Test für Superfarbseher entwickelt: „Stein von Rosetta für Tetrachromaten“

Neues von meinen Lieblingsaugen und den Tetrachromaten, die mit ihnen die Welt ansehen. Herkömmliche Augen haben, vereinfacht dargestellt, zwei unterschiedliche Licht-Rezeptoren im Auge, einen für Kontraste und Hell/Dunkel-Unterscheidung (die Stäbchen), und einen für Farben (die Zapfen). Die wiederum unterscheiden sich in RGB-Farben, es gibt also Zapfen für Rot, Grün und Blau. Daraus setzen wir alle anderen Farben zusammen.

Tetrachromaten haben eine weitere Zapfen-Art, also insgesamt vier, und sind deshalb in der Lage, millionenfach mehr Farben zu sehen, als normale Menschen. Superfarbseher eben, wie etwa Concetta Antico, eine Malerin, die versucht, ihre Tetrachromacy anderen Menschen mit bunten Bildern zu vermitteln.

Diese Tetrachromaten sind äußerst selten, was vor allem daran liegt, dass den meisten Tetrachromaten überhaupt nicht bewusst sein dürfte, dass sie mehr Farben sehen, als andere, schließlich handelt es sich vor allem um sehr viel mehr Farb-Nuancen und sie nehmen keine fundamental anderen elektromagnetischen Wellen dar. Und mir als Einzelperson ist es im Alltag mehr als wurscht, ob ich 500 Rot-Töne unterscheiden kann oder nur 10 – es fällt mir gar nicht auf, weshalb die Ute aus dem Plattenladen mit ihren drölftausend Farben gar nicht auf die Idee käme, sich auf Tetrachromacy testen zu lassen.

Jetzt haben Wissenschaftler anscheinend einen Test für Tetrachromaten entwickelt und wir dürften schon sehr bald neue Erkenntnisse über die Farb-Mutanten gewinnen. Bislang sind nur weibliche Tetrachromaten bekannt und Wissenschaftler spekulieren darauf, dass vor allem Frauen diese genetische Mutation entwickelten, um Krankheiten bei Kleinkindern schneller wahrzunehmen. Bald wissen wir mehr.

The Tetrachromacy Rosetta Stone [Psychology Today]

What are the evolutionary advantages of tetrachromacy? It is believed that a tetrachromat woman could spot early signs of fever in a baby by the slightest flushing of the skin. She could also spot changes in another person’s skin tone signaling emotion. Dr. Patten says, in a modern and more urgent application, that tetrachromats could possibly spot those infected with coronavirus at the earliest stages.

“People with color blindness were used in World War II and Vietnam to spot enemy camouflage,” he explained. “Embracing the differences of tetrachromacy could yield similar advances. A few recent studies have shown that people are better than chance at distinguishing between ill and well faces, possibly based on coloring. It might be the case that tetrachromats are even more sensitive to this coloration difference. As the world is currently dealing with the Wuhan coronavirus outbreak, an early detection method would be key to controlling the spread of the virus and saving lives. Tetrachromacy could hold the key to such technology.”

Megan Arquette believes this is entirely possible, given her personal eyesight. “Years ago, before I worked as an interior designer, I worked on set as a makeup artist. It was crucial to get the skin tones perfect. Having the ability to see the parts of the sum of a color was invaluable. Not only was I able to see the subtle nuances in a person’s skin tone, but also the color break down of the makeup and how it worked with the temperature of the lighting and the surrounding throws of color that the set and clothing provided.”

And she points out that nature has more colors than manufactured things made mostly by people with three cone classes. I agree.

“For me, organic things such as nature and even skin tone, have a much more varied color makeup than man-made items. The colors almost seem to be in constant motion when I stop and study the subject. This has been interesting as I’ve been able to identify that someone is not feeling so great before they tell me. I literally see greens and grays in the skin tone, like the ones you see in cartoons, when someone is under the weather.”

Susan Hogan says she easily notices the yellow tones on the skin of people with liver disease and finds the flush of fever, particularly in children, “easily identified.”

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