31. Oktober 2018

Vorträge: Neue Rechte - Die autoritäre Revolte?

Fünf Vorträge vom Fachtag an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg über „Die Neue Rechte als Herausforderung für die Demokratie“. Den ersten Vortrag von Historiker Volker Weiß mit einem Überblick über die Akteure, Ideen, Begriffe und die Geschichte neuer rechter Bewegungen habe ich bereits in der vergangenen Woche angesehen, ebenso wie David Begrichs Talk über die Bedeutung der Neuen Rechte für die rechtsextreme Szene.

Jetzt haben sie die letzten Talks online gestellt: David Begrich über das „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda und eine Podiumsdiskussion mit Journalisten, Vertretern von Migrantenorganisationen und Aktivisten.

Gib mir den Rest, Baby…

29. Oktober 2018

RechtsLinks: Die Partei des sanften Realismus, Gab.com offline, Bernie Sanders' & Yanis Varoufakis' Europäischer Frühling

🍀 Grüne und SPD gleichauf mit 94 Stimmen mehr in Hessen lol. Die TAZ zu den Wahlerfolgen der Grünen: Die Partei des sanften Realismus: „Die gesellschaftliche Konfrontation verläuft zwischen liberal und illiberal und die politische in letzter Konsequenz zwischen real und irreal. Präsident Trump und andere zunehmend nationalistische Regierungen müssen die Erderhitzung ignorieren, weil sie nicht in Landesgrenzen zu lindern ist. Sie flüchten ins Irreale.“

Ich würde derzeit ebenfalls Grün wählen, denn sie ist die einzige Partei mit ökologisch-zukunftsweisendem Profil bei gleichzeitigem Realo-Flügel. Die SPD ist in dieser Verfassung als Teil einer GroKo nicht wählbar und die Linke ist trotz ein paar Sympathien meinerseits immer noch eine rein-sozialistische Partei mit Stasi-Vergangenheit. Jedenfalls: Glückwunsch zum neuen Volkspartei-Status!

☝️ Armin Wolff fasst zusammen: „Demokratischer Diskurs ist kein safe space“

Social Media haben die Debatte versaut.

Es fehlt ein direktes Gegenüber und dessen Reaktion – oder das Korrektiv einer Redaktion. Die praktische Regel „Engage brain before typing!“ halten offenbar viele für feige Selbstzensur. Und es dominiert, was Pörksen den „Kollaps der Kontexte“ nennt, also die maximale Erregung über Diskurs-Partikel ohne jeden Zusammenhang und ohne jeden Versuch, verstehen zu wollen.

Vor allem aber belohnen die Social Media-Algorithmen Zuspitzung, Polemik und Emotion, weil das besonders viel Reaktion provoziert und die Verweildauer auf den Plattformen erhöht. Anstelle von Kritik rollen so immer öfter Empörungswellen und Shitstorms durchs Netz. Und sehr, sehr viel Moral.

Ein Argument ist nicht mehr falsch, sondern böse.

👺 Trolle hetzen mit rassistischen Sprüchen gegen Rap-Video der Berliner Polizei - Junge Freiheit postet einen Artikel über ein unbeholfenes Diversity-Video der Polizei, ein User postet daraufhin einen Shitposting-Aufruf auf /pol/ und die SocialMedia-Abteilung hat ein paar Tage zu tun. Interessant sind dabei 2 Dinge: /pol/ ist mittlerweile auch ein Tool für Kulturkrieg, auch hierzulande und 2.) sie haben (leider) ein valides Argument (der Produzent des Videos inszenierte auch ein Terrorismus-verherrlichendes Musikvideo). Meine Empfehlung wäre: Kommentare zumachen, done. Das eine Argument ist valide, aber relativ unwichtig und Shitposter sind mit „Counterspeech“ nicht zu erreichen, ihr einziges Ziel ist Chaos.

🚨 Dieser Azubi lernte bei der Polizei Sachsen – dann hielt er den Rassismus nicht mehr aus. Man beachte die Aussage, dass „man ja gar nix mehr sagen dürfe“ angesichts einer Mehrheit, die in dieser Polizeischule offen rassistisch agiert.

Mitschüler sangen Lieder der Nazi-Band Stahlgewitter auf der Stube oder berichteten von Besuchen auf NPD-Veranstaltungen, ohne dass die anderen widersprochen haben.

Hast du denn widersprochen?
Klar. Ich habe von Anfang an meine Meinung gesagt und immer wieder widersprochen. Deshalb wurde ich auch immer mehr ausgegrenzt und von den anderen als "links" und "nicht normal" bezeichnet. Der Deutschlehrer hat zum Beispiel gerne das N-Wort benutzt. Ich habe gesagt, dass das nicht geht. Daraufhin hab ich wieder nur Sprüche von Mitschülern gekriegt, dass ich mich nicht so anstellen solle und dass man ja gar nix mehr sagen dürfe.

Und du hattest gar keine Verbündeten?
Eigentlich nicht.

👊 The Pittsburgh Suspect’s Internet of Hate - Gab.com wurde mittlerweile offline genommen, die Accounts bei Paypal und Medium gesperrt. Ich habe da sehr wenig Mitleid, die Plattform hat sehenden Auges radikalen Rechtsextremismus zugelassen (und zwar als mehrheitsbildendes Element auf der Plattform) inklusive volksverhetzender Äußerungen und bekommt dafür die rote Karte von der Zivilgesellschaft, so wie es sein sollte.

🇪🇺 Bernie Sanders und Yanis Varoufakis wollen eine neue europäische Linke organisieren und haben dafür die Plattform Europäischer Frühling gestartet, die gleichzeitig linke Positionen zu Klimawandel und Umverteilung vertreten, als auch die EU reformieren und demokratischer gestalten möchte.

Varoufakis described the initiative in part as an attempt to counter the work that Steve Bannon, who also made an appearance in Rome last month, has been doing to help nationalists forge a united front in elections for the European Union’s parliament next spring. Varoufakis also accused immigration critics like Italian Deputy Prime Minister Matteo Salvini and German Interior Minister Horst Seehofer of being part of an extremist alliance.

“The financiers are internationalists. The fascists, the nationalists, the racists — like Trump, Bannon, Seehofer, Salvini — they are internationalists,” Varoufakis said. “They bind together. The only people who are failing are progressives.” […]

The party is setting itself up as a left-wing counter to nationalist forces that want to weaken the EU in the name of restoring national sovereignty. It also wants to position itself as an alternative to politicians, like France’s Emmanuel Macron and Germany’s Angela Merkel, who want to preserve or strengthen the European Union without giving direct democratic control to European citizens. Key to the European Spring platform, which was formally adopted Friday, is replacing the current EU administration, in which most of the power rests with unelected leaders, with a constitution that puts most of the power in the hands of a legislature directly elected by European voters.

27. Oktober 2018

Gut hörbarer Rechtsradikalismus bei AFD-Veranstaltung mit ARD und ZDF

Übermedien über eine AFD-Parteiveranstaltung in Dresden zum Thema „Medien und Meinung“, eine Podiumsdiskussion mit Kai Gniffke, Tagesschau-Chefredakteur, ZDF-heute-Chefredakteur Peter Frey, 2 AfD-Funktionären „mit journalistischer Berufsvergangenheit“ sowie 2 Moderatoren: AFD IM GESPRÄCH MIT ARD UND ZDF – Was haben sie gelacht.

Als Gniffke erzählt, Reporter seien bei Pegida-Demos angegriffen, geschlagen, bespuckt worden – Gelächter im Saal. Und als Frey sagt, ein ZDF-Reporter sei in einer Live-Schalte geschubst worden, quittieren das Teile des Publikums mit einem langen „Ohhhhh“, das kein Mitleid ist, sondern Spott.

