Kids verklagen 5 Nationen wegen Klimawandel

23. September 2019 20:33 | #Justiz #Klimawandel #Politik #Recht

Greta Thunberg und 15 junge Klimaaktivisten haben eine Beschwerde bei der UN eingelegt und verklagen fünf der größten Verursacher-Nationen von Treibhausgas-Emissionen: Frankreich, Brasilien, Argentinien, Türkei und Deutschland. Neben Frau Thunberg klagen Alexandria Villaseñor, Chiara Sacchi, Catarina Lorenzo, Iris Duquesne, Raina Ivanova, Ridhima Pandey, David Ackley III, Ranton Anjain, Litokne Kabua, Deborah Adegbile, Carlos Manuel, Ayakha Melithafa, Ellen-Anne, Raslen Jbeili und Carl Smith.

Die Klage basiert auf der UN-Kinderrechtskonvention und der Verletzung der Grundrechte der Kids. Unter anderem gehören zu den von allen UN-Mitgliedstaaten (außer den USA) ratifizierten Grundrechten der Kinder ein Recht auf Gesundheit, einem sicheren Zuhause und sofortige Hilfe in Katastrophen und Notlagen.

CNN: Greta Thunberg and 15 other children filed a complaint against five countries over the climate crisis

Swedish climate activist Greta Thunberg and 15 other children filed a complaint with the United Nations Monday alleging that five of the world’s leading economies have violated their human rights by not taking adequate action to stop the unfolding climate crisis.

The complaint was filed a short time after Thunberg delivered an impassioned rebuke to world leaders at the UN Climate Action Summit. “You have stolen my dreams and my childhood with your empty words — and yet, I’m one of the lucky ones,” Thunberg said Monday. “People are suffering, people are dying.”

The petition names five countries — Germany, France, Brazil, Argentina and Turkey — which they say have failed to uphold their obligations under the Convention on the Rights of the Child, a 30-year-old human rights treaty which is the most widely ratified in history.

Earther: It’s Kids vs. the World in a Landmark New Climate Lawsuit

If the suit is successful, the United Nations would classify the climate crisis as a children’s rights crisis. And more importantly, it would compel Argentina, Brazil, France, Germany, and Turkey—the five countries named in the suit—to work with other nations to forge binding emissions’ reduction targets, a sharp change from current international efforts that have so far basically rearranged the deck chairs on the Titanic.

“This is all wrong, I shouldn’t be up here,” Thunberg said, addressing the General Assembly and shaking with rage. “I should be back in school on the other side of the ocean. You have stolen my dreams, my childhood with your empty words. We will not let you get away with this. Right here, right now is where we draw the line.”

Ich halte Klagen gegen die Verursacher von Treibhausgas-Emissionen für eins der wirksamsten Mittel überhaupt, denn Konzerne und Politik verstehen diese Sprache (neben dem ebenfalls stetig steigenden Druck aus der Finanz- und Versicherungsbranche) am allerbesten.

Eine der prominentesten Klagen ist wahrscheinlich die gegen Exxon wegen ihres mutmaßlichem Klima-Betrugs, deren Verhandlung am 23. Oktober beginnt. Der Konzern wird vom Staat New York angeklagt, da er seit den 80ern von den Folgen der Treibhausgas-Emissionen wusste, die Dokumente unter Verschluss hielt und so die Folgekosten vor seinen Anlegern verschleierte. Die Verschleierungstaktik flog 2015 nach Recherchen von Inside Climate News auf.

Ebenfalls 2015 gewannen Klimaaktivisten in einem historischen Urteil gegen die niederländische Regierung, die daraufhin ihren Klimaschutz verschärfen musste. In Amerika klagen Städte und Counties dutzende Ölfirmen wegen der Folgekosten des Klimawandels und das Bundesverfassungsgericht entscheidet demnächst über die Annahme einer Klage gegen die Bundesregierung aufgrund mangelhaften, grundrechtswidrigem Klimaschutz. Hier ein kurzer Überblick über 8 Klimawandel-Klagen.

Ich wünsche Frau Thunberg und ihren Kollegen viel Erfolg bei ihrer Klage, oder wie David Byrne von den Talking Heads auf seinem Cheerful-Blog treffend formuliert: Sue the Bastards!

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