch.

spOnline hat ausgerechnet, wie die Umsetzung der Forderungen am Ende beim Verbraucher als Preis ankommen würden: Langstreckenflüge würden bis zu 2000 Euro teurer, Inlandsflug München-Hamburg circa 30 Euro, Bahn München-Hamburg circa 6 Euro, 1l Benzin rund 0,50 Euro teurer, 1 Jahr Strom im Dreipersonenhaushalt circa 320 Euro teurer, 1kg Rindfleisch 2,50 Euro, Milch 20 Cent, ein iPhone rund 20 Euro teurer.

Nuclear Power Can Save the World: Germany, which went all-in for renewables, has seen little reduction in carbon emissions, and, according to our calculations, at Germany’s rate of adding clean energy relative to gross domestic product, it would take the world more than a century to decarbonize, even if the country wasn’t also retiring nuclear plants early. A few lucky countries with abundant hydroelectricity, like Norway and New Zealand, have decarbonized their electric grids, but their success cannot be scaled up elsewhere: The world’s best hydro sites are already dammed. Small wonder that a growing response to these intimidating facts is, “We’re cooked.”

Einer der maßgeblichen Faktoren, die zur Formierung der Friedensbewegung während des Vietnam-Kriegs führten, waren die tägliche Durchsage der Anzahl der gefallenen Soldaten im US-Fernsehen während der Nachrichten. Die mediale Dauererinnerung an die stetig steigenden menschlichen Verluste des Kriegs hämmerte eine Botschaft für Frieden jeden Tag in die Köpfe der Leute. Daher halte ich eine tägliche Erinnerung an den Klimawandel in Form von CO2-Leveln während des Wetterberichts für eine gute Maßnahme, die jedes Medium für sich adaptieren sollte: Why the Guardian is putting global CO2 levels in the weather forecast: As CO2 levels climb, the carbon count is a daily reminder we must tackle climate change now.

New Satellite Photos Show Climate Change Is Sweeping Europe: Satellitenbilder aus dem European State of the Climate 2018-Report des Copernicus Climate Change Service.

Heroes: Trump disbanded it, but climate change panel regroups to release its report: The Trump administration may have shut down the government advisory committee on climate change started by President Barack Obama, but its members considered the work so important that they did not stop working. […] At the invitation of New York’s governor, Andrew Cuomo, most of the members of the committee reconvened and became the Science to Climate Action Network, also known as SCAN. On Thursday, it released its report and recommendations to help policymakers and community leaders better tackle the daunting problems brought by climate change.

Global warming is shrinking glaciers faster than thought: The most comprehensive measurement of glaciers worldwide found that thousands of inland masses of snow compressed into ice are shrinking 18 percent faster than an international panel of scientists calculated in 2013. The world’s glaciers are shrinking five times faster now than they were in the 1960s. Their melt is accelerating due to global warming, and adding more water to already rising seas, the study found.

Energiewende muss schneller kommen

Jährlich um 1,3 Prozent sind die energiebedingten CO2-Emissionen in den vergangenen fünf Jahren gestiegen. Um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern, müssen die Emissionen aber jedes Jahr um mindestens 3,5 Prozent sinken – bis 2050 und darüber hinaus.

Aus Sicht von Irena, der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien, braucht es deshalb eine Kehrtwende bei der Energieproduktion. Mit einem massiven Ausbau erneuerbarer Energien und einem stärkeren Einsatz von erneuerbarem Strom in den Sektoren Verkehr, Wärme und Industrie lassen sich mehr als drei Viertel der energiebedingten Emissionen vermeiden. Das geht aus einer Zukunftsprognose hervor, die die Erneuerbaren-Agentur mit Sitz in Abu Dhabi heute beim “Berlin Energy Transition Dialogue” vorgelegt hat.

spOnline zur selben Zukunftsprognose: Ökostrom könnte mehr als 80 Prozent des Weltbedarfs decken: Nur noch Wind, Sonne und andere regenerative Energiequellen: Im Jahr 2050 könnte das reichen, um den weltweiten Strombedarf fast völlig zu decken, rechnet die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien vor.

How climate change is pushing Central American migrants to the US: The northern triangle of Central America, the largest source of asylum seekers crossing the US border, is deeply affected by environmental degradation.

ttt – titel thesen temperamente: Wie wir die Erde einmal fast gerettet hätten:

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