Es ist ein symbolischer Moment. Trotz aller plakativen Bereitschaft zum Dialog zeigt er, wie tief die Verachtung für Journalisten hier sitzt. Journalisten werden angegriffen? Tja, nun.

Für mich wäre das Gespräch ja an dieser Stelle beendet gewesen. Das Publikum und damit die Veranstaltung signalisiert hier eine klar menschenverachtende Grundhaltung. Hier wird nicht über ein Gerangel auf dem Spielplatz geredet, sondern über einen tätlichen Angriff während der professionellen Ausübung des Berufs mit politischem Hintergrund. Ich hätte auf der Bühne einen der AFD-Herren gefragt, ob er denn nichts zu seinen Leuten sagen wolle und ob das seiner politischen Grundhaltung entspräche, was alle Thesen der rechtsextremen AFD belegen würde.

Daraufhin hätte er sich entscheiden müssen, zwischen der „offiziellen Parteilinie der AFD“, also einem, meines Erachtens scheinheiligen Bekenntnis zur Demokratie, womit er sich in diesem Moment gegen seine Leute wenden und etwas sagen müsste wie „Ja, komm, wir sind auch alle hier im Saal gegen jede Form von Gewalt, das geht so nicht“ oder so. Was ihm entweder Buh-Rufe oder Schweigen von seinen Leuten eingebracht hätte, möglicherweise versetzt mit ein paar vereinzelten Klatschern von den Rest-Demokraten der AFD. Oder aber er hätte sich für die „eigentliche Parteilinie“ der Basis entschieden – und die ist antidemokratisch, Gewalt ist ihnen scheißegal, wie man (nicht nur) an dieser Stelle eben deutlich vernehmbar hören konnte. Bei dieser Entscheidung hätte ich gerne das Gesicht der AFD-Funktionäre gesehen. Naja.

Gib mir den Rest, Baby…

25. Oktober 2018

Conservatives prefer nouns

Study confirms Conservatives prefer nouns, but does not replicate the „personal need for structure“ („motivated social cognition“). Might be „Display of structure and order“ then (still a „motivated social cognition“, motivated by forms of power.)

Paper: Examining the Effects of Political Orientation on Noun Preference: A Replication of Cichocka et al. (2016)

In three studies, Cichocka et al. (2016) report evidence that conservatism (specifically social conservatism) is associated with noun preference, and that this relationship is mediated by needs for structure and order. We conducted a conceptual replication of Study 1 and found that whereas we could replicate the relationship between social conservatism and noun preference, personal need for structure did not mediate this relationship, as PNS was not associated with noun preference. Our observed effect size for the relationship between social conservatism and noun preference is quite similar to those reported in Cichocka et al. (2016). However, at least based on the present replication, the mechanism behind this relationship is unclear.

23. Oktober 2018

AfD-Wahlkämpfer droht mit Schusswaffe

Ich sage ja im persönlichen Gespräch über die rechtsextreme AFD und Nazis immer irgendwann, dass die die Waffen haben und ernte dafür immer so ratloses Lächeln. Vorgestern in Frankfurt so: AfD-Wahlkämpfer droht mit Schusswaffe – „Eskalation rechter Gewalt vor Hessen-Wahl: Prominentes AfD-Mitglied bedroht Gegner mit geladener Pistole“. Ermittlungen laufen – gegen das Opfer.

Den Angreifer identifiziert Güven O. als den Vater der AfD-Direktkandidatin für den Wahlkreis 39 (Frankfurt VI), Mary Khan. Aber nicht nur den »Islamkritiker« Zahid Khan will O. erkannt haben, auch der Potsdamer Oberbürgermeisterkandidat der AfD, Dennis Hohloch, sei dazu gekommen, als die Polizei eintraf.

19. Oktober 2018

Bauhaus sagt Feine Sahne Fischfilet-Konzert ab (UPDATE: FSF spielen trotzdem in Dessau)

[update] Von FSFs Facebook:Es ist doch wohl klar, dass wir am 6.11. in Dessau spielen werden!Am 6. November wollten wir im Rahmen des „ZDF@Bauhaus“ ein Konzert in Dessau spielen. Wir… Gib mir den Rest, Baby!

Political Correctness as a Cognitive Hacking-Tool for Political Process

Tyler Cowen describes Political Correctness as a cognitive hacking tool for political process. Genitalia and skincolors gain more attention that wages, sending discourse in a loop. Bingo.

Bloomberg: The Right Finds the Perfect Weapon Against the Left

I now wonder if, in the internet era, every political movement is hackable. Political involvement requires a certain kind of ideological motivation, and ideologies are imperfectly rational. So a smart hacker can redirect the attention of groups in other, less productive directions. Just put some inflammatory words or video on the internet and you can induce the left to talk more about identity politics.

Has the right-wing been hacked? I suspect so. The president himself is part of the hack, and the core motivation is the desire to “own the libs,” a phrase I didn’t hear much five years ago. We’ve now entered an era in which too many are self-obsessed and too few are effective.

From his Blog at Marginal Revolution, the last sentence is spot on, emphasis mine:

Consider that political action is a public good (bad) of sorts, motivated in part by private expressive concerns. Pursuing expressive action can lead to results-oriented value (disvalue). So find the people who are acting that way, and put a “expressive value only” version of the dog bone before them, to compete with what they have been chasing.

The correct “hacking” words, memes, and images are found by trial and error, but once the fervently expressive left-wing responses are observed, the techniques are honed and refined pretty quickly.

And what about the hacking of the Right?

Has the right-wing been hacked? I suspect so. The president himself is part of the hack, and the core motivation is the desire to “own the libs,” a phrase I didn’t hear much five years ago. We’ve now entered an era in which too many are self-obsessed and too few are effective.

Of course a few questions come to mind:

1. Are all views hackable in this manner?
No, but views which appeal to moral superiority are usually hackable, because displays of the resulting preening [dt. „Putzen“] are often counterproductive.

2. Once a hack occurs, can you reverse it or defend against it?
Knowledge is not always as useful as you might think.

3. Has libertarianism been hacked?
Yes, it was hacked into an ill-conceived alliance with Republicans on too many issues, under the promise of some policy victories.

4. Do the hacks on each side interact?
Well, if conservatives feel they “own the libs” by irritating their sense of political correctness, the polarization can explode pretty quickly.

15. Oktober 2018

Myanmars Military said to be behind Facebook Campaign that fueled Genocide

Vor ein paar Wochen verlinkte ich einen Reuters-Report über Facebooks Kampf gegen Hatespeech in Myanmar, wo die muslimische Minderheit der Rohingya derzeit vor Übergriffen des Militärs fliehen muss. Stellt sich raus: Die Postings auf Facebook stammen mindestens teilweise von Sockpocket-Accounts des Militärs selbst, das Facebook dort innerhalb einer fünfjährigen Kampagne (!) in ein Desinformationstool verwandelte, um ihren Genozid zu befeuern.

Die Aussagen sprechen von hunderten Militärs, die auf Fake-Entertainment-Pages zeitlich exakt getimed voksverhetzende Postings veröffentlichten und anscheinend haben sie ihre PsyOps-Taktiken von der russischen Troll-Army gelernt. Facebook hat die Berichte bestätigt. (Das alles nennt man seit mehr als zehn Jahren in Militärkreisen übrigens auch „Memetic Warfare“.)

NYT: Myanmar’s Military Said to Be Behind Facebook Campaign That Fueled Genocide

The Myanmar military were the prime operatives behind a systematic campaign on Facebook that stretched back half a decade and that targeted the country’s mostly Muslim Rohingya minority group, the people said. The military exploited Facebook’s wide reach in Myanmar, where it is so broadly used that many of the country’s 18 million internet users confuse the Silicon Valley social media platform with the internet. Human rights groups blame the anti-Rohingya propaganda for inciting murders, rapes and the largest forced human migration in recent history.

