2. August 2018

Leere Flaschen für Fake-Lifestyle-Influencer

Zwei Items zum Stand der Fake-Lifestyle-Influencer-Industrie:1. DailyMail (I know): How crafty bloggers are forking out up to £20 a time for EMPTY bottles from trendy luxury brands - to make it… Gib mir den Rest, Baby!

Von linksidentitärer und rechtsidentitärer Verhandlungsverweigerung

Ein Gedanke, den ich neulich in einem FB-Kommentar äußerte und den ich mir für die Zukunft aufheben möchte:

Linke wie rechte Identitätspolitik geht von fixen Identitäten aus. Im Fall der linken IDP zählt alleine die Zugehörigkeit zu einer Minderheit, in der rechten IDP alleine die Zugehörigkeit zu einer Nation.

Linke Identitätspolitik geht oft davon aus, das Bestimmungsrecht für Identität läge alleine und ganz alleine beim Individuum selbst (was im Extremfall politische Beachtung von Wahnvorstellungen wie Therianthropie zur Folge hat). Rechte Identitätspolitik geht dagegen oft davon aus, identitäres Bestimmungsrecht läge alleine und ganz alleine bei der Gesellschaft.

Der Streit um Identitätspolitik liegt in meinen Augen in einer Fixierung auf einer von zwei gültigen Definitionen des Konzepts:

Iden·ti·tät (idɛntiˈtɛːt,Identitä́t) Substantiv, feminin [die]

1a. Psychologie: als „Selbst“ erlebte innere Einheit der Person, „seine Identität finden, suchen“.
1b. Echtheit einer Person oder Sache; völlige Übereinstimmung mit dem, was sie ist oder als was sie bezeichnet wird „jemandes Identität feststellen, klären, bestreiten, bestätigen“.

Die Linke fokussiert auf 1a, die Rechte auf 1b.

Diese Fokussierungen sind fatal, vor allem in einem expressiven Psychobaukastenmedium wie dem Internet, denn Identität ist grundsätzlich eine Verhandlung zwischen Individuum und Gesellschaft. Niemand bestimmt seine eigene Identität alleine und keine Gesellschaft weist einem Individuum eine fremdkonstruierte Identität zu.

In anderen Worten: Niemand ist alleine ein schwuler, transsexueller Muslim, sondern auch Nachbar und Mitbürger. Und niemand ist alleine Nachbar und Mitbürger, sondern auch ein schwuler, transsexueller Muslim. Die Identität des Individuums ist eine Verhandlung zwischen diesen beiden Extremen.

Was übrigens die interessante Frage aufwirft: Hat ein Einsiedler eine Identität? Eigentlich nein, denn ein Eremit bietet keinerlei Verhandlungsspielraum, abgesehen für die beiderseitig festgestellte Identität als Einsiedler (was ja nun in sich wiederum eine Verhandlung ist, wenn auch in Gestalt einer Lebensentscheidung).

1. August 2018

Time keeps on slipping into the Future

Ich vergleiche gerne die Wahrnehmung des Alters kultureller Ausdrücke in bestimmten Zeitabschnitten, also ob wir, zum Beispiel, einen Song zu einem bestimmten Zeitpunkt als „alt“… Gib mir den Rest, Baby!
30. Juli 2018

Permanent Filter-Clashes

Bernhard Pörksen von der NZZ über die neue digitale Allsichtbarkeit aller Akteure, die im Zusammenspiel mit Filterblasen zur konstanten Reibung und Entzündung des Diskursraums führt: Die Theorie der Filterblasen ist nicht länger haltbar – Wir leiden bereits unter dem Filter-Clash.

Das Zeitalter der Vernetzung ist das Zeitalter des permanenten Filter-Clash, des Aufeinanderprallens von Parallelöffentlichkeiten und Selbstbestätigungsmilieus. Dies zeigt sich, wenn auf Twitter, dem Nachrichtenkanal für jedermann, in einem einzigen Gesprächsfaden die unterschiedlichsten Positionen sichtbar werden. Und das wird im Falle von Extremereignissen erlebbar, die auf der Weltbühne des Netzes zum grossen Drama explodieren. […]

Wie sollte man damit umgehen? Manche wollen in einer solchen Situation der allmählichen Überhitzung von Kommunikation die Idylle wieder zurück, den geistigen Frieden des Nichtsehens, der doch unter vernetzten Bedingungen kaum noch zu haben ist. Ich selbst meine, dass es schon ein erster Schritt in Richtung einer neuen Aufklärung sein könnte, das Theoriebesteck sorgfältiger auszuwählen, mit dem man die erlebbare Polarisierung ganzer Gesellschaften analysiert. Debattiert man über die Macht von Algorithmen, letztlich über die Dominanz der Maschine über den Menschen, negiert seine Autonomie und damit die Fähigkeit zum verantwortlichen Handeln?

Oder erkennt man an, dass hinter alldem der Mensch steckt, mit seinen Interessen, seinen grossen und kleinen Ideologien, seinen Vorurteilen und seinen selbstgeschaffenen Filterblasen, die in einer vernetzten Welt auf immer andere Filterblasen prallen?

Ich behaupte, dass eine neue Meme-Theorie in Verbindung mit einer spezialisierten Netz-Psychologie dieses humanistische theoretische Werkzeug schaffen kann, in dem sie menschliches Verhalten in den digitalen Räumen nach narrativen und psychologischen Grundsätzen beurteilt und erklärt.

