Because Internet: Mikro-Slangs als linguistisches Zeichen gesellschaftlicher Fragmentierung

31. Juli 2019 14:02 | #Bücher #Netzkultur #Sprache #synch

Das Buch Because Internet: Understanding the New Rules of Language wird derzeit im englischen Sprachraum gehyped, es ist ein positivistischer Take auf moderne Sprachvarianten, die in Communities auf sozialen Medien auftauchen. Reviews: NYTimes, Boing Boing, New Yorker.

Ich halte es da mit der Kritik von Josie Thaddeus-Johns im Baffler und sehe diese Mikro-Sprachen vor allem als Ausdruck einer zunehmenden Fragmentisierung der Gesellschaft. Wo Slang und Dialekte sich vormals vornehmlich nach geographischen und beruflichen Bedingungen entwickelten (ein Bayer spricht anders als ein Berliner und Banker und Grafik-Designer nutzen extrem unterschiedliche Terminologie), entstehen sie zwar nicht erst seit dem Internet, aber nun eben „Because Internet“ viel rasanter und massiver aufgrund vor allem aufgrund ideologischer Bedingungen. Sie sind Ausdruck einer zunehmenden Fragmentierung der Gesellschaft, die nicht mehr imstande ist, sich per Massenmedien zu synchronisieren. Also zerfällt sich auch sprachlich in immer kleinere Mikrokosmen.

According to McCulloch, how we talk online is determined by our linguistic community, which in turn is largely determined by where we were when we first encountered social media: “Your experience of the internet and the language therein is shaped by who you were and who else was around at the time you joined,” she writes. Note that this distinction isn’t about the use of the internet itself, for information gathering, or even email, but rather the social circles and micro-communities it fosters. […]

Left out of McCulloch’s analysis: What is it, exactly, that is connecting us? Is connection for its own sake, without some common aim or purpose, altogether valuable? What makes memes fever-inducing is their lack of rationality, their weirdness, the fact that there is nothing of substance in these tenuous moments of mutual understanding. Are we having fun, or are we in a hell where we’re merely communicating, learning too little too quickly, melting our brains into the abyssal portal?

McCulloch offers reassuring rules for this oblivion. Peppy and neat, some element of our internet selves is, to use internet parlance, seen. But what about the madness that daily folds into our lives as the meme comes for us, and, eventually, our family members, bosses, WhatsApp groups, and Slack channels, until everything is a sludge of gesture and easily reproduced half-thought?

McCulloch tells us where our current use of language has got us to—her book is “a snapshot of a particular era and a lens that we can use to look at future changes.” But how it makes us feel, and what it’s doing to us, that may be a story for another language.

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1 Kommentare zu “Because Internet: Mikro-Slangs als linguistisches Zeichen gesellschaftlicher Fragmentierung”

  1. Ich habe zuerst “Bocuse Internet…” gelesen!
    Und dachte das garnicht mal so schlecht Verlesen ist 😉
    Linguistics and Linguini…

Kommentare sind geschlossen.


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