While Facebook took down the official accounts of senior Myanmar military leaders in August, the breadth and details of the propaganda campaign — which was hidden behind fake names and sham accounts — went undetected. The campaign, described by five people who asked for anonymity because they feared for their safety, included hundreds of military personnel who created troll accounts and news and celebrity pages on Facebook and then flooded them with incendiary comments and posts timed for peak viewership.

Working in shifts out of bases clustered in foothills near the capital of Naypyidaw, officers were also tasked with collecting intelligence on popular accounts and criticizing posts unfavorable to the military, the people said. So secretive were the operations that all but top leaders had to check their phones at the door.

Facebook confirmed many of the details about the shadowy, military-driven campaign. The company’s head of cybersecurity policy, Nathaniel Gleicher, said it had found “clear and deliberate attempts to covertly spread propaganda that were directly linked to the Myanmar military.”

14. Oktober 2018

#Unteilbar Panoramas

Ein paar Panorama-Shots sowie Tilo Jungs „Eindrücke von der #Unteilbar Demo in Berlin - 13. Oktober… Gib mir den Rest, Baby!
12. Oktober 2018

7 Hidden Tribes and Political Correctness

Yascha Mounk im Atlantic über eine neue Studie zur Lagerbildung in den USA und dem Verhältnis dieser Tribes zu Political Correctness. Stellt sich raus: Die größten gemeinsamen Faktoren für eine Pro-PC-Haltung sind Vermögen und Bildung.

Atlantic: Americans Strongly Dislike PC Culture – Youth isn’t a good proxy for support of political correctness, and race isn’t either.
Paper: Hidden Tribes: A Study of America’s Polarized Landscape

Die Studie identifiziert sieben Tribes in den USA, die sich so zwar nicht 1:1 auf unsere Verhältnisse übertragen lassen (alleine schon aufgrund des dortigen faktischen Zweiparteiensystems), allerdings durch die Fokussierung auf ein einziges Thema (Political Correctness) auch hierzulande halbwegs anwendbar sein könnten.

– Progressive Activists: younger, highly engaged, secular, cosmopolitan, angry.
– Traditional Liberals: older, retired, open to compromise, rational, cautious.
– Passive Liberals: unhappy, insecure, distrustful, disillusioned.
– Politically Disengaged: young, low income, distrustful, detached, patriotic, conspiratorial.
– Moderates: engaged, civic-minded, middle-of-the-road, pessimistic, Protestant.
– Traditional Conservatives: religious, middle class, patriotic, moralistic.
– Devoted Conservatives: white, retired, highly engaged, uncompromising, patriotic.

Die Studie stellt auch fest, dass „Traditional“ und „Devoted Conservatives“ (bei so circa alles rechts der CDU) und „Progressive Activists“ am weitesten vom Rest entfernt sind, dem die Studie den sehr treffenden Titel „Exhausted Majority“ verleiht. Und diese müde Mehrheit sieht nicht etwa alleine Political Correctness als Problem:

while 80 percent of Americans believe that political correctness has become a problem in the country, even more, 82 percent, believe that hate speech is also a problem.

It turns out that while progressive activists tend to think that only hate speech is a problem, and devoted conservatives tend to think that only political correctness is a problem, a clear majority of all Americans holds a more nuanced point of view: They abhor racism.

Ich hatte vor ein paar Jahren geschrieben, dass eins der Kernprobleme des hysterischen Online-Diskurses der politische Aktivismus selbst ist, dessen immantente Aktivierung von Menschen durch Netzwerkeffekte genauso verstärkt wird, wie alles andere auch. Aktivismus wäre online also hyperaktivistisch. Diese Studie bestätigt diese Vermutung.

On social media, the country seems to divide into two neat camps: Call them the woke and the resentful. Team Resentment is manned—pun very much intended—by people who are predominantly old and almost exclusively white. Team Woke is young, likely to be female, and predominantly black, brown, or Asian (though white “allies” do their dutiful part). These teams are roughly equal in number, and they disagree most vehemently, as well as most routinely, about the catchall known as political correctness.

Reality is nothing like this. […]

two-thirds of Americans who don’t belong to either extreme constitute an “exhausted majority.” Their members “share a sense of fatigue with our polarized national conversation, a willingness to be flexible in their political viewpoints, and a lack of voice in the national conversation.”

Most members of the “exhausted majority,” and then some, dislike political correctness. Among the general population, a full 80 percent believe that “political correctness is a problem in our country.” Even young people are uncomfortable with it, including 74 percent ages 24 to 29, and 79 percent under age 24. On this particular issue, the woke are in a clear minority across all ages. […]

Political tribe—as defined by the authors—is an even better predictor of views on political correctness. […] Progressive activists are the only group that strongly backs political correctness: Only 30 percent see it as a problem.

So what does this group look like? Compared with the rest of the (nationally representative) polling sample, progressive activists are much more likely to be rich, highly educated—and white. They are nearly twice as likely as the average to make more than $100,000 a year. They are nearly three times as likely to have a postgraduate degree.

Björn Höcke droht mit "Dunkeldeutschland"

Telepolis nimmt das Protokoll eines Gesprächs zwischen Björn Höcke und Sebastian Hennig auseinander: Höcke droht mit "Dunkeldeutschland": „Der AfD-Politiker spricht Klartext über das von ihm angestrebte undemokratische Regime. Eine Auseinandersetzung mit seiner Denkweise“.

Gleich die ersten Passagen aus dem Pamphlet wischen jeden Zweifel an der Verfassungsfeindlichkeit von Höcke und „seiner“ rechtsradikalen Partei beiseite:

Für ihn sind "die westlichen Werte" "aufgeblasener Werteschaum".1 "Der Parteiengeist muss überwunden, die innere Einheit hergestellt werden", sagt er. Schluss mit dem "westlich-dekadenten Liberalismus und der ausufernden Parteienherrschaft"! An deren Stelle soll "eine fordernde und fördernde politische Elite, die unsere Volksgeister wieder weckt", treten.

Mit Machiavelli bezweifelt er, dass "ein Volk überhaupt in der Lage ist, sich selbst aus dem Sumpf wieder herauszuziehen". "Es braucht eine starke Persönlichkeit und eine feste Hand an langer Leine, um die zentrifugalen Kräfte zu bändigen und zu einer politischen Stoßkraft zu bündeln."

Na dann. Morgen 12 Uhr Alexanderplatz.

LinksRechts: Marina Weißband über Freiheit, eine Problemskizze linker Diskurse, zwei Bücher über Zensur

Michael Seemann rekonstruiert eins der Feindbilder der AFD und setzt es in Kontext, Gauland schreibt minus Kontext ab und rückt die Diagnose einer „globalen Klasse“ durch die Weglassung ihres Kontextes in die Nähe einer Hitler-Rede. Womit sich Gaulands faschistoides Weltbild inklusive schwammigen Feinbild wieder einmal bestätigt.

Marina Weißband ist bei den Grünen eingetreten. Aus einem TAZ-Interview: „Jeder, der Freiheit sagt, muss dazu sagen: Wessen Freiheit ist gemeint, Freiheit wovon und wofür? Freiheit braucht Begrenzung. Sonst überrollt die Freiheit des einen die des anderen. Ein radikal marktliberales System würde Menschen ebenso an ihrer freien Entfaltung hindern wie ein autoritäres System.“ Ich mag die Weißband.

Aufstehen-Mitinitiator Ludger Volmer: Versuch einer Problemskizze – Linke Diskurse sollten in Sachen Migration eine differenzierte Analyse des Phänomens und der Handlungsbedingungen versuchen

In der Frage der Zuwanderung gibt es – solange man auf innen- und rechtspolitischem Terrain bleibt – nur reaktionäre, konservative oder liberale Antworten, aber keine dezidiert linken. Dann und nur dann, wenn das Problem mit Blick auf globale ökonomische, ökologische, ethno-religiöse und genderpolitische Probleme umdefiniert wird, entsteht Raum für linke Konzepte.