Digitale Medienkompetenz als neuer Pfeiler klassischer Bildung

Der britischen Parlamentsausschusses fordert in einem neuen Bericht (PDF) zu Fake News und den gesellschaftlichen Auswirkungen von Social Media neben mehr Verantwortung der Plattformen und juristischen Frameworks auch die Einführung von digitaler Medienkompetenz als vierten Pfeiler der Schulbildung in den klassischen Kulturtechniken (neben Lesen, Schreiben und Mathematik). Letzteres sehe ich ähnlich, bei neuen juristischen Frameworks für „Fakes auf Plattformen“ bleibe ich skeptisch und sehe eine große Gefahr der Einschränkung von Freiheitsrechten aller Art. (via Ingrid Brodnig)

Hier die Stelle im Bericht über Digitale Medienkompetenz, deren letzter Absatz ziemlich genau wiedergibt, was durch das Netz auf dem Spiel steht: Wahrheit, die öffentliche Wahrnehmung der Realität, Macht und praktisch jeder einzelne Aspekt der Gesellschaft. Infrage gestellt wird das alles durch banale psychologische Mechanismen wie Confirmation Bias in Filterblasen und die mittlerweile verfestigte Netz-Konstante „Shitstorm“ ist lediglich das Symptom dieser immer weiter voranschreitenden Tribalisierung durch diese Mechanismen, verstärkt durch Vernetzung und Social Media.

234. The point of social media is to interact with other people, and to share ideas. Dr Caroline Tagg, from the Open University, carried out research that showed that people use Facebook to maintain social relationships, and to many people Facebook was not seen as a news media site, but “a place where they carry out quite complex maintenance and management of their social relationships”.

235. Within those social relationships, people tend to connect and want to spend time with others who share their same views and interests, which is when the spread of misinformation can happen so quickly. Professor Lewandowsky, from the University of Bristol, told us about an Australian study on climate change:

Only 8% of people were found to completely negate the idea that the climate is changing but those 8% thought that their opinion was shared by half the population and that was because they were all in this echo chamber and talked to each other and felt their opinions confirmed. I think that is a novel problem that is inherent to the technology. That people think, whatever they think, everybody else thinks the same way.

236. This dependency and reliance on social media comes with worrying consequences, as Tristan Harris told us:

There are many different issues emerging out of the attention economy. The externalities range from public health, addiction, culture, children’s well-being, mental well-being, loneliness, sovereignty of identity and things like that to election democracy, truth, discernment of truth and a shared reality, anti-trust and power. There are multiple issues. There are even more, because when you control the minds of people, you control society. How people make sense of the world and how they make choices are what ID is, and that can affect every aspect of society.

23. Juli 2018

Extrapolating Deepfakes – Rendering the Truth

Schöner Vortrag von Sjef van Gaalen am Impakt Center for Media Culture in Utrecht über eine spekulative Zukunft von Deepfakes und den sich bereits abzeichnenden Kollaps der… Gib mir den Rest, Baby!

Comedy und die illiberale Linke

Guter Clip über Comedy auf amerikanschen Universitäten. Vice News schwenkt sein Fähnchen zwar mal wieder, diesmal in den Wind gegen die Illiberale Linke, was wohl (auch) dem EInfluss von Bill… Gib mir den Rest, Baby!

Paper: Fälschungssicheres Lebens-Logging auf der Blockchain als „Versicherung“ gegen Deepfakes

Paper über die Implikationen von Deepfakes von den Jura-Profs Bobby Chesney und Danielle Citron. (Hier noch ein leider eher oberflächliches Meinungsstück über das Paper im Guardian.)

Aus dem Inhaltsverzeichnis, die sich abzeichnende Dystopie:

Harmful Uses of Deep-Fake Technology

1. Harm to Individuals or Organizations
a. Exploitation
b. Sabotage

2. Harm to Society
a. Distortion of Democratic Discourse
b. Manipulation of Elections
c. Eroding Trust in Institutions
d. Exacerbating Social Divisions
e. Undermining Public Safety
f. Undermining Diplomacy
g. Jeopardizing National Security
h. Undermining Journalism
i. Beware the Cry of Deep-Fake News

Was in der Aufzählung fehlt: Auswirkung von Weltrezeption, die Deepfakes enthält und niemals als gesichert wahrgenommen werden kann, auf das menschliche Denken. Das aber nur am Rande.

Im Paper evaluieren sie Lösungen, angefangen bei banalen Klagen gegen Plattformen und Deepfake-Macher bis zu sogenannten „Immutable Life Logs“ – übersetzt etwa „fixierte Lebenslogs“ – als Alibi-Service. Sowas wie quantified Self auf Steroids mit kompletter Aufzeichnung aller Aktivitäten des Individuums, die als Deepfake-Versicherung verschlüsselt in einer Blockchain liegt.

Die gehen in dem Paper davon aus, dass solche „Reputations-Versicherungen“ für potenzielle Deepfake-Opfer vor allem für Politiker und Promis interessant wäre, aber bereits jetziges Trolling zeigt, dass niemand vor Fakes sicher ist. Fälschungssicheres Lebens-Logging auf der Blockchain als Gegengift zum Realitätskollaps für alle. Sicher auch geil für die chinesische Regierung, was die Kehrseite der Medaille wäre. Interessante Zeiten etc.

Paper: Deep Fakes: A Looming Challenge for Privacy, Democracy, and National Security (PDF)

Abstract: While deep-fake technology will bring with it certain benefits, it also will introduce many harms. The marketplace of ideas already suffers from truth decay as our networked information environment interacts in toxic ways with our cognitive biases. Deep fakes will exacerbate this problem significantly. Individuals and businesses will face novel forms of exploitation, intimidation, and personal sabotage. The risks to our democracy and to national security are profound as well.

