[Fakelinks 29.8.2019] Jim Carrey is Alison Brie; Deepfakes in Echtzeit; Vice Mag über Jordan Petersons Fake-Stimme

Software ermöglicht Deep Fakes in Echtzeit: Forscher von TNG Consulting konnten Webcam-Aufnahmen derart verfälschen, dass das Gesicht vor der Kamera mit dem einer anderen Person vertauscht wird.

Cheapfakes beat Deepfakes: 1. For information warfare, cheapfakes beat deepfakes. 2. For cyber attacks, deepfakes are an interesting new capability.

Jim Carrey GLOWS

AI reads books out loud in authors’ voices: Chinese search engine Sogou is creating artificial-intelligence lookalikes to read popular novels in authors’ voices.

Fake news can lead to false memories: “In highly emotional, partisan political contests, such as the 2020 US Presidential election, voters may ‘remember’ entirely fabricated news stories,” says lead author Gillian Murphy of University College Cork. “In particular, they are likely to ‘remember’ scandals that reflect poorly on the opposing candidate.’

Sing On, Vocal Deepfakes: A.I.-generated sound-alikes hold promise for music and beyond. Kurt, sing a song by Doris Day please.

• Hinterfotziges Stück „Journalismus“ von Vice: A Site Faking Jordan Peterson’s Voice Shuts Down After Peterson Decries Deepfakes. Vice hat in der Vergangenheit immer und immer wieder auf die Gefahren von Deepfakes und synthetischer Imitation hingewiesen, vor allem bei Deepfake-Porn und Apps, die Frauen algorithmisch entkleiden. Sie wissen exakt genau, was diese Technologie kann und wozu sie benutzt wird. Aber all diese Bedenken und Kritiken fliegen aus dem Fenster, wenn es sich um Jordan Peterson handelt, bei dem der Missbrauch praktisch vorprogrammiert ist.

Hier ein Soundcloud-Embed, in dem Fake-Peterson aus Valerie Solanas Scum-Manifesto liest:

Als Argument für die angebliche Dünnhäutigkeit Petersons führt Samantha Cole im Vice Mag an, dass auch Musk oder Nicolas Cage und Mark Zuckerberg durch den Deepfake-Fleischwolf gedreht wurden, verschweigen aber, dass keiner dieser Prominenten mit einem Text-2-Speech-Editor oder ähnlichen Werkzeugen bedacht wurde, die gefälschte Zitate zum Selbermachen mit einem Klick ermöglichte. Alle diese Fakes entstanden in tage- bis wochenlanger Arbeit und aufwändigem Training von Neural Networks und die Software, die derzeit verfügbar ist, weist nach wie vor eine steile Lernkurve auf. Entscheidend an diesen Stories ist nicht die Synthetik des Mediums, sondern der niedrigschwellige Zugang zum Werkzeug.

Die Gefahr dieser Online-Tools mit One-Click-Lösungen liegen nun nicht in satirischen Ergebnissen wie dem Embed oben, das man möglicherweise lustig finden kann (ich persönlich finde allerdings ach so ironische Jokes, die tatsächliche Psychopathen beinhalten, nicht besonders witzig, sei es nun Solanas oder Manson oder Hitler, aber thats just me). Die Gefahr liegt darin, dass ein solches Tool mir erlaubt, in Sekundenschnelle das Soundbit „I don’t believe the Holocaust happened“ zu generieren und in eins seiner dutzenden Q&A-Videos einzufügen, die allesamt eher geringe Qualität aufweisen. Ein solcher Clip wäre von seinen authentischen Videos nicht zu unterscheiden.

Die Journos bei Vice sind nicht blöde und wissen das, und genau deshalb ist dieses Schmierstück ein schönes Beispiel von Arschlochjournalismus, der jegliche Ethik unter den Tisch fallen lässt, sobald die Haltung der betroffenen Person nicht zur hauseigenen Agenda passt.

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