Malediven in Infrarot

1. Juni 2019 10:38 | #Design #Fotografie

Paolo Pettigiani fotografiert die Malediven (und Dubai und NYC und Venedig und die Dolomiten) mit einer modifizierten Kamera, die das volle Lichtspektrum einfängt und so die Reflektion von Infrarotstrahlung sichtbar macht.

Because our eyes literally cannot see IR light, as it lies just beyond what is classified as the “visible” spectrum – that which human eyesight can detect. When we take photographs using infrared equipped film or cameras, we are exposed to the world that can often look very different from that we are accustomed to seeing.

Elements that have chlorophyll, such as grass, leaves and trees, strongly reflect IR light in unique and interesting ways. The Chlorophyll is reflected by plants for 20% on green, visible to the human eye, the other 80% is reflected on the infrared spectrum that we can’t see.

With this type of photography, using a full-spectrum-converted camera, I am able to block the visible light, capturing the invisible only. Other elements such as asphalt, bricks, water and surfaces do not reflect the infrared light, so they will maintain their original colors.

Die Technik hat er sich von Richard Mosse abgeschaut, der vor ein paar Jahren zuerst damit begann, alte Infrarot-Filme neu zu verwenden und damit eine kleine Micro-Fotografie-Meme lostrat, seit damals sieht man immer mehr Infrarot-Fotografie. Richard Mosse schrieb damals zu seinem Infra-Projekt:

I wanted to export this technology to a harder situation, to up-end the generic conventions of calcified mass-media narratives and challenge the way we’re allowed to represent this forgotten conflict… I wanted to confront this military reconnaissance technology, to use it reflexively in order to question the ways in which war photography is constructed.

Wenn Paolo Pettigiani nun also Richard Mosses kapitalismuskritische Fototechnik nutzt, um hübsche bunte Touristik-Bilderchen von Dubai und den Luxusbuden auf den Malediven zu schießen, dann ist das nichts weiter als die Einverleibung von Kapitalismuskritik durch den Kapitalismus. Business as usual halt, das aber nur am Rande. Trotzdem hübsch.

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2 Kommentare zu “Malediven in Infrarot”

  1. Wäre spannend gewesen, was für ein Filter denn jetzt genau auf der Kamera war 🙂 und worauf der Weißabgleich gemacht wurde.
    Nerdstuff

  2. Musse bei den N.Y. automatisch an “Wolfen” von 1981 von Michael Wadleigh und auch an Predators “Weltsicht” denken..
    “die Welt als Vorstellung und Beute”
    Der olle Schopenhauer wäre stolz auf mich!
    Ich werde als vogonischer Volksdichter rein-und rauskarniert ,-)

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