Our aim is to provide the first in-depth assessment of the causes and consequences of this disruptive technological change, and to explore the existing and potential tools for responding to it. We survey a broad array of responses, including: the role of technological solutions; criminal penalties, civil liability, and regulatory action; military and covert-action responses; economic sanctions; and market developments. We cover the waterfront from immunities to immutable authentication trails, offering recommendations to improve law and policy and anticipating the pitfalls embedded in various solutions.

Aus dem Paper: Gib mir den Rest, Baby…

Die neue geile Frust-Maschine

Martin Hecht in der FR über das neue geile Internet als Frustmaschine mit Populismuskonsequenz: Internet – Der Anschlag auf den Selbstwert.

Protestpopulismus ist die Antwort der materiellen, aber vor allem auch symbolischen Verlierer des Internetzeitalters, die nicht teilhaben an den Glückswelten der Internetära. Es sind am Ende die Nichtwahrgenommenen, die nicht top oder gar nicht „geratet“ sind, die Unvermessenen, die digital Verschmähten, die zu AfD-Wählern werden: Ihr Protest gegen die Ignoranz, die ihnen widerfährt, entspringt der Trauer und Wut, die sich, angestaut zu einem ganzen Groll auf ein System, das ihnen etwas vorenthält, nun im Wahlverhalten entlädt.

22. Juli 2018

The Big Flat Now

Vor gefühlten hundert Jahren schrieb ich hier irgendwo, „we made grey goo, now what“. Im Text, der dieser Stelle voranging, beschrieb ich das Netz als den ultimativen Erfüllungsgehilfen der… Gib mir den Rest, Baby!
21. Juli 2018

LA Review of Books: The “Intellectual Dark Web” Is Nothing New

Interessanter Artikel über die politische Einordnung des „Intellectual Dark Web“. Alleine, der Text lässt die Wirkung von Social Media und Memetik auf Political Correctness und die dadurch verstärkten Phänomene vermissen, weshalb die Headline eher unzutreffend ist. Dennoch lesenswert.

Link: https://lareviewofbooks.org/article/the-intellectual-dark-web-is-nothing-new/#!

Recognizing that these dark web ideas are conservative might also help clear up space for people on the left of center who might share some criticisms of political correctness or campus activism without indulging the right-wing implications of these ideas. Many people across the political spectrum recognize that political correctness and its variants are not meaningless terms. It is no surprise that college students often experiment with activist projects that push the boundaries of liberal norms, and the members of the intellectual dark web are not the only people to have worried about the implications of some student rhetoric.

In the 1990s, left and progressive thinkers including Richard Rorty, Cornel West, and Edward Said made clear their reservations about certain activist tactics, and articulated positions in line with the same universalist values neoconservatives claimed as their own. Today, magazines like Current Affairs dedicate much of their content to debunking the claims of dark web figures while also addressing the limited effectiveness of “social justice warrior” politics. Treating the beliefs of the dark web as politically conservative views, rather than a sort of transpolitical meta-position — that is to say one critique of political correctness among others, albeit an extreme one — could do much to bring these sorts of left alternatives into the public debate.

20. Juli 2018

State Sponsored Trolling gone global

Spätestens mit dem Erfolg der russischen Trolle im Weißen Haus wollen alle ein Stück vom Harraszment/Disinformations/StochasticTerrorism-Kuchen abhaben, vor allem natürlich Politiker. Das… Gib mir den Rest, Baby!

Jungle World: Die Gender-Gang beschützt eine Schwester

Es ist nichts neues, dass sich die Linke intern gerne streitet, aber anscheinend haben das viele der Feminismus-Kritiker vergessen. Hier mal ein Beispiel einer fetten Watsche an den Tribalism der feministischen Elite-Academia. Link: https://jungle.world/artikel/2018/29/die-gender-gang-beschuetzt-eine-schwester

Der jahrzehntelange Kampf linker Poststrukturalisten gegen alles, was mit Struktur, Vermittlung und Universalität zu tun hat, trägt Früchte. Bei dem voreiligen Beharren auf der Unschuld Ronells gibt es, das wird hier augenfällig, keinen Platz mehr für das vermeintliche Opfer. Mit dem Eintreten für die angegriffene Kollegin, ohne jede Kenntnis der Vorgänge, erklärt ein signifikanter Teil linker Akademiker ihren politischen Bankrott.

17. Juli 2018

Fakebook: Browser for Russias targeted Troll-Ads

Schönes Tool der Datenvisualisierer von Fathom, um die russischen Facebook-Anzeigen nach Keywords zu sortieren und so die Überschneidungen der anvisierten Interessen herauszuarbeiten:In late… Gib mir den Rest, Baby!
16. Juli 2018

Film Critic Hulk: Don’t feed the trolls, and other hideous lies

Film Critic Hulk über den nicht vorhandenen Unterschied zwischen „Trolling“ aka Viraleffekte einkalkulierender Missbrauch aka die Vorläuferform von Stochastic Terrorism. Hervorhebungen von mir. Ich kenne ein paar Menschen, die sollten diesen Text sehr genau lesen und nur ein paar davon gelten öffentlich als Trolle.

Link: https://www.theverge.com/2018/7/12/17561768/dont-feed-the-trolls-online-harassment-abuse

The truth is that all trolling, whether we admit it or not, has a meaning and a target. You are inherently saying, “This subject is worthy of mockery,” which is exactly why John Oliver’s specific brand of trolling stunts have such laser-targeted focus. He takes on bureaucratic institutions, high-powered tyrants, homophobia, and social issues in an approach that embodies the very definition of “punch up” in comedy. It also reveals the core problem of trolling that so much of the online world wants to ignore. It is inherently an act of satire, something that comes with real targets and real responsibility. But the core intent of trolling is the opposite: it’s not just to provoke, but to run away from the responsibility of the joke itself.