Ein Teil der Linken unterstützt linksliberale Strategien oder will sie noch weiter ausbauen Richtung offener Grenzen. Die Solidarisierungsrichtung geht nach außen, hin zu den Opfern von historischem Kolonialismus, aktuellem Neoliberalismus und seinen fatalen Regionalpolitiken. Ein anderer Teil solidarisiert sich eher nach innen mit den sozialen Gruppen, die objektiv oder nach eigenem Empfinden die Hauptlast der Migration zu tragen haben. Beide Sichtweisen haben ihre Widersprüche, die nicht leicht aufzulösen sind.

Polizei! Zensur! - „Zwei Bücher analysieren das hohe Gut der Meinungsfreiheit. Ist sie wirklich bedroht?“ Da der Autor zum Schluß der Forderung nach einer neuen Debatte „jenseits sturer Polemiken und effekthascherischer Extrempositionen“ zustimmt, dürfte die Antwort auf die Frage im Teaser-Text wohl „Ein bisschen“ lauten.

10. Oktober 2018

Klimaschützer gewinnen in historischem Urteil gegen holländische Regierung

Tagesschau.de: „Es ist ein historisches Urteil: Die niederländische Regierung muss den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bis 2020 deutlich senken. Klimaschützer hatten den Staat verklagt.“

Gleichartige Prozesse laufen derzeit in Belgien, Indien, Neu Seeland, Norwegen, Südafrika, in der Schweiz und in den USA. Bei uns leider noch nicht.

Hier James Hansen, einer der ersten Wissenschaftler, die in den 80ern vor einem menschengemachten Klimawandel warnten, über Klimawandel-Prozesse:

Many lawsuits are being filed, in the United States and around the world, on behalf of young people. They include stopgap efforts, such as a suit to block the Trump administration from opening the Powder River Basin in Montana to coal exploitation (with potential to exceed US emissions of the past 50 years), and the Our Children’s Trust lawsuit, demanding government policies to reduce fossil fuel emissions at a rate that the science indicates is needed to support a healthy climate.

Chances of winning lawsuits grow as incontrovertible evidence of climate change grows. The judiciary is less subject to bribery from the fossil fuel industry than are the other branches of government. Yet in this case, justice delayed may be justice denied. Young people cannot afford the “all deliberate speed” that followed the Brown v. Board of Education decision regarding civil rights in 1954.

AFD lässt Schulen über Denunziationsplattform überwachen

Die AFD lässt Schulen und Unterricht über eine Denunziations-Plattform überwachen, jetzt hat sich auch der Präsident der Kultusministerkonferenz dazu geäußert. Für mich bislang eins der deutlichsten Signale, dass es sich bei der Partei um eine rechtsradikale, antidemokratische, faschistisch ausgerichtete Partei handelt.

Das Vorgehen der AfD erinnere "an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte", sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Helmut Holter (Linke), der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". "Alle Warnglocken sollten läuten, wenn eine Partei das Anschwärzen von Lehrern und deren Überwachung zu adäquaten Mitteln ihres Handelns erklärt."

Die Plattform lässt übrigens anonyme Meldungen zu, die man auch mit Unsinn flooden könnte, wenn man das möchte.

9. Oktober 2018

SocialMedia-Rezeption gegenteiliger politischer Haltungen steigert Polarisation

Im derzeitigen politischen Klima (zumindest in den USA) führt die Rezeption von gegensätzlichen politischen Haltungen auf Twitter zu mehr Polarisation. Paper: Exposure to opposing views on social media can increase political polarization.

Ich stimme Scott Alexander zu, dass dies vor allem einer fortschreitenden Radikalisierung auf beiden Seiten geschuldet ist (auf der Linken beispielsweise durch Figuren wie Sibel Schick).

We randomly assigned respondents to a treatment condition in which they were offered financial incentives to follow a Twitter bot for 1 month that exposed them to messages from those with opposing political ideologies (e.g., elected officials, opinion leaders, media organizations, and nonprofit groups). Respondents were resurveyed at the end of the month to measure the effect of this treatment, and at regular intervals throughout the study period to monitor treatment compliance.

We find that Republicans who followed a liberal Twitter bot became substantially more conservative posttreatment. Democrats exhibited slight increases in liberal attitudes after following a conservative Twitter bot, although these effects are not statistically significant. Notwithstanding important limitations of our study, these findings have significant implications for the interdisciplinary literature on political polarization and the emerging field of computational social science.

Alexander verweist dann auch noch auf einen Quillette-Artikel über die „Better Angels“, die eine Art Anti-Dehumanisierungskampagne fahren: „It is to humanize others who think differently — ultimately, to make us less inclined to demonize others and more inclined to peacefully coexist.“

Bleibt natürlich in diesem Kontext die Frage nach dem Umgang mit einer „Neuen Rechten“, deren Dehumanisierung ideologisch bereits angelegt ist. Man sollte sich beispielsweise daran erinnern, dass eine der frühesten rechten Mainstream-Memes mit rassistischer Konnotation Harambe (der Gorilla) war.

Andererseits zielen Projekte wie etwa Deutschland spricht auf eine Humanisierung von eben nicht radikalen Kräften (wie etwa der AFD oder der Neuen Rechten), sondern von Leuten, die trotz deren radikaler Natur bereit sind, mit ihnen auf die Straße zu gehen – den zentristischen bis mitterechten Protestwähler eben.

7. Oktober 2018

Twitter as toxic High Frequency Trading for News

Schöne Metapher von Rafael Behr im Prospect Magazin in einem Text darüber, wie Twitter die Politik vergiftete (Original-Artikel hinter Paywal). Er vergleicht den Effekt, den Twitter auf die politische Berichterstattung hatte, mit dem des High Frequency Trading an der Börse, und ich möchte anfügen: mit dem Unterschied, dass wo HFT mit Aktienkursen und Bewertungen arbeitet, der 24/7-Twitter-Newscycle-Hurricane nun vor allem über Emotionen und psychologische Eigenschaften des Hiveminds geleitet wird. Social Media als Radikalisierungsmaschine der Massen.

Prospectmagazine: How Twitter poisoned Politics

Twitter has had an effect on political news akin to the impact high-frequency trading had on financial markets. Just as algorithms there can subordinate judgment to trend, intensifying the move in the market in whichever direction it already happens to be heading, so with Twitter we can see volatile intra-day trade in an individual’s political stock. The system can then be gamed by organised campaigners who tweet and retweet in a quasi-robotic frenzy, and it can be manipulated by actual robots—bogus accounts that typically amplify partisan opinions, on behalf of the Russian security services or anyone else who might wish to cause trouble. One study estimated such “bots” might constitute 9-15 per cent of all Twitter accounts. It can be hard to distinguish between a mechanical troll working to a wrecking algorithm and a human maniac sitting in pyjamas firing off outrage through the night.

Part of journalists’ professional vanity is the belief that we can observe a herd while detaching ourselves from its movements. We suppose we can be on Twitter without belonging to Twitter. We see its flaws while flattering ourselves that it doesn’t prejudice our work. This is untrue. We cannot un-see the things to which we are exposed, nor insulate ourselves from peer pressures and taboos. It is no easier to look at Twitter without being influenced by it than it is possible to jump into a river without getting wet. It doesn’t matter that you claim to be swimming against the flow. You are still in the water. […]

In place of the old top-down message discipline, Twitter brings bottom-up policing—a kind of ideological vigilantism as swarms of loyal adherents to one position or another impose whatever the crowd has settled on as orthodoxy. That raises the prospect of parties too divided to present voters with coherent, unified programmes and leaders so beholden to doctrinaire followers that there is no scope for the kind of compromises and consensus-building that are necessary for stable government. […]

Otherwise mild-mannered and reasonable people turn deliriously combative on Twitter. Cycles of aggression flare up over nothing. I don’t think it is an exaggeration to say that Twitter can inflict mental injury on people working in politics.

