Design-Thinking für Weltraumkissen

3. Juni 2019 14:54 | #Design #Einrichtung #NASA #Space

Astronauten haben in ihrer Standardausrüstung keine Kissen, da sie keine brauchen und die Teile Platz wegnehmen. Astronauten schlafen in festgetackerten Schlafsäcken in Nischen der ISS und ihr Kopf schwebt in der Schwerelosigkeit über der Schlafunterfläche, da die natürliche Haltung des Nackens eine leichte Kopfneigung verursacht. Deshalb brauchen Astronauten keine Kissen.

Der Chefdesigner der NASA schlägt nun in einem neuen Paper vor, Astronauten bei langen Aufenthalten (wie während des Flugs zum und beim Aufenthalt auf dem Mars oder für längere Mond-Missionen) Kissen mitzugeben, da sie einen der behaglichsten Gegenstände bilden, die der Mensch hat und sie bieten Astronauten auf dem Mars nicht nur eine weiche Sitzunterlage, sondern vor allem das Gefühl von Häuslichkeit und Sicherheit. (Jeder mit einer Couch und ein paar Kissen in deren Ecke, in die man sich mit dem Gesicht nach vorne manchmal reinwirft und dann drölf Stunden nicht mehr aufsteht, weiß das.)

Dazu hat er eine Design-Ontologie für Weltraumkissen aufgestellt, also die Gesamtheit aller Kontexte und Elemente eines Kissens und wie sie sich aufeinander beziehen (Textur, Weichheit, Körperkontakt, aber auch: Einrichtungsgegenstand, Intimität, Sicherheitsrisiken, Gesundheit und so weiter) und erste Vorschläge für Kissen für Langzeitastronauten gemacht, damit die beim Flug zum Mars vielleicht ein bisschen weniger wahrscheinlich durchdrehen.

Tolles Paper über Kuschelbettzeugs für Astronauten: Pillow talk — Curating delight for astronauts (Sci-Hub is your friend)
Ars Technica: Everyone needs a good pillow—even astronauts bound for Mars

To overcome isolation and monotony, astronauts will need a variety of stimulating ways to interact with their environment. As Balint and Lee quickly discovered, the options for “human-material interaction” in pillow design are vast. They could focus on physiological considerations and design the pillow like a neck brace. Or they could cater to astronauts’ senses by imbuing the pillow with relaxing smells. Perhaps they could install sensors and speakers in the pillow that would detect when an astronaut was falling asleep and play relaxing music. Alternatively, they could make the pillow interactive, like an Amazon Echo, transforming the cushion into a sort of astro-Wilson for future Martian castaways.

Balint and Lee designed a suite of space pillows, each intended to meet some or all of the higher-level needs they had identified for astronauts. These designs included full-face hoods with light-changing visors, headphones, or neck support; an inflatable “space angel” pillow worn like a halo that releases relaxing aromas; and a semirigid helmet that would be physically attached to the wall of an astronaut’s sleep pod.

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