A Twitter follower reminded me of a line in the famous parable from Bion of Borysthenes: “Boys throw stones at frogs in fun, but the frogs do not die in fun, but in earnest.” Defenders of trolling insist it’s all just a joke, but if trolling is inherently designed to get a rise out of someone, then that’s what it really is. In many cases, it is designed to look and feel indistinguishable from a genuine attack. Whether you believe what you are saying or not is often immaterial because the impact is the same — and you are responsible for it, regardless of how funny you think it is. It is a lesson kids learn time and time again on the playground, and yet, it is ridiculously difficult for people to accept the same basic notion in online culture, no matter their age. Why is that so? Because those are the social norms that develop when you create a culture where everything is supposed to be a joke.

It’s no accident that the corners of the internet that subscribe most deeply to this idea are also the most openly miserable. While some clearly use “joking” as a justification for abuse or even violent threats, there’s little larger comprehension or interest among huge swathes of internet culture about how satire, irony, or intent actually function, much less in the distinction between what they consider “trolling” and actual abuse.

15. Juli 2018

James Bridle @ TED: The nightmare videos of childrens' YouTube — and what's wrong with the internet today

James Bridle fasst auf der TED-Konferenz noch einmal seinen 2017er Text „Something is wrong on the internet“ über ein Youtube-Phänomen über algorithmisch generierte Videos voller verstörender… Gib mir den Rest, Baby!
10. Juli 2018

We are all public figures now

Ella Dawson über eine der creepiest Viral-Storys 2018: We are all public figures now.Gibts auch als Sort-Of-Kurzversion in diesem Twitter-Thread: „This is being shared around like it’s… Gib mir den Rest, Baby!

Tina Uebel: Der große Verlust (der Kreativität durch Political Correctness)

Guter Text von Tina Uebel über den Verlust von Kreativität durch übergriffige Politische Korrektheit durch illiberale Linke.

Ich schreibe einen Antarktis-Expeditionsbericht, habe darin einen kleinen frotzelnden Originaldialog zwischen mir und meinem Zeltpartner: Des Abends, beim Hineinwursteln in ein Minizelt, führen wir Schatz-wie-war-dein-Tag-Dialoge, ich die Hausfrau, er heimkommend aus dem Büro, er fragt nach dem rumänischen Kindermädchen, ich antworte, Schatz, du weißt doch, das haben wir an einen Mädchenhändlerring verkauft, er bedauert das, ich sage, Schatz, du weißt, wir brauchten das Geld für deine Kaution.

Drama im Lektorat. Weswegen ich unbedingt politisch unkorrekt sein muss; ich sage, das ist nicht un-PC, sondern ein kleiner schwarzhumoriger Anflug in einem Dialog. Lektorat: Man macht keine Witze über schlimme Dinge; ich: Doch, das ist die Definition von schwarzem Humor. Lektorat: Das sei zu heikel, und es komme doch für die Story nicht drauf an; ich: Wenn alle immer nachgeben, folgt der schwarze Humor dem Weg des Dodos. Kompromissvorschlag aus dem Lektorat: Ich könne doch schreiben, das polnische Kindermädchen habe das Auto geklaut und sei damit abgehauen. Ich: Das sei jetzt weder schwarzer Humor noch Ironie oder Sarkasmus, sondern ein seit Dekaden abgestandenes Ressentiment; außerdem erkläre ich, wie sich hier das Objekt des Scherzes verschiebe: In dem einen Fall skizzierten wir uns als ein spießig-fieses Gangster-Ehepaar, im anderen bashten wir Polen – was mir nicht in den Sinn käme. Fazit Lektorat: Schwarzer Humor sei nur da akzeptabel, wo er hingehöre, zum Beispiel in der Satirezeitschrift Titanic oder in einem Sachbuch über Mädchenhandel.

Uebel berührt in ihrem Text einen der Kernpunkte der Debatte: Anscheinend hat die (identitäre) Linke in den letzten Jahren eine ungesunde Obsession mit „kultureller Repräsentation“ entwickelt und verliert dadurch das Gefühl für Abstraktion und Metaphorik in Sprache und kulturellem Ausdruck. Jegliche Äußerungen werden auf reinen Wortsinn untersucht und man ergeht sich in einer reinen Checklist für Wortgebrauch („kein N-Wort: check, keine Rassismen: check“), Kontexte (wie etwa „Fiktion“ oder „Satire“) werden dabei von einer kleinen, aber lautstarken Minderheit (eben die illiberal Left) weggewischt mit dem Verweis auf eine neue „Pflicht“ von Text, jegliche Identität zu repräsentieren.

Trotzdem beherrscht die Empörung dieser Minderheit die Debatte – was per se nichts dramatisches wäre. Jeder hat das Recht, auf Twitter Blut und Galle zu kotzen, wenn ihr etwas nicht passt, und sei es nur ein Wort in einem Buch. Das Problem ist nicht die Existenz einer illiberalen Minderheit innerhalb der Linken, sondern die Psychologie des Menschen im Netz, die diese Empörung zum Maßstab für die komplette Debatte macht und damit eine Outrage-Spirale erzeugt, in der die eine Hälfte ob der Freiheit des Individuums nur noch in schlimmsten, „ironisch gemeinten“ Rassismen kommuniziert – I'm looking at you, Siffs – und die andere ob der Tyrannei der „Trolle“ jegliche ambivalente Wortmeldung seziert. Und unterbrechen lässt sich dieser Kreislauf nicht aus dem einfachen Grund des Eternal September, der schlichten Tatsache, dass Netz-User fluktuieren und immer jemand provozieren und verbieten wollen wird. Das Netz erzeugt seine eigene Outrage-Spirale, ein in sich geschlossener Prozess, powered thru human Psyche.

