Illustratoren trollen automatisierten T-Shirt-Spam

Algorithmisch erstellte Shirts auf Print-On-Demand-Plattformen sind nichts neues, es gibt Bots, die aus lizenzfreien Stock-Photo-Bibliotheken hunderttausende Handy-Hüllen generieren, die man sich auf Amazon für nen Zehner klicken kann und ultraspezifische Shirts, die in zehntausenden Variationen von Algorithmen erzeugt werden und mit extrem eng anvisierter Zielgruppe durch targeted Ads auf Facebook verkauft werden. Wenn Erna nach Buxtehude zieht und einen Kanarienvogel hat, sieht sie auf einmal Werbung für ein Shirt mit „Ich komm’ aus Buxtehude und hab ‘nen Vogel“.

Neueste und noch spam-artigere Spielart dieser Algo-Shirts: Bots scannen Twitter nach der Phrase „I want this on a T-Shirt“ und basteln Shirts aus den assoziierten Bildern. Wer also auf die Illu eines Künstlers auf Twitter mit „I want this on a T-Shirt“ antwortet, sorgt dafür, dass Algorithmen seine Zeichnung klauen und kommerziell auswerten. Der neuartige Illu/Shirt-Scam flog auf, als eine Künstlerin gestern ein Experiment auf Twitter durchführte und prompt jede Menge Shirt-Plattformen ihr Fake-Motiv als Shirt listeten.

Waxy: How Artists on Twitter Tricked Spammy T-Shirt Stores Into Admitting Their Automated Art Theft

Yesterday, an artist on Twitter named Nana ran an experiment to test a theory. Their suspicion was that bots were actively looking on Twitter for phrases like “I want this on a shirt” or “This needs to be a t-shirt,” automatically scraping the quoted images, and instantly selling them without permission as print-on-demand t-shirts. Dozens of Nana’s followers replied, and a few hours later, a Twitter bot replied with a link to the newly-created t-shirt listing on Moteefe, a print-on-demand t-shirt service. Several other t-shirt listings followed shortly after, with listings on questionable sites like Toucan Style, CopThis, and many more. […]

The ease of listing products without manufacturing them is how we end up with bizarre algorithmic t-shirts and entire stock photo libraries on phone cases. Even if they only generate one sale daily per 1,000 listings, that can still be a profitable business if you’re listing hundreds of thousands of items.

But whoever’s running these art theft bots found a much more profitable way of generating leads: by scanning Twitter for people specifically telling artists they’d buy a shirt with an illustration on it. The t-shirt scammers don’t have the rights to sell other people’s artwork, but they clearly don’t care.

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