Elon Musks Neuralink verspricht HighRes-Gehirnschnittstelle

Elon Musk hat heute nacht erste Details zu seiner Mindreading-Firma Neuralink bekanntgegeben. Die Technologie ist, grob vereinfacht, eine hochauflösende Gehirnschnittstelle, mit der gelähmte Patienten oder Cyborgs die Daten ihrer Hirnaktivität auslesen und mit Computern und Smartphones verarbeiten können. Musks Ziel ist letztendlich eine Fusion des menschlichen Geistes mit Künstlichen Intelligenzen. Bisherige Technologien, die seit Mitte der 2000er ein paar aufsehenerregende Experimente hervorbrachten, funktionieren mit dem sogenannten Utah Array-Implantat, das bis zu 256 Elektroden im Gehirn platziert. Elon Musks Neuralink schafft 3072 Elektroden auf 96 „Kabelbündeln“ (Threads) von je 4 bis 6µm Umfang pro Elektrode (also 4-6/1000 Millimeter).

Darüber hinaus sind diese Fäden im Gegensatz zu den steifen Utah Array-Elektroden beweglich, was zu weniger Mikroverletzungen an der Hirnmasse führt (die Hirnmasse bewegt sich im Kopf und schwimmt in Hirnflüssigkeit, Implantate schubbern beim Gebrauch sozusagen immer ein bisschen rum und sorgen für einen feinen Abrieb). Diese Fäden können darüber hinaus in unterschiedlichen Tiefen und Orten im Gehirn platziert werden, womit man Neuralink für unterschiedlichste Anwendungen einsetzen kann. Man könnte etwa gezielt das visuelle Zentrum und das auditive Zentrum auslesen, oder die Motorzentren. Die Neuralinks sollen von einem nähmaschinenartigen Roboter ins Gehirn verpflanzt werden, den sie gleich dazuentwickelt haben (Bild rechts). Die Daten aus dem Hirn sollen am Ende wireless an einen Sensor geschickt werden.

Musks Neuralink ist damit flexibler, sehr viel filigraner und wohl auch sicherer, als bisherige Methoden und bietet darüber hinaus selbstverständlich eine sehr viel höhere Bandbreite. Laut Q&A während der Präsentation gestern hat ein Affe bereits einen Rechner mit Neuralink kontrolliert, wobei ich nicht weiß, ob das über einfache Cursorbewegungen hinausging. Wie bei allen Musk-Technologien sollte man eine gesunde Skepsis mitbringen, aber alleine die hochauflösenden Threads könnten Neurotechnologien enorm nach vorne bringen.

The Verge: Elon Musk unveils Neuralink’s plans for brain-reading ‘threads’ and a robot to insert them
NYTimes: Elon Musk’s Neuralink Takes Baby Steps to Wiring Brains to the Internet

Elon Musk’s Neuralink, the secretive company developing brain-machine interfaces, showed off some of the technology it has been developing to the public for the first time. The goal is to eventually begin implanting devices in paralyzed humans, allowing them to control phones or computers.

The first big advance is flexible “threads,” which are less likely to damage the brain than the materials currently used in brain-machine interfaces. These threads also create the possibility of transferring a higher volume of data, according to a white paper credited to “Elon Musk & Neuralink.” The abstract notes that the system could include “as many as 3,072 electrodes per array distributed across 96 threads.”

The threads are 4 to 6 μm in width, which makes them considerably thinner than a human hair. In addition to developing the threads, Neuralink’s other big advance is a machine that automatically embeds them.

Hier die Präsentation der vergangenen Nacht, der Stream beginnt nach circa 90 Minuten:

https://www.youtube.com/watch?v=r-vbh3t7WVI

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