Die einzige Lösung, die mir in drei Jahren Nachdenken über diese Outrage-Spirale bislang eingefallen ist, sind „öffentliche, intellektuelle Fight-Clubs“, durchgeführt im Real Life auf einer Bühne, veröffentlicht als Youtube-Debatte, wobei ich mir nicht sicher bin, ob die nicht einfach nur noch mehr Öl ins Feuer gießen würden. Aber die Alternative – der Rückzug des Individuums aus den kulturkriegverseuchten, von Tribes beherrschten Online-Welten – erscheint mir schlichtweg nicht machbar.

Jedenfalls: Guter Text von Tina Uebel --> Political Correctness: Im Wunderland der Korrektheit

2. Juli 2018

Studie: Radikale Islamisten rhetorisch gemäßigter als Nazis

Welt.de: Studie entdeckt Gemeinsamkeiten zwischen Islamisten und Neonazis: „Für eine Studie wurden zwischen 2013 und 2017 mehr als 10.000 extremistische Posts in sozialen Medien untersucht. Das Ergebnis: Islamisten und Neonazis haben viel gemeinsam. Allerdings sei die Rhetorik der Islamisten 'deutlich gemäßigter'.“

Hier die Studie: Hassliebe: Muslimfeindlichkeit, Islamismus und die Spirale gesellschaftlicher Polarisierung (Forschungsbericht des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft und dem Institute for Strategic Dialogue // Maik Fielitz, Julia Ebner, Jakob Guhl, Matthias Quent, Jena/London/Berlin 2018)

1. Juli 2018

Weniger Ismen erzeugen eine gesteigerte Ismen-Wahrnehmung

In einem Paper unterzogen ein paar Psychologen ihre Probanden einem interessanten Experiment: Einer Menge blauer und lila Punkte sollte den Kategorien „sehr blau“ und „sehr lila“ zugeordnet… Gib mir den Rest, Baby!

James Bridle on Known Unknowns

Another excerpt from Sam Bridles book New Dark Age: Technology and the End of the Future about „Known Unknowns“: https://harpers.org/archive/2018/07/known-unknowns/
Amazon-Partnerlink: https://amzn.to/2tSJnve

Machines are reaching further into their own imaginary spaces, to places we cannot follow. After the activation of Google Translate’s neural network, researchers realized that the system was capable of translating not merely between languages but across them. For example, a network trained on Japanese–En­glish and En­glish–Korean text is capable of generating Japanese–Korean translations without ever passing through En­glish. This is called zero-shot translation, and it implies the existence of an interlingual representation: a metalanguage known only to the computer.

In 2016 a pair of researchers at Google Brain decided to see whether neural networks could develop cryptography. Their experiment was modeled on the use of an adversary, an increasingly common component of neural network designs wherein two competing elements attempt to outperform and outguess each other, driving further improvement. The researchers set up three networks called, in the tradition of cryptographic experiments, Alice, Bob, and Eve. Their task was to learn how to encrypt information. Alice and Bob both knew a number—a key, in cryptographic terms—that was unknown to Eve. Alice would perform some operation on a string of text and send it to Bob and Eve. If Bob could decode the message, Alice’s score increased, but if Eve could also decode it, Alice’s score decreased. Over thousands of iterations, Alice and Bob learned to communicate without Eve cracking their code; they developed a private form of encryption like that used in emails today. But as with the other neural networks we’ve seen, we can’t fully understand how this encryption works. What is hidden from Eve is also hidden from us. The machines are learning to keep their secrets.

Isaac Asimov’s three laws of robotics, formulated in the Forties, state that a robot may not injure a human being or allow a human being to come to harm, that a robot must obey the orders given it by human beings, and that a robot must protect its own existence. To these we might consider adding a fourth: a robot—or any intelligent machine—must be able to explain itself to humans. Such a law must intervene before the others. Given that it has, by our own design, already been broken, so will the others. We face a world, not in the future but today, where we do not understand our own creations. The result of such opacity is always and inevitably violence.

30. Juni 2018

Oppression Obsession

Jonathan Pie sums up the stupidity of our time: „Stop politicising my dumplings.“

21. Juni 2018
19. Juni 2018

Gegen die Macht der Internetgiganten

Sahra Wagenknecht, Fabio de Masi und Thomas Wagner über den Aufbau von öffentlich getragenen Plattformen und einer alternativen digitalen Infrastruktur als Gegengewicht zu internet-inhärenten Monopolisierungstendenzen (vgl soziale Gravitation, Winner takes it all usw).

Die Beschränkung des Zugangs zum Markt für öffentliche Institutionen ergab in nicht-digitalen Zeiten durchaus Sinn, der neoliberale Grundgedanke aber ist heute angesichts faktisch global agierendender Data-Trader (wie Facebook) in einer eben realiter *nicht* global regulierten Welt nicht weiter haltbar.

Der Aufbau internationaler, öffentlich getragener Plattformen wäre ein erster Schritt in eben diese tatsächlich globalisierte Welt. Let's do it.

