MDR photoshoppt Hitler-Attentäter aus Protest-Transparent

Ein Mitarbeiter des ARD-Senders MDR hat in der Berichterstattung über eine Demonstration gegen Rechtsextremismus in Dresden ein Transparent verfälscht und ein Signet der Antifa mit Hitler-Attentäter Georg Else gezielt aus einem Foto retuschiert. Der MDR meint dazu in einem Statement:

“Wir hätten aus redaktioneller Sicht diese Bearbeitung nicht geduldet.” Journalistisch gesehen ist inhaltliches Manipulieren von Fotos oder Videos in Berichten unzulässig.

Der MDR kommentierte weiter, es handele sich um einen „Fehler in der Bildbearbeitung“ und der Grafiker hätte das Bild so zu bearbeiten versucht, „dass es in den dafür vorgesehenen Rahmen passte“. Laut Redaktion wurde der Vorfall „mit dem Grafiker ausgewertet“.

Ich kenne mich mit Bildbearbeitung sehr gut aus und bin Photoshop-Profi. Das ist Bullshit. Das Signet kann nicht durch einen versehentlichen Klick verschwinden und es kann auch nicht durch Magic ein Schatten dahinkommen, wo grade eine weiße Fläche hingemalt wurde. Das muss jemand manuell einarbeiten, selbst wenn die Arbeit so schlampig und amateurhaft ist, wie in diesem Fall.

Den Rahmen gibt die Videoschnittsoftware vor, in die ganz herkömmliche Bilddateien importiert werden, das Signet auf dem Original-Foto wäre im Anschnitt verschwunden und hätte (im Gegenteil zur Aussage des Grafikers) einen guten Kontrast zur Schnittlinie gebildet. Darüber hinaus handelt es sich natürlich um eine inhaltlich verfälschende Arbeit, was der Grafiker gewusst haben muss, sofern es sich nicht um einen Schülerpraktikanten handelt. Ein „Fehler in der Bildbearbeitung“ ist das nicht, sondern eine ganz klare Medien-Manipulation eines mutmaßlich rechten Mitarbeiters.

Kein Wunder, dass die AFD und ihre Lemminge ständig etwas von „Staatsfunk“ faseln, die kennen sich mit Propaganda und Medienmanipulation schließlich hervorragend aus.

Und weil Fefe fragt: „was für redaktionelle Anlässe wären das denn, wenn ich fragen darf?“ Zu Illustrationszwecken könnte ein solches Foto auch stark bearbeitet werden, im TV etwa als Hintergrund für Bühnenbauten, als illustrativer Schmuck in längeren Artikeln, als Symbol-Grafik etc. All das können „redaktionelle Anlässe“ sein, um ein Foto gezielt zu bearbeiten. Diese grafischen Arbeiten unterscheiden sich aber prinzipiell von der sogenannten Bildberichterstattung im Nachrichtenjournalismus. Aber selbst dann hätte die Löschung ausgerechnet eines Bildes des Hitler-Attentäters aus ausgerechnet einer Anti-Fascho-Demo nicht nur ein komisches Geschmäckle.

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