21. Juli 2018

The “Intellectual Dark Web” Is Nothing New

Interessanter Artikel über die politische Einordnung des „Intellectual Dark Web“. Alleine, der Text lässt die Wirkung von Social Media und Memetik auf Political Correctness und die dadurch verstärkten Phänomene vermissen, weshalb die Headline eher unzutreffend ist. Dennoch lesenswert.

Link: https://lareviewofbooks.org/article/the-intellectual-dark-web-is-nothing-new/#!

Recognizing that these dark web ideas are conservative might also help clear up space for people on the left of center who might share some criticisms of political correctness or campus activism without indulging the right-wing implications of these ideas. Many people across the political spectrum recognize that political correctness and its variants are not meaningless terms. It is no surprise that college students often experiment with activist projects that push the boundaries of liberal norms, and the members of the intellectual dark web are not the only people to have worried about the implications of some student rhetoric.

In the 1990s, left and progressive thinkers including Richard Rorty, Cornel West, and Edward Said made clear their reservations about certain activist tactics, and articulated positions in line with the same universalist values neoconservatives claimed as their own. Today, magazines like Current Affairs dedicate much of their content to debunking the claims of dark web figures while also addressing the limited effectiveness of “social justice warrior” politics. Treating the beliefs of the dark web as politically conservative views, rather than a sort of transpolitical meta-position — that is to say one critique of political correctness among others, albeit an extreme one — could do much to bring these sorts of left alternatives into the public debate.

16. Juli 2018
10. Juli 2018

Tina Uebel: Der große Verlust (der Kreativität durch Political Correctness)

Guter Text von Tina Uebel über den Verlust von Kreativität durch übergriffige Politische Korrektheit durch illiberale Linke.

Ich schreibe einen Antarktis-Expeditionsbericht, habe darin einen kleinen frotzelnden Originaldialog zwischen mir und meinem Zeltpartner: Des Abends, beim Hineinwursteln in ein Minizelt, führen wir Schatz-wie-war-dein-Tag-Dialoge, ich die Hausfrau, er heimkommend aus dem Büro, er fragt nach dem rumänischen Kindermädchen, ich antworte, Schatz, du weißt doch, das haben wir an einen Mädchenhändlerring verkauft, er bedauert das, ich sage, Schatz, du weißt, wir brauchten das Geld für deine Kaution.

Drama im Lektorat. Weswegen ich unbedingt politisch unkorrekt sein muss; ich sage, das ist nicht un-PC, sondern ein kleiner schwarzhumoriger Anflug in einem Dialog. Lektorat: Man macht keine Witze über schlimme Dinge; ich: Doch, das ist die Definition von schwarzem Humor. Lektorat: Das sei zu heikel, und es komme doch für die Story nicht drauf an; ich: Wenn alle immer nachgeben, folgt der schwarze Humor dem Weg des Dodos. Kompromissvorschlag aus dem Lektorat: Ich könne doch schreiben, das polnische Kindermädchen habe das Auto geklaut und sei damit abgehauen. Ich: Das sei jetzt weder schwarzer Humor noch Ironie oder Sarkasmus, sondern ein seit Dekaden abgestandenes Ressentiment; außerdem erkläre ich, wie sich hier das Objekt des Scherzes verschiebe: In dem einen Fall skizzierten wir uns als ein spießig-fieses Gangster-Ehepaar, im anderen bashten wir Polen – was mir nicht in den Sinn käme. Fazit Lektorat: Schwarzer Humor sei nur da akzeptabel, wo er hingehöre, zum Beispiel in der Satirezeitschrift Titanic oder in einem Sachbuch über Mädchenhandel.

Uebel berührt in ihrem Text einen der Kernpunkte der Debatte: Anscheinend hat die (identitäre) Linke in den letzten Jahren eine ungesunde Obsession mit „kultureller Repräsentation“ entwickelt und verliert dadurch das Gefühl für Abstraktion und Metaphorik in Sprache und kulturellem Ausdruck. Jegliche Äußerungen werden auf reinen Wortsinn untersucht und man ergeht sich in einer reinen Checklist für Wortgebrauch („kein N-Wort: check, keine Rassismen: check“), Kontexte (wie etwa „Fiktion“ oder „Satire“) werden dabei von einer kleinen, aber lautstarken Minderheit (eben die illiberal Left) weggewischt mit dem Verweis auf eine neue „Pflicht“ von Text, jegliche Identität zu repräsentieren.