Link: http://www.fr.de/politik/meinung/gastbeitraege/gastbeitrag-gegen-die-macht-der-internetgiganten-a-1523452

18. Juni 2018

Sam Bridle about The New Dark Age

Über das Buch New Dark Age: Technology and the End of the Future (Amazon-Partnerlink) von Sam Bridle (den ihr möglicherweise vom Term New Aesthetics kennt und ganz sicher von der Aufregung um algorithmisch generierte creepy Videos für Kids auf Youtube) hatte ich schonmal vor ein paar Wochen gebloggt, jetzt hat der Guardian einen längeren Ausschnitt daraus, in dem er unter anderem beschreibt, wie Neural Networks eine neue Form von Bedeutung in menschlicher Sprache entdecken und damit einen Layer aus Maschinenlogik auf unserer fundamentale Denkweise ausbreiten.

Guardian: Rise of the machines: has technology evolved beyond our control?

Translate was known for its humorous errors, but in 2016, the system started using a neural network developed by Google Brain, and its abilities improved exponentially. Rather than simply cross-referencing heaps of texts, the network builds its own model of the world, and the result is not a set of two-dimensional connections between words, but a map of the entire territory. In this new architecture, words are encoded by their distance from one another in a mesh of meaning – a mesh only a computer could comprehend.

While a human can draw a line between the words “tank” and “water” easily enough, it quickly becomes impossible to draw on a single map the lines between “tank” and “revolution”, between “water” and “liquidity”, and all of the emotions and inferences that cascade from those connections. The map is thus multidimensional, extending in more directions than the human mind can hold. As one Google engineer commented, when pursued by a journalist for an image of such a system: “I do not generally like trying to visualise thousand-dimensional vectors in three-dimensional space.”

This is the unseeable space in which machine learning makes its meaning. Beyond that which we are incapable of visualising is that which we are incapable of even understanding.

In meinen Vorträgen letztes Jahr sprach ich unter anderem davon, dass unser Ideenspace (also auch der Raum der Sprache) demnächst komplett ausrechen- und visualisierbar wird, inklusive der Known Unknowns und Unknown Unknowns, mit unabsehbaren Folgen. Es sieht so aus, als ob Bridle das Buch dazu geschrieben hat. Must read.

8. Juni 2018

Meme-Impact of /pol/, Gab, Twitter and Reddit across Plattforms

Neues Paper über den Impact von Memes auf 4chan, Reddit, Twitter und Gab.io und wie sie von dort sowohl den Mainstream als auch die Fringe-Communities im Netz beeinflussen: On the Origins of… Gib mir den Rest, Baby!
31. Mai 2018

Digitales Stockholmsyndrom und die Geiselhaft durch prismatische Wahrheit

Magdalena Taube wundert sich im ihrem Pick auf Piqd über ein Phänomen, das Anna-Verena Nosthoff in ihrem Text in der (übrigens ziemlich hervorragenden) Berliner Gazette treffenderweise als… Gib mir den Rest, Baby!
28. Mai 2018

Opferkultur: Das große Mimimi

Kluger Kommentar von Anselm Neft über den links wie rechts gepflegten Opfermythos und die psychologischen Dynamiken der ideologischen Konflikte, die sich daraus ergeben: „Immer mehr Menschen sehen sich selbst als Opfer oder identifizieren sich mit welchen. Der Grund ist rechts wie links der gleiche: Man scheitert an den eigenen Ansprüchen.“

Wenn wir verstehen, dass wir alle Opfer und Täter sind, müssen wir die Welt nicht mehr in Opfer und Täter einteilen und mit dem Finger entweder auf uns oder andere zeigen.

Link: https://www.zeit.de/kultur/2018-05/opferkultur-debatte-sexismus-freiheit-gesellschaft/komplettansicht

25. Mai 2018

Whitney Phillips' Best Practice for Journalists covering the Meme-Wars

Whitney Phillips, Autorin der Netzkultur-Bücher The Ambivalent Internet: Mischief, Oddity, and Antagonism Online (Amazon) und This Is Why We Can't Have Nice Things (Amazon) über Netzkultur, Trolling und AltRight, hat nun ein 128-Seiten-PDF veröffentlicht voller Tipps und Hintergründe für Journalisten, die das Thema für die Öffentlichkeit aufbereiten. (via p3k)

Ich habe beide Bücher hier und Frau Phillips ist eine der wenigen, halbwegs ambivalenten Stimmen in ihrem Fachgebiet (neben Angela „Kill All Normies“ Nagle, Laurie Penny und wenigen anderen), die weder auf die simplifizierende Oberflächlichkeit und Einseitigkeit des Outrage-Mobs hereinfallen, noch Nachsicht mit wirklich Rassisten und Sexisten übt. Dieses PDF richtet sich vor allem an Medienarbeiter (also alle mit SocialMedia-Accounts), die das Thema nicht ignorieren können, Mobbing durch Netzverstärkung allerdings auch nicht multiplizieren wollen und sie schreibt darin über Nachahmungseffekte, Sichtbarkeit und Manipulation neuer Medienmechanismen.

Sie ist eine der sehr wenigen vernünftigen Stimmen in diesem neuen geilen Internet und auch wenn ich dieses PDF noch nicht gelesen habe, kann ich es bedenkenlos weiterempfehlen.

The Oxygen of Amplification: Better Practices for Reporting on Extremists, Antagonists, and Manipulators Online draws on in-depth interviews by scholar Whitney Phillips to showcase how news media was hijacked from 2016 to 2018 to amplify the messages of hate groups.

Offering extremely candid comments from mainstream journalists, the report provides a snapshot of an industry caught between the pressure to deliver page views, the impulse to cover manipulators and “trolls,” and the disgust (expressed in interviewees’ own words) of accidentally propagating extremist ideology. […]

The Oxygen of Amplification has three interlocking parts:

Part 1 (PDF) provides a historical overview of the relationship between the news media and far-right manipulators who leveraged trolling and meme culture during the 2016 US presidential election.