And the rage appears endemic to the platform, regardless of the issue. It is unsurprising that disciples of radical ideologies—both far-left and far-right—express themselves ferociously. But it is extraordinary to see how many self-styled centrists have adopted extremist manners. The #FBPE (“follow-back, pro-European Union”) hashtag can turn formerly sober and unassuming europhiles into virtual stone-throwing yobs. A mob with moderate slogans is still a mob.

Twitter, it seems, can radicalise anyone. That is deleterious on an individual level, but profoundly corrupting of the collective political process. The website is a vast polarising machine—a centrifuge that separates politics into the most extreme iterations of any given position. When the ideal conception of politics might be rival teams, advancing competing policy prescriptions based on some common set of facts, Twitter turns us into quasi-religious cults, looking at the world in terms of righteous believers and despicable blasphemers.

1. Oktober 2018
30. September 2018
28. September 2018

Trump-Regierung rechnet mit 4°C Erderwärmung bis 2100

Man fragt sich, warum Trump die Bemühungen Obamas für Klimaschutz zurückfährt. Einfache Antwort: Die gehen davon aus, dass einer katastrophalen Erderwärmung ohnehin nichts mehr zu ändern ist und man mit 4°C (7° Fahrenheit) bis 2100 rechnen muss. Offenbar denkt man bei den Republikanern, die Einhaltung des Pariser Abkommens wirke sich destabilisierender auf Gesellschaften aus, als Entvölkerung ganzer Kontinente (siehe unten). Nachvollziehbar wird das nur durch Annahme eines Hardcore-Isolationismus („America First“ aus Steroiden) und den unbedingten Glauben daran, dass man lokal schon etwas ausrichten könne.

Washington Post: Trump administration sees a 7-degree rise in global temperatures by 2100

Last month, deep in a 500-page environmental impact statement, the Trump administration made a startling assumption: On its current course, the planet will warm a disastrous 7 degrees by the end of this century. […] But the administration did not offer this dire forecast as part of an argument to combat climate change. Just the opposite: The analysis assumes the planet’s fate is already sealed. […]

The document projects that global temperature will rise by nearly 3.5 degrees Celsius above the average temperature between 1986 and 2005 regardless of whether Obama-era tailpipe standards take effect or are frozen for six years, as the Trump administration has proposed.

Gib mir den Rest, Baby…

17. September 2018

AFD Berlin vs Schlecky Silberstein

Ein Abgeordneter der AFD Berlin doxxt und stalkt Schlecky Silberstein wegen eines Satire-Videos (Clip unten).

Link: http://www.schleckysilberstein.com/2018/09/ein-hauch-von-33-und-plotzlich-stehen-sie-vor-deiner-tur/

Schließlich stand der AfD-Abgeordnete Frank-Christian Hansel mit einem Kameramann vor der Haustür meines Firmen-Partners und filmte das Klingelschild ab. Der Krawatte nach zu urteilen ist Hansel ein Mensch, der erst handelt und dann nachdenkt, aber ein Abgeordneter muss wissen, dass diese Unsitte, Privatadressen ins Netz stellen, nicht nur illegal ist, sondern auch gefährlich. Das Video mit den Adressdetails wurde über den Facebook- und Youtube-Kanal der AfD-Berlin geteilt, wo viele Kommentatoren sehr erregt über den jüdischen Namen meines Partners waren. [...]

Ich verstehe jeden, der es satt ist, von Tourette-Linken niedergeschrien zu werden. Ich verstehe jeden, der in der Migration ein gigantisches Problem sieht. Ich verstehe sogar alle, die sich eine Partei wünschen, die so erzkonservativ ist, dass sie uns am liebsten zurück in die 50er-Jahre bringen will. Aber weiter zurück sollten wir nicht fallen. Wer Künstler und Journalisten bedroht und in den eigenen Kommentarspalten toleriert, dass Medienschaffende und ihre Familien dem Mob präsentiert werden, der kann keine Alternative sein. Sagt das gern auch Euren Eltern.

Und jetzt viel Spaß mit unserem Clip, solange man in Deutschland solche Clips noch produzieren darf:

Gib mir den Rest, Baby…

Does Our Cultural Obsession With Safety Spell the Downfall of Democracy?

Die NYTimes reviewt neue Bücher von Jonathan Haidt und William Egginton über die Schattenseiten der Identitätspolitik:

Link: https://www.nytimes.com/2018/08/27/books/review/splintering-william-egginton-coddling-greg-lukianoff-jonathan-haidt.html

If it feels as though we no longer know how to speak or listen in good faith to one another, it’s because we don’t. This is the kind of controversy that might have seemed overblown as recently as the start of the Obama administration. Today it arrives with frequency and fervor — a marker of the country’s rapidly shifting mores, which are the product of new generations increasingly fluent in, in thrall to and in fear of the hyperspecialized language and norms of academia. Whether you even find the above exchange intelligible reveals a great deal more than merely your political bent, touching on aspects of age, education and geography — not to mention distinctions of race and class.

Francis Fukuyama: Against Identity Politics

Auszug aus Francis Fukuyamas neuem Buch über Identitätspolitik.

Link: https://www.foreignaffairs.com/articles/americas/2018-08-14/against-identity-politics

Democratic societies are fracturing into segments based on ever-narrower identities, threatening the possibility of deliberation and collective action by society as a whole. This is a road that leads only to state breakdown and, ultimately, failure. Unless such liberal democracies can work their way back to more universal understandings of human dignity, they will doom themselves—and the world—to continuing conflict.

3. September 2018

#WirSindMehr Livestream

Livestream aus Chemnitz:

Live in Chemnitz / Innenstadt ab 17:00 Uhr:

17:00 Begrüßung & Schweigeminute
17:20 - 17:45 Trettmann
17:55 - 18:25 Feine Sahne Fischfilet
18:35 - 19:05 K.I.Z
19:15 - 19:45 Kraftklub
19:55 - 20:25 Nura / Marteria & Casper
20:40 - 21:15 Die Toten Hosen

Link zum Teilen: https://youtu.be/T5zhHhkMosQ

23. Juli 2018

Mesut Özil, Fußballgott, Respekt

Fußballgott hat keinen Bock mehr für eine Menschenmannschaft zu spielen, die ihn rassistisch beleidigt und keinen Respekt entgegenbringt. Ich kann den Gott gut verstehen, ich hatte es selbst in der Vergangenheit mit Menschengruppen zu tun, die mich gemobbt haben und mir nicht den geringsten Respekt entgegenbrachten und habe dann schlichtweg die Reißleine gezogen, da diese Menschen in dieser Gruppe toxisch agierten. Man hält sich dann am besten von diesen Menschen fern, selbst wenn es mal gute Freunde waren, und erst Recht spielt man nicht in ihrer Mannschaft.

Zu Mesut Özils Diktator-Pics gibt es folgendes zu sagen:

- Erdogan ist nach unseren Maßstäben ein Tyrann, der semi-demokratisch gewählt wurde und ja, Özil hat eine Vorbildfunktion. Diese steht aber nicht höher, als seine freie Entscheidung und sein Recht auf Bilder mit einem fellow Celebrity. Ein beschissenes Promi-Pic spielt dqrüber hinaus keine Rolle, außer für Menschen, die Bild-Zeitung lesen und/oder im Diskurs zulassen.

