2. Juli 2018

Keyboard-Seehofer spielt Radioheads Creep

Seehofer macht einen auf Keyboard-Cat, eine der unterhaltsameren Memes zum nicht-unterhaltsamen Machtpoker in Berlin. Frau Blitzkrieg und die Creep-Lyrics gewinnen mit einigem Abstand. (Mein… Gib mir den Rest, Baby!

Seehofer hat gewonnen 😶

Seehofer hat sich „in allen Punkten“ durchgesetzt und mit Österreich eine mitteleuropäische (rechte) Lösung für „illegale Migration“ gefunden mit Transitzentren an der deutsch-österreichischen Grenze „für Asylbewerber, die bereits in einem anderen EU-Land registriert sind, von wo sie „direkt in die zuständigen Länder zurückgewiesen werden“.

1. Ist ja auch so'n deutscher Trump-Moment, so ein bisschen jedenfalls.

2. Ich bin gespannt, was Italien und Griechenland zu der Einigung sagen.

3. Übernehmen wir da den Job von Österreich und verdienen über die Rückführungen beider Länder? Welche Unternehmen sind da unter Vertrag?

4. Mit Fluchtursachen hat diese Lösung offensichtlich nichts zu tun, gleichzeitig werden Seenotrettungen kriminalisiert, dabei gebieten sie die Menschenrechte.

5. Ich lese gerne Zeitgeist an Zeitschriftentiteln ab und die Zunahme an Militärtiteln, Real Crime und Mags wie „Kommando International Special Operations Magazine“ bereiten mir mehr Sorge, als alle Seehofers der Welt.
Ich grusel mich selten, aber grade beim Einkaufen durchaus sehr, denn Seehofer ist der Verkäufer einer Stimmung, die nicht erst seit gestern kippt und grade am Zeitschriftenmarkt und da grade im Trash, am Schlechten, am pop-esoterischen, übersteigerten und im rechten Fall gefährlichen Rotz – kann die superinformierte Internet-Bubble ablesen, wo es hingeht.

Die Verkäuferin so auf Nachfrage, ob die Scheiße sich verkauft und seit wann das so ist: „Verkauft sich wie blöde, seit circa 'nem einem Jahr“. I see a bad moon rising.

6. Tja. Keyboard-Seehofer spielt My Way, oder so. 😔

29. April 2018

Markus Söder wundert sich über Kirchenkritik an Kruzifix-Beschluss

Söder fickt sich mit seiner eigenen Aussage und entlarvt seinen Grundgesetzverstoß: „Und manchmal wundere ich mich sogar, dass dies aus kirchlichen Kreisen kommt. Denn da wär mir ehrlich lieber, man würde sich zum eigenen Kreuz bekennen, man würde sich zum Symbol der eigenen Religion dazustellen, anstatt es kritisch zu hinterfragen.“

spOnline: Markus Söder wundert sich über Kirchenkritik an Kruzifix-Beschluss

Zunächst ist das Kreuz also ein kulturelles Symbol und kein religiöses, denn dann würde es ja gegen das Neutralitätsgebot verstoßen. Sobald sich aber Kritik laut macht, grade auch aus Kirchenkreisen, wird es doch zum religiösen Symbol, dass doch grade die Religiösen bitte nicht im politischen Kontext hinterfragen sollen, in den es eben nicht gehört oder eben doch, so ganz ist mir Söders Linie hier nicht klar. Ihm selbst wohl auch nicht, denn der wollte nur ein bisschen Identitär spielen. Idiot.

26. April 2018

Bayern: CSU nennt Kruzifix-Kritiker "Religionsfeinde"

CSU: "Bei den Kritikern haben wir es mit einer unheiligen Allianz von Religionsfeinden und Selbstverleugnern zu tun", sagte Generalsekretär Markus Blume. "Wer ein Kreuz aufhängt, legt damit ein Bekenntnis ab und muss sich nicht rechtfertigen", wird Blume von den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zitiert.

Link: Bayern: CSU nennt Kruzifix-Kritiker "Religionsfeinde"

„Wer ein Kreuz aufhängt, legt damit ein Bekenntnis ab“: Blume hat damit exakt Recht und exakt deshalb ist das Kreuz-Gesetz der Bayern verwerflich und meines Erachtens auch grundgesetzwidrig: Ein Amt hat kein Bekenntnis zur Kirche und zum Christentum abzulegen, sondern zum Grundgesetz. Darüberhinaus haben es ausgerechnet die jungen Katholiken und Evangelische Jugend verstanden (siehe Artikel), dass dieses Symbol ausgrenzt, was sich einem Amt aus bürgernähe alleine bereits verbietet. Die Aktion ist reiner Narzissmus der CSU.

Außerdem kann ich Herrn Blume gerne mal ein paar Theorien zu Mythologie, Fiktion und Religion vorstellen, die weit stichhaltiger sind, weit wissenschaftlicher begründet als sein ahnungsloses „Religionsfeind“-Geschwafel und die genau deshalb den Kritikern Recht geben würden.

Ich fürchte aber, Blume will tiefere Erkenntnisse zu Religion und Mythologie nicht verstehen, sondern er fühlt sich in seiner Ehre als Leser des ältesten Fantasy-Romans der Welt gekränkt. Ein dummer Fanboy einer uralten Meme, der Blume, mehr nicht. Leider hat er Macht.