Part 2 (PDF) identifies the consequences of reporting on bigoted, damaging, or otherwise problematic information and the structural limitations of journalism (economic, labor, and cultural) that exacerbate these tensions.

Part 3 (PDF) is a tactical guide for newsrooms that recommends “better” practices on establishing newsworthiness; handling objectively false information; covering specific online harassment campaigns or manipulators, bigots, and abusers.

Elon Musk vs Journalism

Ich teile Elon Musks prinzipielle Medienkritik: „Problem is journos are under constant pressure to get max clicks & earn advertising dollars“.

Aber es ist mehr als beunruhigend, wenn der Boss einer der erfolgreichsten, global agierenden Unternehmen auf Kritik an seinem Unternehmen mit einer Bewertungsseite der Kritiker reagiert. Uncool, Musk. Er sollte sein Geld bei einem solchen Interesse an Medien vielleicht einfach in ein Investment in Independent Media stecken, zum Beispiel in The Intercept von seinem alten Ebay/Paypal-Bekannten Pierre Omidyar. Nur so 'ne Idee.

Link: JETZT AUCH GEGEN JOURNALISTEN: Elon Musks neue Dünnhäutigkeit

24. Mai 2018

US-Bundesgericht: Trumps Twitter-Blocks verstoßen gegen die amerikanische Verfassung

Bundesrichter sind eine Stufe unter dem obersten Gerichtshof der USA und ich schätze, dass dieser Fall auch noch dort landen wird. Wenn das *dann* nochmal so entschieden wird, ist zumindest für die USA entschieden, dass SocialMedia-Blocks für politische Repräsentanten illegal sind und *das* dürfte Diskussionen auslösen, denn natürlich repräsentieren gewählte Politiker einer Demokratie auch den größten Psychotroll auf Twitter, den die dann nicht blocken dürfen. Popcorn ahead.

A federal judge ruled on Wednesday that Donald Trump's use of the Twitter block button violated the First Amendment. The ruling has implications for any government official—federal, state, or local—who uses Twitter or other social media platforms to communicate with the public.

Link: https://arstechnica.com/tech-policy/2018/05/judge-orders-donald-trump-to-stop-blocking-people-on-twitter/

Jordan Peterson AMA

I'm thinking about asking the guy some questions in his upcoming AMA on Reddit. (I don't think my shit will be answered because I suspect this to blow up like whoa.)

[update] It's live and gathered 1900+ 2300 Comments within one Hour, 400 of these within the last 5 Minutes. Holy shit.

I just posted my question (which is more remarks than question, repeated below), but honestly, I don't think the guy will be able to answer 10% of this tsunami. We'll see.

Gib mir den Rest, Baby…

23. Mai 2018

Trumps Tweet Machine

Der Bosten Globe über die Trump Tweet Machine: Staff-written posts, bad grammar (on purpose), and delight in the chaos. Vor allem die Stelle mit den vorverfassten Tweets in seinem Style, die er dann nur noch auswählt finde ich – nun, nicht erstaunlich. Goldenboy is a brand, das ist Marketing für seine irregeleitete Wählerschaft und reine Kalkulation und seine dumme Grammatik ist nur ein weiterer Fake. Hail to the Dumbfuck-King™ of Twitter.

West Wing employees who draft proposed tweets intentionally employ suspect grammar and staccato syntax in order to mimic the president’s style, according to two people familiar with the process. […] His staff has become so adept at replicating Trump’s tone that people who follow his feed closely say it is getting harder to discern which tweets were actually crafted by Trump sitting in his bathrobe and watching “Fox & Friends” and which were concocted by his communications team.

20. Mai 2018
19. Mai 2018

Reconquista Internet

Die Website zu Böhmermanns Aktion. Prinzipiell okay, im Detail aber wohl zumindest stellenweise eher so mitteldurchdacht und über das gesamte Dings muss ich mir noch eine abschließende Meinung bilden. Bis dahin: „Wir sind #ReconquistaInternet, eine digitale Bürgerrechtsbewegung für Liebe und Vernunft im Internet und eine Zivilisierung des gesellschaftlichen Diskurses in den sozialen Netzwerken.“

15. Mai 2018

New Dark Age: Technology and the End of the Future

James „New Aesthetics“ Bridle hat anscheinend das Buch über das geile neue Internet geschrieben, das mir seit 1 Jahr im Kopf rumspukt. Er zieht darin Themen wie Künstliche Intelligenz, Politik,… Gib mir den Rest, Baby!

Google’s Insane Campus Is What Happens When You Politicize Everything

Gude Laune bei Google:

Ingrid Newkirk, the co-founder and president of People for the Ethical Treatment of Animals, was slated to give a presentation at the company’s Silicon Valley headquarters as part of the “Talks at Google” series.

The subject of her talk, which was organized by the “Googlers for Animals” employee group, was how animals can be subject to discrimination and bias just like people are. But another employee group, the “Black Googler Network,” understandably found the premise of the talk offensive and protested it. The talk was canceled at the last minute, as Newkirk was waiting in a parking lot outside Google.

“Such is the climate inside the tech giant, where fractious groups of employees have turned the workplace into a virtual war zone of debate over all manner of social and political beliefs,” wrote the Journal. “Google has long promoted a work culture that is more like a college campus—where loud debates and doctrinaire stances are commonplace—and today its parent, Alphabet Inc., is increasingly struggling to keep things under control.”