- Das Bild steht in einer ganzen Reihe anderer Pics, das Pic vom Mai war in keinster Weise herausragend oder besonders und eine Unterstützung des Wahlkampfes ist ein Kontext, der für Aktivisten und Journos eine Rolle spielen mag, nicht aber für einen Fußballer, denn…

Was die Kritiker von Mesut Özil, Fußballgott, hier von ihm verlangen, ist Aktivismus. Nichts weiter. Sie, die meist linken Aktivisten und Journos, drängen Özil in eine Rolle, die er nicht hat, nie wollte, nie angedeutet hat und für die er nicht unterschrieben hat. Sie projizieren ihre eigenen Ziele auf einen Unschuldigen und wenn er nicht ihren Anweisungen folgt, wird er memetisch in einem Shitstorm vernichtet. Das nennt man Propaganda.

Diese Propaganda richtet sich in diesem Fall gezielt gegen ein Individuum und betreibt politische Agenda. Dass ich persönlich diese Agenda unterschreibe, tut an dieser Stelle nichts zu Sache, die Vernichtung eines Menschen ist schändlich, auch distributed und memetisch. Punkt.

Dass die Organisation hinter dem Individuum (also in diesem Fall der DFB) dann vor der Entrüstung der AktivistInnen und Journos einknickte und einen der talentiertesten Hoffnungsträger dem Fleischwolf der irrationalen Masse preisgab, bezeugt nur beschämende Verhalten der führenden Akteure innerhalb dieser Organisation (also Bierhoff und wie die alle heißen, ich kenn mich nicht mit Fußball aus, aber kann einiges über Mobbing und Respektlosigkeit erzählen, which is why ich es erzähle).

Ein Nachbar von mir hat Erdogan gewählt. Ich habe seine Entscheidung hart kritisiert und ihm ins Gesicht gesagt, dass er nicht mehr alle Latten am Zaun hat und dass Erdogans Sohn und Nutzung der präsidentialen Strukturen seines Vaters ISIS finanziert. Er hat kurz gestutzt und dann haben wir Bier auf der Straße getrunken und gefeiert.

So geht Respekt vor dem Individuum und Özils Kritiker, die geilen connected Activists und die Alman-Journos vor ihren Tastaturen haben nicht die geringste Ahnung davon.

21. Juli 2018

Daily Beast: Inside Bannons Plan to Hijack Europe for the Far-Right

Ex-Presldent und wandelnde Kettenraucherwerbung Bannon zieht nach Brüssel um eine rechte Supergroup aufzuziehen. Das einzig gute daran: Er verleiht der EU damit Relevanz, traurig aber wahr. Link: https://www.thedailybeast.com/inside-bannons-plan-to-hijack-europe-for-the-far-right

Trump’s former White House chief advisor told The Daily Beast that he is setting up a foundation in Europe called The Movement which he hopes will lead a right-wing populist revolt across the continent starting with the European Parliament elections next spring.

The non-profit will be a central source of polling, advice on messaging, data targeting, and think-tank research for a ragtag band of right-wingers who are surging all over Europe, in many cases without professional political structures or significant budgets.

Bannon’s ambition is for his organization ultimately to rival the impact of Soros’s Open Society, which has given away $32 billion to largely liberal causes since it was established in 1984.

Over the past year, Bannon has held talks with right-wing groups across the continent from Nigel Farage and members of Marine Le Pen’s Front National (recently renamed Rassemblement National) in the West, to Hungary’s Viktor Orban and the Polish populists in the East.

He envisions a right-wing “supergroup” within the European Parliament that could attract as many as a third of the lawmakers after next May’s Europe-wide elections. A united populist bloc of that size would have the ability to seriously disrupt parliamentary proceedings, potentially granting Bannon huge power within the populist movement.

[update] spOnline: Steve Bannon plant offenbar rechtspopulistische Revolte in Europa.

Hier nochmal das 2016er Transkript einer Rede von Bannon im Vatikan, in der er seine Sicht auf die Welt darlegt.

20. Juli 2018

State Sponsored Trolling gone global

Spätestens mit dem Erfolg der russischen Trolle im Weißen Haus wollen alle ein Stück vom Harraszment/Disinformations/StochasticTerrorism-Kuchen abhaben, vor allem natürlich Politiker. Das… Gib mir den Rest, Baby!
17. Juli 2018

Fakebook: Browser for Russias targeted Troll-Ads

Schönes Tool der Datenvisualisierer von Fathom, um die russischen Facebook-Anzeigen nach Keywords zu sortieren und so die Überschneidungen der anvisierten Interessen herauszuarbeiten:In late… Gib mir den Rest, Baby!
16. Juli 2018
7. Juli 2018

Französischer Verfassungsgerichtshof: Solidarität is not a Crime

Während Kapitän Claus-Peter Reisch von der Lifeline sich in Malta vor Gericht wegen angeblicher Schleusertätigkeit verantworten muss, beruft sich der französische Verfassungsgerichtshof in einem halb-ähnlich gelagerten Fall auf das Prinzip der Brüderlichkeit (Fraternité) – einem der drei Eckpfeiler der französischen Revolution, die genau so auch Einzug in Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hielt – und entkriminalisiert sogenannte „Solidaritätsdelikte“.

Anlass war der Fall von Cédric Herrou, der laut Staatsanwalt „Anreize für Migranten“ geschaffen hatte. Ganz ähnlich den Argumenten von Rechts gegen Seenotrettung durch NGOs im Mittelmeer.

Man kann sicher darüber streiten, wie ankommende Flüchtende in Europa verteilt werden und wie wir das gemeinsam stemmen können. Aber die Abschaffung von Solidaritätsdelikten unter Berufung auf eine der Kernaussagen der europäischen Demokratie, die aus der französischen Revolution hervorging, nämlich dass Solidarität unter Menschen grundsätzlich nicht strafbar ist, sollte allen Halbrechten, Rechten und ihren Mitläufern bewusst machen, dass sie hier gegen die Allgemeinen Menschenrechte und die Grundpfeiler der Demokratie argumentieren. Und dieses Argument kommt jetzt nicht nur von linksgrünversifften Gutmenschen wie mir, sondern vom Verfassungsgerichtshof in der Wiege Europas.

Mit anderen Worten: Wer gegen Seenotrettungen und Solidarität mit Migranten argumentiert, argumentiert grundsätzlich gegen die Menschenrechte. Viel Spaß damit, Seehofer.

5. Juli 2018

318-278 gegen Uploadfilter und Leistungsschutzrecht

Julia Reda auf Twitter: „Great success: Your protests have worked! The European Parliament has sent the copyright law back to the drawing board. All MEPs will get to vote on #uploadfilters and the #linktax September 10–13. Now let's keep up the pressure to make sure we #SaveYourInternet!“ ABGELEHNT! Congratz an alle und danke Julia Reda für die ganze Arbeit!

4. Juli 2018

Toxic Leistungsschutzrecht/Uploadfilter vor der Abstimmung

Morgen mittag stimmen die Mitglieder des EU-Parlaments über die Gesetzes-Vorschläge zur Urheberrechtsreform von Axel Voss ab, ein Uploadfilter/LSR-HighNoon um genau 12 Uhr mittags.

Anscheinend kippt die Stimmung grade in Richtung einer Ablehnung dieser Vorschläge. Laut ORF lehnen anscheinend alle österreichischen EU-Abgeordneten aus allen Fraktionen geschlossen ab und gerüchteweise werden wohl auch konservative Abgeordnete aus Schweden, Tschechien und Polen gegen die Vorschläge stimmen.

Das bedeutet allerdings noch keine grundsätzliche Ablehnung der Reform, es bedeutet lediglich Nachbesserung und Neuvorlage und neue Abstimmungen. Die Kuh ist also noch lange nicht vom Eis und es droht weiterhin eine Zensur-Infrastruktur auf Copyright-Basis, deren Auswirkungen man vor ein paar Wochen bereits als Vorgeschmack bei der Zensur der FeministInnen von Pinkstinks erleben durfte.