Trotzdem beherrscht die Empörung dieser Minderheit die Debatte – was per se nichts dramatisches wäre. Jeder hat das Recht, auf Twitter Blut und Galle zu kotzen, wenn ihr etwas nicht passt, und sei es nur ein Wort in einem Buch. Das Problem ist nicht die Existenz einer illiberalen Minderheit innerhalb der Linken, sondern die Psychologie des Menschen im Netz, die diese Empörung zum Maßstab für die komplette Debatte macht und damit eine Outrage-Spirale erzeugt, in der die eine Hälfte ob der Freiheit des Individuums nur noch in schlimmsten, „ironisch gemeinten“ Rassismen kommuniziert – I'm looking at you, Siffs – und die andere ob der Tyrannei der „Trolle“ jegliche ambivalente Wortmeldung seziert. Und unterbrechen lässt sich dieser Kreislauf nicht aus dem einfachen Grund des Eternal September, der schlichten Tatsache, dass Netz-User fluktuieren und immer jemand provozieren und verbieten wollen wird. Das Netz erzeugt seine eigene Outrage-Spirale, ein in sich geschlossener Prozess, powered thru human Psyche.

Die einzige Lösung, die mir in drei Jahren Nachdenken über diese Outrage-Spirale bislang eingefallen ist, sind „öffentliche, intellektuelle Fight-Clubs“, durchgeführt im Real Life auf einer Bühne, veröffentlicht als Youtube-Debatte, wobei ich mir nicht sicher bin, ob die nicht einfach nur noch mehr Öl ins Feuer gießen würden. Aber die Alternative – der Rückzug des Individuums aus den kulturkriegverseuchten, von Tribes beherrschten Online-Welten – erscheint mir schlichtweg nicht machbar.

Jedenfalls: Guter Text von Tina Uebel --> Political Correctness: Im Wunderland der Korrektheit

1. Juli 2018

Weniger Ismen erzeugen eine gesteigerte Ismen-Wahrnehmung

In einem Paper unterzogen ein paar Psychologen ihre Probanden einem interessanten Experiment: Einer Menge blauer und lila Punkte sollte den Kategorien „sehr blau“ und „sehr lila“ zugeordnet… Gib mir den Rest, Baby!
30. Juni 2018

Oppression Obsession

Jonathan Pie sums up the stupidity of our time: „Stop politicising my dumplings.“

19. Juni 2018
26. Mai 2018

Sibylle Berg: Politik von rechts – Hallo Mehrheit!

Sibylle Berg über die nicht vorhandene Wehrhaftigkeit gegen Rechts. Ich stimme ihr in jedem Wort zu und ich vermute, dass sich der liberale Teil der Linken demnächst unter einem neuen Dach konsolidieren wird. Abwarten.

Link: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kampf-gegen-rechts-wir-brauchen-eine-revolution-kolumne-a-1209368.html

Gib mir den Rest, Baby…

24. Mai 2018
20. Mai 2018
19. Mai 2018
10. Mai 2018
7. Mai 2018

What Is the 'Intellectual Dark Web'?

„Intellectual Dark Web“, der Begriff gefällt mir.

Reason.com: What Is the 'Intellectual Dark Web'?
Podcast (MP3): gfub78/APR_22nd_mixdown_final.mp3

What is the "Intellectual Dark Web"? The technical answer might be, "A phrase coined by mathematician and Thiel Capital Managing Director Eric Weinstein to describe a loose confederation of left-right intellectuals who share in common an open, occasionally career-altering defiance of the 'gated institutional narrative' enforced by media/academia/Hollywood, particularly as concerns identity politics."

Vanity Fair writer Tina Nguyen is getting criticized this week by IDW types for a piece connecting ideological traveler Kanye West to the movement, which she characterizes as being "comprised of right-wing pundits, agnostic comedian podcasters, self-help gurus, and disgruntled ex-liberals united by their desire to 'red pill' new adherents." More charitably, L.A. Times columnist Meghan Daum contends that dark-webbers "wish to foster a new discourse that can allow innovative thinkers to wrestle with the world's problems without having to tiptoe around subjects or questions deemed culturally or politically off-limits."

Whatever the adjectives, it's a group of people, many of them familiar to Reason readers, who are interested in free speech and free thought, sensitive to intellectual conformity, and adept at using new media to route around hostile gatekeepers. Their ranks are generally said to include Jonathan Haidt, Dave Rubin, Jordan Peterson, Sam Harris, Ayaan Hirsi Ali, Claire Lehmann, and James Damore.

16. April 2018
7. April 2018
26. März 2018
7. August 2017

The Dirtbag Left: Drecksäcke aller Länder!

Spiegel Online hatte vergangene Woche einen netten Text über die Dirtbag Left, ein Schlagwort über eine halb-neue Ausformung der Linken, die gleichzeitig PC-Autoritäre sowie rechte Nationalisten… Gib mir den Rest, Baby!
10. Juli 2017

Memetische Verantwortlichkeiten des Journalismus am Beispiel von CNN und G20

Letzte Woche trugen sich zwei relativ vielbeachtete Ereignisse zu, an denen sehr deutlich wird, wie die memetischen Bedingungen des Netzes in den Journalismus hineinwirken und ihm neue… Gib mir den Rest, Baby!
12. Juni 2017

Is there an alternative to Political Correctness?

