[Klimalinks 15.12.2019] Offshore-Photovoltaik in der Nordsee; neue Klima-Unternehmensberatungen; Warren Buffet pumpt Geld in Energie-Sektor

15. Dezember 2019 14:22 | #Klimawandel #Politik #Protest #Wirtschaft

đŸ€” Die KlimagesprĂ€che in Madrid hielten bis Samstag nacht an, erreicht wurde fast nichts, die meisten Tagesordnungspunkte auf nĂ€chstes Jahr verschoben. Die nĂ€chsten Klimaverhandlungen dĂŒrften nicht mehr so gemĂŒtlich ablaufen und die Proteste dĂŒrfte im kommenden Jahr massiv zunehmen und Aktivisten reden bereits darĂŒber, die kommenden GesprĂ€che zu „seattlen“ und zu „endegelĂ€nden“. Aus Protest gegen die gescheiterten Verhandlungen schĂŒtteten sie einen Haufen Pferdemist vor dem KonferenzgebĂ€ude auf, als Symbol fĂŒr das politische Drecksspiel „which is horseshit“.

Klimareporter: Die Blockade-Meister, Weltklimagipfel droht zu scheitern – Die Stimmung ist gekippt, Viele Überstunden fĂŒr fast gar nichts: „Der Berg kreißt und gebiert eine Maus. Die Klimakonferenz in Madrid hat nur minimale Fortschritte erzielt. Alle wesentlichen Tagesordnungspunkte wurden auf nĂ€chstes Jahr verschoben. Eine Analyse.“
Climate Change News:

đŸ’” Na super, Warren Buffet und fellow MilliardĂ€re investieren in den angeblich unterbewerteten Energiesektor, Buffet ist der weltweit bekannteste Börsenspekulant und ein beinahe religiös verehrter Investor, was er tut hat auf Jahre Signalwirkung.

Einerseits spielt der Energie-Sektor in den nĂ€chsten zehn Jahren sicher eine noch zentralere Rolle als bisher schon in der globalisierten Wirtschaft, in der immer mehr Nationen durch Industrialisierung einen immer grĂ¶ĂŸeren Energiehunger entwickeln. Gleichzeitig sind die Energie-Unternehmen durch die erwarteten Kosten durch klimapolitische Maßnahmen unter Druck geraten. Der Optimist in mir spekuliert nun einerseits darauf, dass die KĂ€ufe von Buffet zu gesteigerten Investments in Forschung und Entwicklung von regenerativen Energien fĂŒhren, da dies fĂŒr Unternehmen durch regulative Maßnahmen schlichtweg gĂŒnstiger ist. Der Pessimist in mir rechnet mit der Erschließung von weiteren Quellen fossiler Brennstoffe und mehr Erdbeben durch Fracking.

🕮 Der Guardian ĂŒber neuartige Unternehmensberatungen, die Business fit fĂŒr die klimatisch bedingte Zukunft machen: ‘How do you transform an entire economy?’ The firm taking on the climate funding problem.

Businesses are under increasing pressure from investors and shareholders to back up claims they are committed to the goals of the Paris agreement. Take BHP, one of the world’s 20 big emitters: it has set a mid-century net-zero emissions target but is yet explain how it will reach it, and plans to invest more in oil and gas than climate solutions. [
] The gap prompted [Martijn Wilder] to leave a guaranteed stable future at [Baker & McKenzie’s global climate law and sustainable-finance practice], where he spent two decades, to set up Pollination, an ambitious – and, he and fellow founder Tony O’Sullivan say, unique – global climate advisory and investment firm.

They say they will work across five areas: infrastructure investment, merchant banking, venture capital, non-profit work and an advisory arm. Two months after starting operation, the client list of their advisory business includes BHP, the World Bank, the Asian Development Bank, New Zealand’s a2 Milk Company and the NSW government.

🖕 Rupert Murdoch says ‘no climate change deniers around ROFL lying prick, someone please laugh this asshole out of the room.

The next day the geologist Ian Plimer proved Murdoch’s doubters correct when he published an opinion piece in the Australian claiming the major pollution in western nations was “the polluting of minds about the role of carbon dioxide”. “There are no carbon emissions,” he wrote. “If there were, we could not see because most carbon is black. Such terms are deliberately misleading, as are many claims.”

🛱 Alaska ist eine der vom Klimawandel am stĂ€rksten betroffenen Regionen der Welt und erlebt bereits jetzt eine ErwĂ€rmung um 4°C gegenĂŒber dem vorindustriellen Level. Gleichzeitig ist es eine der ertragreichsten Gegenden fĂŒr fossile Brennstoffe und die Orte der Ölvorkommen hadern nun mit dieser geophysisch-schizophrenen Situation. Guter Artikel inklusive gruseligem Bild von auftauenden Permafrost-Friedhöfen.

Oil drilling has brought great prosperity to Nuiqsut, but the town’s very foundations are imperiled by oil’s fundamental role in the global economy. In a nation coming to recognize the effects of climate change — and to question the dependence on fossil fuels that drive global warming — the village is caught between a comfortable present and a frightening future.

đŸ”„ Ja geilo! Australia’s bushfires have emitted 250m tonnes of CO2, almost half of country’s annual emissions

📚 Climate change novels allow us to imagine possible futures: Read these crucial seven

🛠 Offshore-Photovoltaik-Anlage geht in der Nordsee ans Netz

👁 The Invisible Pollutant: Tracking How Much Methane West Texas Gas Wells Release

🛠 Guter Überblick ĂŒber den Stand der Technik der Carbon-Sucker: The Earth needs multiple methods for removing CO2 from the air to avert worst of climate change

☝ Why linking climate change with conflict is no simple matter: Research uncovering the individual life experiences of vulnerable people on the ground show that the link between climate and conflict is not simple, nor linear. A destabilizing climate merely adds extra pressure to a great many pre-existing difficulties.

☝ Gutes Interview mit dem grĂŒnen Investor Jochen Wermuth: Klimawandel und Kapitalismus: “Nicht mehr blind dem Markt vertrauen”.

Telepolis: Die Fridays-for-Future-Bewegung fordert einen Systemwechsel. Ist diese Forderung realistisch?

Jochen Wermuth: Ziel muss es sein, dass man nicht mehr blind dem Markt vertraut. Das fĂŒhrt zu monopolistischen Strukturen wie Google, Amazon oder Facebook, die dann auch politischen Einfluss haben. Wir mĂŒssen als BĂŒrger wach sein und der Wirtschaft Schranken setzen.
Ich habe allerdings noch kein besseres System gesehen als das, in dem es unabhĂ€ngige Presse, unabhĂ€ngige Gerichte und eine Exekutive gibt, die von einem Parlament kontrolliert wird. Wir haben in Deutschland schon sehr viele gesunde Komponenten. Wir haben in vielerlei Hinsicht ein gutes System, das jedoch von den Lobbyisten untergraben wird. Banken haben Gesetze mitgeschrieben, die dazu gefĂŒhrt haben, dass man den Bund beim “Cum-Ex Skandal” ausgeraubt hat. Die Regulierung von Emissionen bei Autos diktiert die Automobilindustrie. Das muss aufhören.
Wir brauchen intelligente, durchsetzungsfÀhige Politiker, die einfordern: Wenn man Dreck verursacht, muss man diesen auch bezahlen. Dieses Verursacherprinzip steht auch in der Verfassung der EU, dem Lissaboner Vertrag.

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