In dem knapp dreiminütigen Musikvideo wettern Hamburger Schülerinnen gegen die Heidi-Klum-Sendung "Germany's Next Topmodel", die auf ProSieben läuft. Mit Textzeilen wie "Ich bin mehr als mein Aussehen, ich kann mehr anbieten, als diese Deppen mich zeigen lassen" kritisieren sie den Schönheitswahn, der jungen Frauen mit der "Horrorshow" vermittelt werde.

Wer sich den Clip am Tag nach der RTL-Sendung zwischen 1.47 Uhr und 8.32 Uhr auf YouTube anschauen wollte, wurde enttäuscht. Das Video wurde von Google Mitte Februar vorübergehend gesperrt. Das Problem: Der Google-Filter Content ID hatte das Video als urheberrechtlich geschütztes Bildmaterial des Senders RTL eingeordnet. Ein Fehler im System, von dem auch RTL selbst erst später erfährt.

Auf saveyourinternet.eu finden sich zahlreiche Wege, um Beschwerde bei den EU-Politikern einzulegen.

Derweil schickt Axel Voss Antwortmails auf genau diese zahlreichen Beschwerden, in denen er seine Vorschläge zu verteidigen sucht. Wikimedia nimmt das Teil und dreht es durch den Fleischwolf: DE policy/EU-Urheberrechtsreform Richtigstellungen Voss – Wikimedia Deutschland antwortet auf Axel Voss.

Gib mir den Rest, Baby…

3. Juli 2018
2. Juli 2018

Keyboard-Seehofer spielt Radioheads Creep

Seehofer macht einen auf Keyboard-Cat, eine der unterhaltsameren Memes zum nicht-unterhaltsamen Machtpoker in Berlin. Frau Blitzkrieg und die Creep-Lyrics gewinnen mit einigem Abstand. (Mein… Gib mir den Rest, Baby!

Seehofer hat gewonnen 😶

Seehofer hat sich „in allen Punkten“ durchgesetzt und mit Österreich eine mitteleuropäische (rechte) Lösung für „illegale Migration“ gefunden mit Transitzentren an der deutsch-österreichischen Grenze „für Asylbewerber, die bereits in einem anderen EU-Land registriert sind, von wo sie „direkt in die zuständigen Länder zurückgewiesen werden“.

1. Ist ja auch so'n deutscher Trump-Moment, so ein bisschen jedenfalls.

2. Ich bin gespannt, was Italien und Griechenland zu der Einigung sagen.

3. Übernehmen wir da den Job von Österreich und verdienen über die Rückführungen beider Länder? Welche Unternehmen sind da unter Vertrag?

4. Mit Fluchtursachen hat diese Lösung offensichtlich nichts zu tun, gleichzeitig werden Seenotrettungen kriminalisiert, dabei gebieten sie die Menschenrechte.

5. Ich lese gerne Zeitgeist an Zeitschriftentiteln ab und die Zunahme an Militärtiteln, Real Crime und Mags wie „Kommando International Special Operations Magazine“ bereiten mir mehr Sorge, als alle Seehofers der Welt.
Ich grusel mich selten, aber grade beim Einkaufen durchaus sehr, denn Seehofer ist der Verkäufer einer Stimmung, die nicht erst seit gestern kippt und grade am Zeitschriftenmarkt und da grade im Trash, am Schlechten, am pop-esoterischen, übersteigerten und im rechten Fall gefährlichen Rotz – kann die superinformierte Internet-Bubble ablesen, wo es hingeht.

Die Verkäuferin so auf Nachfrage, ob die Scheiße sich verkauft und seit wann das so ist: „Verkauft sich wie blöde, seit circa 'nem einem Jahr“. I see a bad moon rising.

6. Tja. Keyboard-Seehofer spielt My Way, oder so. 😔

Plastic Ban Violence

In Australien gehen die Kunden von Supermärkten auf die Arbeiter los, weil dort Plastiktüten verboten wurden. We are truly, deeply fucked.

In Western Australia, a shopper put his hands around the throat of an employee at Woolworths, which had stopped giving out free plastic bags days before the ban came into force. It was one of dozens of cases of shop staff being abused as Australia moves to reduce the amount of non-decomposing synthetic materials going into rivers and seas.

In a survey of supermarket workers this week, out of 132 who responded, 57 (43 per cent) said they had suffered abuse because of the plastic bag ban. "I work at Woolies and have already been abused countless times; it's not our fault," staff member Lauren McGowan told News.com.au.

Dänemark installiert Ghetto-Gesetze

Dänemark hat Gesetze für „Ghetto-Kinder“ verabschiedet, die unter anderem Kindergarten-Zwang für Kinder ab 1 Jahr und härtere Strafen für Leute vorsehen, die in diesen Gebieten wohnen --> NYTimes: In Denmark, Harsh New Laws for Immigrant ‘Ghettos’

Starting at the age of 1, “ghetto children” must be separated from their families for at least 25 hours a week, not including nap time, for mandatory instruction in “Danish values,” including the traditions of Christmas and Easter, and Danish language. Noncompliance could result in a stoppage of welfare payments. Other Danish citizens are free to choose whether to enroll children in preschool up to the age of six. […]

One measure under consideration would allow courts to double the punishment for certain crimes if they are committed in one of the 25 neighborhoods classified as ghettos, based on residents’ income, employment status, education levels, number of criminal convictions and “non-Western background.” Another would impose a four-year prison sentence on immigrant parents who force their children to make extended visits to their country of origin — described here as “re-education trips” —in that way damaging their “schooling, language and well-being.” Another would allow local authorities to increase their monitoring and surveillance of “ghetto” families. […]

Yildiz Akdogan, a Social Democrat whose parliamentary constituency includes Tingbjerg, which is classified as a ghetto, said Danes had become so desensitized to harsh rhetoric about immigrants that they no longer register the negative connotation of the word “ghetto” and its echoes of Nazi Germany’s separation of Jews.

Ich denke zwar, dass Assimilation der einzige Weg ist, um mit Migration in Zukunft umzugehen (eine bittere Pille für naive Lefties, ich weiß das – ich empfehle noch einmal dieses kurze Interview mit Jonathan Haidt zum Thema), und mit einer „wertevermittelnden“ Kindergartenpflicht für Migranten kann ich grade noch so leben, denn es ist immer noch „nur“ eine konservative Maßnahme.

Aber eine Ungleichbehandlung vor dem Gesetz verstößt meines Erachtens ganz klar gegen jegliche Werte, die eine solche Maßnahme eigentlich vermitteln soll. Von der Wortwahl „Ghetto-Kinder“ mal ganz abgesehen.

30. Juni 2018
29. Juni 2018
27. Juni 2018

Bürgerversammlung als Alternative zu Parlamentspolitik

Brett Hennig (The End of Politicians: Time for a Real Democracy) über die Bürgerversammlung, ein Gremium von zufällig ausgelosten Bürgerinnen und Bürgern, als Alternative zur derzeitigen Parlamentspolitik. Die Idee gewinnt an Fahrt, seit ich vor einem Jahr zum ersten mal von ihr hörte und sie hört sich für mich ziemlich schlüssig an, vor allem da sie ideologieübergreifend funktioniert und Lagerdenken entgegenwirkt. Mindestens nachdenkenswert.

If you think democracy is broken, here's an idea: let's replace politicians with randomly selected people. Author and activist Brett Hennig presents a compelling case for sortition democracy, or random selection of government officials -- a system with roots in ancient Athens that taps into the wisdom of the crowd and entrusts ordinary people with making balanced decisions for the greater good of everyone. Sound crazy? Learn more about how it could work to create a world free of partisan politics.

Hier noch eine aktuelle Petition für eine deutsche Bürgerversammlung auf change.org.