„Political correctness aims for some very nice results, but its means have a habit of upsetting a lot of people. Might there be an alternative to it? We think there is, and it’s called… Gib mir den Rest, Baby!
27. Mai 2017

Caught between extremes

Laci Greens follow up video to her now internet-famous Taking The Red Pill?-Video: Caught between extremes. She basically talks about Outrage-Memetics without calling it such and then she talks about… Gib mir den Rest, Baby!
13. Januar 2017

Trigger-Warnung vor Jesus' Kreuzigung für Theologie-Studenten

Ich weiß, ich weiß, das Thema ist etwas differenzierter etc etc und so weiter aber jetz' ma' ehrlich LOL: 'Crucifixion maybe too distressing,' theology students warned. Bible students have been… Gib mir den Rest, Baby!
11. Dezember 2016

Podcasts: Preußlers Kleine Hexe und der Triggerknüppel, die Stärken der Introvertierten und schöne, neue Verschwörungswelten

Mit am erstaunlichsten fand ich nach der Wahl von Trump die Reaktionen bei Teilen der Linken auf die Kritik an Political-Correctness-Auswüchsen, die mehr oder weniger mit dem Fuß aufstampften und… Gib mir den Rest, Baby!
7. Dezember 2016

Links 7.12.2016: Die Wir-Kapazität, universalistische Identitätspolitik und Steven Pinker über die Nicht-Apokalypse

Frau Meike: Die Befreiung des Ich: Die natürliche Gruppengröße wird Dunbar-Zahl genannt. Sie steht für die Anzahl der Menschen, denen ein einzelner Mensch nahe sein, mit der er Gemeinsamkeit… Gib mir den Rest, Baby!
6. Dezember 2016

Podcasts: Trump, Post-Truth, Populismus und Didier Eribon über den Rechtsruck der Arbeiter

Podcasts, die ich in den letzten Wochen angehört habe. (Die Podcast-Sammlungen gibt's auch als MP3-Feed unter der URL https://nerdcorepodcasts.appspot.com/, danke Michael! Bild oben von Matt Eich… Gib mir den Rest, Baby!
20. Juli 2016

Begun the Ghostbusters-Wars in DasGeileNeueInternet have

Milo Fuckopolous, professioneller Clown, Troll und Provokateur der Neurechten, eins der bekanntesten Ausshängeschilder von Gamergate und Breitbart, wurde gestern endlich von Twitter gesperrt. Der… Gib mir den Rest, Baby!
29. Juni 2016

Diedrich Diedrichsen über Neurechte und Political Correctness

Diedrich Diedrichsen 20 Jahre nach seinem Buch „Politische Korrekturen“ über die PC-Debatte und die neuen Rechten. Hier die für meine DasGeileNeueInternet-Sammlung relevanten Stellen… Gib mir den Rest, Baby!
25. Juni 2016

Political Correctness includes Sarcasm

Schönes Beispiel, warum mir als Linkem die Kritik an einer Illiberal Left, die es zweifelsohne gibt und die sich anscheinend vor allem online durch Sprachverbote und überzogene Trigger-Warnings… Gib mir den Rest, Baby!
19. Juni 2016

Podcasts: Love and Rockets, Fix und Foxi, Populismus, Zombies, TKKG und die drei ???, Böses Denken und die Misere der Kritik

Jede Menge Podcasts, in die ich in der vergangenen Woche mindestens reingehört habe. Unter anderem mit Kurt Lewins Sozial-Psychologie, philosophischen Gesprächen über Populismus und Böses… Gib mir den Rest, Baby!
2. Mai 2016

Sascha Lobo und Stefan Niggemeier über DasGeileNeueInternet

Herr Lobo und Herr Niggemeier widmen sich in bislang zwei Podcasts dem, was ich seit ungefähr ’nem halben Jahr als DasGeileNeueInternet bezeichne, womit ich die Wirkmenge aus Clickbait,… Gib mir den Rest, Baby!
18. April 2016

The Tangled Net

This piece by Angela Nagle at The Baffler nails the contemporary Culture of the Web down so hard, I have to quote it excessively and massively. Read it, this is important, if you care the slightest… Gib mir den Rest, Baby!
10. Februar 2016

Triumph The Insult Comic Dog insults Social Justice Warriors in politically correct Language

https://www.youtube.com/watch?v=j556MWGVVqI Triumph the Insult Comic Dog nimmt sich der Debatte um Political Correctness an und spricht mit College Kids über Gender, Micro Aggressions und Trigger… Gib mir den Rest, Baby!