Science: Trigger-Warnings suck

Eine weitere Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass Trigger-Warnungen nicht nur nicht helfen, sondern sogar Schaden anrichten. Untersuchten vergangene Papers vor allem die Reaktionen nicht-traumatisierter Personen, untersuchte diese Studie hier gezielt die Reaktionen von traumatisierten Personen und kommt zu demselben Ergebnis: Trigger-Warnungen helfen nicht nur nicht, sondern verschlimmern das erlebte Trauma zusätzlich. Meines Erachtens sind Trigger-Warnungen für ihre Signalwirkung an Außenstehende brauchbar (in Therapie-Situationen oder ähnlichem), ansonsten aber wirkungslos bis schädlich in alltäglichen Kommunikationsräumen oder Bildungseinrichtungen. Weg damit.

Slate: The Latest Study on Trigger Warnings Finally Convinced Me They’re Not Worth It
Paper: Helping or Harming? The Effect of Trigger Warnings on Individuals with Trauma Histories

Abstract: Trigger warnings alert trauma survivors about potentially disturbing forthcoming content. However, most empirical studies on trigger warnings indicate that they are either functionally inert or cause small adverse side effects. These evaluations have been limited to either trauma-naïve participants or mixed samples. Accordingly, we tested whether trigger warnings would be psychologically beneficial in the most relevant population: survivors of serious trauma.

Results: We found no evidence that trigger warnings were helpful for trauma survivors, for those who self-reported a PTSD diagnosis, or for those who qualified for probable PTSD, even when survivors’ trauma matched the passages’ content. We found substantial evidence that trigger warnings countertherapeutically reinforce survivors’ view of their trauma as central to their identity. Regarding replication hypotheses, the evidence was either ambiguous or substantially favored the hypothesis that trigger warnings have no effect.

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2 Kommentare zu “Science: Trigger-Warnings suck”

  1. Die haben den Leuten Textstellen aus Büchern vorgelesen. Echt jetzt? Ein audiovisuelles Medium hätte es ruhig sein können. Trigger sind sehr individuell. Vorgelesener Text.. naja.. nicht mal ne Diskusion über den Inhalt? Nur Vorgelesenes.

    Und sowas kommt aus Havard.

  2. Trigger Warnings helfen Leuten mit Trauma Erfahrung, den Inhalt zu vermeiden. Wenn sich die Leute dann trotzdem mit dem Inhalt auseinander setzen… Tjoah. Da würde ich auch nicht viel Wirkung erwarten.

    Der Slate Artikel ist meiner Meinung nach an vielen Stellen ziemlich patronizing. “Hey wenn du ne Trigger Warning brauchst, haste mal drüber nachgedacht ärztliche Hilfe zu suchen?” Ist ne ziemlich zynische Attitüde, einmal weil diese Personen sicher entweder schon in Behandlung sind oder durch das allgemeine Kacksystem keinen Therapie Platz bekommen oder sich leisten können.

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