Künstliche Intelligenz stimuliert Gesichtserkennungs-Neuronen eines Affen

Forscher haben ein Neural Network darauf trainiert, gezielt die Gesichtserkennung eines Affen zu stimulieren, also ein Bild zu erzeugen, das genau die Hirnzellen aktiviert, die in einem Individuum für die Gesichtserkennung zuständig ist. Zuerst zeigten sie den Affen formlose graue Flächen und optimierten die Bilder je nachdem, welche die meiste Hirnaktivität in den anvisierten Neuronen auslösten. Im Laufe der Zeit erkannten die Forscher schließlich einen befreundeten Neurologen aus dem Labor und die Pfleger der Affen in den Bildern.

SciFi-Mode on: Diese Forschung ist möglicherweise die Vorstufe eines individuellen Traum-Kinos, in dem eine Künstliche Intelligenz Bildwelten aus Erinnerungen schaffen kann, ich also ein Video aus dem visuellen Gedächtnis mit Leuten aus meinem Freundeskreis generieren kann. Möglicherweise ist dies auch die frühe Form einer Simulation, die angeblich lebenden Wesen vorspielt, in einer physischen Welt zu leben, in dem sie deren (künstliche) Neuronen gezielt mit visuellem Input befeuert.

The Atlantic: AI Evolved These Creepy Images to Please a Monkey’s Brain
Paper: Evolving super stimuli for real neurons using deep generative networks

In April 2018, a monkey named Ringo sat in a Harvard lab, sipping juice, while strange images flickered in front of his eyes. The pictures were created by an artificial-intelligence algorithm called XDREAM, which gradually tweaked them to stimulate one particular neuron in Ringo’s brain, in a region that’s supposedly specialized for recognizing faces. As the images evolved, the neuron fired away, and the team behind XDREAM watched from a nearby room.

At first, the pictures were gray and formless. But as time passed, “from this haze, something started staring back at us,” says the neuroscientist Carlos Ponce. Two black dots with a black line beneath them, all against a pale oval. A face, albeit an abstracted one. Soon a red patch appeared next to it, which reminded the watching researchers of the red collar worn by a monkey who lives in the cage opposite Ringo’s. “We all looked at it and said, ‘Oh, that’s Anthony,’” says Margaret Livingstone, a neuroscientist at Harvard Medical School.

“And then, a few days later, we evolved Diane,” she adds. Diane is one of the monkeys’ caretakers, who feeds them while wearing blue scrubs and a white face mask. […]

Sets of those gray, formless images, 40 in all, were shown to watching monkeys, and the algorithm tweaked and shuffled those that provoked the strongest responses in chosen neurons to create a new generation of pics. Xiao had previously trained XDREAM using 1.4 million real-world photos so that it would generate synthetic images with the properties of natural ones. Over 250 such generations, the synthetic images became more and more effective, until they were exciting their target neurons far more intensely than any natural image. “It was exciting to finally let a cell tell us what it’s encoding instead of having to guess,” says Ponce, who is now at Washington University in St. Louis.

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2 Kommentare zu “Künstliche Intelligenz stimuliert Gesichtserkennungs-Neuronen eines Affen”

  1. Und vermutlich wird das irgendwann genutzt um zu überprüfen ob jemand die Wahrheit darüber sagt ob er jemanden kennt…oder sogar zu extrahieren, wen er kennt…gruselig

Kommentare sind geschlossen.

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