Rechtsterroristisches Netzwerk bei Bundeswehr und Polizei bereitete Morde mit Leichensäcken vor

28. Juni 2019 12:41 | #Kriminalität #Nazis #Polizei

Die Vorbereitungen der Prepper des von der TAZ enttarnten rechten Hannibal-Netzwerks in der Bundeswehr waren weiter fortgeschritten, als bislang angenommen. Die mehr als 30 Rechtsterroristen, die sich als „Prepper“ mit dem Chat-Dienst Telegram organisierten und auf einen Zusammenbruch der staatlichen Ordnung vorbereiteten, bestellten 200 Leichensäcke und Ätzkalk und stammen zum größten Teil aus dem Umfeld von Bundeswehr und Polizei, „darunter sind mehrere ehemalige sowie ein aktives Mitglied des Spezialeinsatzkommandos (SEK) des Landeskriminalamtes (LKA) Mecklenburg-Vorpommern“. Die Nazis haben laut Staatsanwaltschaft Waffen vom LKA und über 10.000 Schuss Munition gestohlen. Meines Erachtens haben sie noch sehr viel mehr gebunkert.

Gleichzeitig haben die Nazis über Dienstcomputer der Polizei Todeslisten mit nicht weniger als 25.000 Namen und Adressen zusammengetragen. Ob der sogenannte „NSU 2.0“, eine rechtsradikale Zelle aus (mindestens) 5 Polizisten frankfurter Polizei, der im Frühjahr Faxe an eine Anwältin verschickte, ein Teil dieses Netzwerk darstellt, ist nicht bekannt. Es würde mich aber wundern, wenn dem nicht so wäre.

An dieser Stelle muss man von einem aktiven, großflächigen, rechtsterroristischen Netzwerk innerhalb der Exekutive zu sprechen. Meines Erachtens radikalisiert sich hier eine dezentralisierte Terrororganisation durch Zugriff auf Waffen einerseits und implizite Zustimmung durch rechte Empörungswellen andererseits. Jeder der (bestenfalls) ahnungslosen Konservativen und der Maulhelden auf Twitter muss sich spätestens hier fragen lassen, wieviel sie zu diesen Terrorstrukturen innerhalb der Exekutive beigetragen haben.

Eine Gruppe von Rechtsextremisten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg hat für Angriffe auf politische Gegner rund 200 Leichensäcke und Ätzkalk bestellen wollen. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) aus Kreisen des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). […]

Nordkreuz“ gehören mehr als 30 sogenannte Prepper an, die über den Messenger-Dienst Telegram miteinander verbunden sind und sich auf den „Tag X“ vorbereiten – den Zusammenbruch der staatlichen Ordnung durch eine Flüchtlingswelle oder islamistische Anschläge und die anschließende Liquidierung politischer Gegner. Die meisten Personen der Chat-Gruppe stammen aus dem Umfeld von Bundeswehr und Polizei, darunter sind mehrere ehemalige sowie ein aktives Mitglied des Spezialeinsatzkommandos (SEK) des Landeskriminalamtes (LKA) Mecklenburg-Vorpommern. Alle Mitglieder von „Nordkreuz“ haben Zugang zu Waffen, verfügen über Zehntausende Schuss Munition und sind geübte Schützen. […]

Weitere Recherchen zeigen, dass Franco A. Teil des „Hannibal-Netzwerks“ in Polizei und Bundeswehr ist, zu dem auch „Nordkreuz“ gehört. Bislang unbestätigt ist die Vermutung der Ermittler, dass sich das rechte Netzwerk in Bundeswehr und Polizei über ganz Deutschland erstreckt und in vier Sektionen nach Himmelsrichtungen aufteilt. Franco A. würde demnach der Sektion „Südkreuz“ angehören.

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1 Kommentare zu “Rechtsterroristisches Netzwerk bei Bundeswehr und Polizei bereitete Morde mit Leichensäcken vor”

  1. Das sind doch alles Einzeltäter!!!
    Laut einer vorläufigen festsehenden Einschätzung des Verfssungsschutzschutzesschutz…

Kommentare sind geschlossen.


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