14. Mai 2018

Tactical Memetics

In meinem Vortrag erwähne ich unter anderem ein altes Paper (hier das PDF) der Marine Corps University, in dem bereits über Memetik als Wachstumsindustrie des Militärs nachgedacht wird. Die… Gib mir den Rest, Baby!
13. Mai 2018

Big Data und das angebliche Ende der Kreativität

Schöner Text darüber, wie Big Data im kulturellen Sektor Kreativität verhindert und den Kulturellen Loop erzeugt, über den ich seit Jahren schreibe. Letztlich ist auch der seit Jahren… Gib mir den Rest, Baby!
11. Mai 2018
10. Mai 2018

Here are the Russian-made Facebook ads that tried to shake American politics

„On Thursday morning, the House of Representatives' Permanent Select Committee on Intelligence released a vast trove of thousands of Russian-bought Facebook and Instagram ads designed to sow doubt among the American population in the run-up to the November 2016 presidential election.“

Drag queens banned from performing at Free Pride Glasgow event over fears acts will offend trans people

LOL. Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein: „A Pride event in Glasgow has banned drag queens from performing, after committee members decided acts could offend trans people.“

8. Mai 2018

Moderner Postmodernismus für Dummies

Großartiger Text von Kenneth Houston beim Areo Magazin, eine Verteidigung des Postmodernismus gegen die oberflächliche Kritik des von mir ansonsten sehr geschätzten Jordan Peterson: The… Gib mir den Rest, Baby!

Cory Doctorow: The Engagement-Maximization Presidency

Good one from Cory:

Tying commercial success and programmers’ pay, bonuses, and career progression to “engagement” has created an entire arsenal for capturing and directing attention without regard to the effect of these techniques on the user’s subjective experience of the product. A company that needs you to be engaged with its product is not necessarily concerned with whether you enjoy that engagement: if you visit Google to look up a cookie recipe, get directed to a news-cycle about impending nuclear armageddon and spend the afternoon terrifying yourself and never bake the cookies, that is a suc­cess for Google, even if you go to bed hungry and anxious at the end of it.

Tying human attention to financial success means that the better you are at capturing attention – even negative attention – the more you can do in the world. It means that you will have more surplus capital to reinvest in attention-capturing techniques. It’s a positive feedback loop with no damp­ening mechanism, and, as every engineer knows, that’s a recipe for disaster. Machines that have a system for speeding up and no system for slowing down eventually tear themselves apart and explode. […]

Since Trump’s audiences are extreme, and since they like things that outrage others, Trump’s statements make for excellent clickbait: it’s nearly impossible to hear one of the pronouncements that emerges from this evo­lutionary process whose selective pressure is cheers from bigots without repeating it, “Did the President just say _______?” […] Trump and ad-tech co-evolved without ever colluding: he is the engagement-maximization president.

NYTimes: Meet the Renegades of the Intellectual Dark Web

Die NYTimes über das „Intellectual Dark Web“. Immer noch ein sehr schöner Begriff. Hier 'ne neue Seite zu den Dark Knight of Discourse: http://intellectualdark.website/

Gib mir den Rest, Baby…

7. Mai 2018

What Is the 'Intellectual Dark Web'?

„Intellectual Dark Web“, der Begriff gefällt mir.

Reason.com: What Is the 'Intellectual Dark Web'?
Podcast (MP3): gfub78/APR_22nd_mixdown_final.mp3

What is the "Intellectual Dark Web"? The technical answer might be, "A phrase coined by mathematician and Thiel Capital Managing Director Eric Weinstein to describe a loose confederation of left-right intellectuals who share in common an open, occasionally career-altering defiance of the 'gated institutional narrative' enforced by media/academia/Hollywood, particularly as concerns identity politics."

Vanity Fair writer Tina Nguyen is getting criticized this week by IDW types for a piece connecting ideological traveler Kanye West to the movement, which she characterizes as being "comprised of right-wing pundits, agnostic comedian podcasters, self-help gurus, and disgruntled ex-liberals united by their desire to 'red pill' new adherents." More charitably, L.A. Times columnist Meghan Daum contends that dark-webbers "wish to foster a new discourse that can allow innovative thinkers to wrestle with the world's problems without having to tiptoe around subjects or questions deemed culturally or politically off-limits."

Whatever the adjectives, it's a group of people, many of them familiar to Reason readers, who are interested in free speech and free thought, sensitive to intellectual conformity, and adept at using new media to route around hostile gatekeepers. Their ranks are generally said to include Jonathan Haidt, Dave Rubin, Jordan Peterson, Sam Harris, Ayaan Hirsi Ali, Claire Lehmann, and James Damore.

4. Mai 2018

Re:publica 2018-Talks (1)

Weil ich mir den linken Fuß verstaucht habe, kann ich dieses Jahr nicht auf der Re:publica sein und habe deshalb Zeit, hier faul auf der Couch rumzufläzen und tatsächlich Vorträge zu sehen, ganz… Gib mir den Rest, Baby!

Online-Marketing-Universe of Bullshit Map 2018

Grade bei 'ner Recherche gefunden: Die Marketing Technology Landscape Supergraphic 2018, auf dieses Jahr mit 27% mehr Bullshit als 2017 und 6829 „Marketing Technology Solutions“ von 6242… Gib mir den Rest, Baby!
29. April 2018

Youtubes $$$Face-Singularity

Ein anderer, nochmal größerer Blickwinkel auf mein Geschwätz von kultureller Stagnation und Regress ist Uniformität durch digitale Sichtbarkeit: Wenn alle mit allen im Wettbewerb um… Gib mir den Rest, Baby!
28. April 2018
24. April 2018