23. Juni 2018

The non-relative Fuckedness of Climate Refugees

Seit ungefähr zwei Jahren frage ich regelmäßig angesichts steigender Flüchtlingszahlen nach Climate Refugees und während Seehofer in diesem Sommer berliner Machtspielchen betreibt, die… Gib mir den Rest, Baby!
20. Juni 2018

Upload-Filter beschlossen – Memes und Lustige Internetbilder bald tot

Der Rechtssausschuss der EU hat heute morgen mit 10:15 Stimmen ein neues Leistunsschutzrecht und Upload-Filter beschlossen. Damit sind dann Memes und die meisten lustigen Internetbilder und viele Funny GIFs demnächst tot, wenn der Vorschlag in zwei Wochen oder so vom EU-Parlament angenommen wird und der dann im Herbst in Gesetzesform verabschiedet wird. Dann ist Ende Gelände und die Netzkultur von circa 2000-2018 stirbt den Corporate Greed-thru-Copyright-Tod. Lösungen wären eine europäische Fair-Use-Klausel, die liegt aber in weiter Ferne.

Netzpolitik: Schlag gegen die Netzfreiheit: EU-Abgeordnete treffen Vorentscheid für Uploadfilter und Leistungsschutzrecht

Als prominentes Opfer würden künftig wohl etwa Millionen von Memes aus dem Internet gefiltert werden, auch wenn sie als wichtiger Bestandteil der Netzkultur gelten. In ihrer bekanntesten Form handelt es sich bei Memes um Sprüche auf Bildern, die sich über soziale Netzwerke viral verbreiten. Da die Bilder jedoch oft urheberrechtlich geschütztem Material entnommen sind, warnt eine Kampagne nun davor, dass die Urheberrechtsreform ein Stück Netzkultur vernichten könnte. Denn während Memes in den USA durch die Fair-Use-Doktrin von der Meinungsfreiheit gedeckt sind, fehlt in der Europäischen Union leider immer noch ein vergleichbares Recht auf Remix.

Hier nochmal SaveYourInternet.eu und hier eine Petition auf Change.org.

[update 12:57] Interessantes Detail von Julia Reda: „Einzig mit den Stimmen der rechtsradikalen Front National konnte @AxelVossMdEP heute eine Mehrheit für seinen Vorschlag zum EU-#Leistungsschutzrecht zusammenstellen.“

19. Juni 2018

Postcard from Trump Hotel Texas

Goldene Postkarte aus dem neuesten Trump Hotel in Texas von yours truly, basierend auf 'nem Tweet von US-Senator Tim Kaine.More serious: Kirio Birks nimmt auf Quillette, ein betont… Gib mir den Rest, Baby!

Petition gegen Upload-Filter: Stop the Censorship Machinery-Petition!

Ich bin kein großer Freund von Petitionen (mehr), aber die Stop the Censorship Machinery-Petition von SaveTheInternet.info habe ich grade gezeichnet and you should, too. Julia Reda hat noch ein paar weitere Vorschläge, wie man Politikern ein bisschen Druck machen kann, um Upload-Filter zu verhindern.

Cory Doctorow auf Motherboard über die von der EU anvisierte Linksteuer:

The cost of complying with the link tax will make starting a competitor to one of those platforms effectively impossible. For one thing, the EU is planning on leaving the details of the link tax up to each of its 28 member states, with no limits on how restrictive these rules can be. Under Article 11, members could create link taxes that required a license for quoting even very short snippets from an article. Even if some states create more sensible rules, it won't matter, because the only way to stay out of trouble is to comply with all 28 versions of the rule, so the most restrictive rule will be the one to which everyone defaults.

Warum Upload-Filter schlecht für das Netz als Raum der Ideen sind, habe ich hier ausführlich formuliert:

Begreift man das Netz als diesen Raum der Ideen (wie ich), indem sich die menschliche Ideenwelt spontan manifestiert (mit allen Vor- und Nachteilen), äußert sie sich oft in Formen, die in der physischen Welt durch das Urheberrecht geschützt sind – sehr wahrscheinlich sogar sehr viel häufiger, als durch wirklich originäre Gedanken und Bilder, denn: Unsere Gedankenwelt ist spätestens seit dem Siegeszug der visuellen Massenmedien seit den 70er Jahren durch eine allumfassende Durchdringung von geschützten Ideen geprägt. Wenn ich an die Heroes Journey von Campbell denke, stelle ich mir Marvels Iron Man™ vor. Grüble ich über mein verstopftes Klo und den Klempner, denke ich an Super Mario und fantasiere ich über Märchen, habe ich Disneys Cinderella im Kopf.

Dies ist ein automatischer Prozess und bleibt in der physischen Welt in 99% aller Fälle folgenfrei, selbst wenn ich das Ergebnis meiner Gedankengänge veröffentliche (in dem ich eine Zeichnung anfertige und meinen Buddies zeige oder ähnliches).

Ein Upload-Filter würde genau diesen Fluss des kulturellen, zwischenmenschlichen Austauschs vernichten. Eine fatale Entwicklung, nicht nur für User.

Es kann nicht im Interesse der Kulturindustrie liegen, die ideelle, nonphysische Gedanken-Infrastruktur im Netz zu zerstören. Auf den Geist und die Gedankenwelt haben sie (noch) keinen Zugriff, dort können sie (noch) keinen Schaden anrichten, denn ich werde immer die Freiheit haben, mir Iron Man bei der Heroes Journey und Cinderella im SuperMario-Kart vorzustellen.

Im Web aber werden wir dazu nicht mehr in der Lage sein und damit stirbt das Internet als Ideenwelt und verkümmert zu einer reinen Druckmaschine auf Speed.

Gegen die Macht der Internetgiganten

Sahra Wagenknecht, Fabio de Masi und Thomas Wagner über den Aufbau von öffentlich getragenen Plattformen und einer alternativen digitalen Infrastruktur als Gegengewicht zu internet-inhärenten Monopolisierungstendenzen (vgl soziale Gravitation, Winner takes it all usw).

Die Beschränkung des Zugangs zum Markt für öffentliche Institutionen ergab in nicht-digitalen Zeiten durchaus Sinn, der neoliberale Grundgedanke aber ist heute angesichts faktisch global agierendender Data-Trader (wie Facebook) in einer eben realiter *nicht* global regulierten Welt nicht weiter haltbar.

Der Aufbau internationaler, öffentlich getragener Plattformen wäre ein erster Schritt in eben diese tatsächlich globalisierte Welt. Let's do it.

Link: http://www.fr.de/politik/meinung/gastbeitraege/gastbeitrag-gegen-die-macht-der-internetgiganten-a-1523452

18. Juni 2018

Die relative Geficktheit durch Klimawandel

In seinem Buch Carbon Ideologies breitet William T. Vollmann ein genauso detailiertes wie fatalistisches Bild einer Welt aus, deren Kampf gegen den Klimawandel bereits verloren ist. Bleibt die… Gib mir den Rest, Baby!
16. Juni 2018
5. Juni 2018

Satanische Kreuzpflicht in Bayern

Seit ein paar Tagen besteht in Bayern die Kreuzpflicht für Behörden und Ämter, die alut Söder damit „nicht ein Zeichen einer Religion, sondern […] die geschichtlich-kulturelle… Gib mir den Rest, Baby!
29. Mai 2018

EU vs Plastic Planet

Neues vom Plastic Planet: Die EU hat einen Gesetzesvorschlag zur Reduktion von Plastikabfall verabschiedet, der sich vor allem gegen einmal verwendbare Wegwerfprodukte wendet, reguliert werden sollen unter anderem Wattestäbchen, Plastikbesteck, Trinkhalme, Rührstäbchen und Einwegflaschen, Chipstüten, Kippen, Luftballons und Einkaufstüten --> NZZ: Die EU-Kommission will Plasticgeschirr verbieten. Wobei sich durchaus Kritik an den Vorschlägen der EU laut macht, denn die Schritte seien „too little too late“ und ein Verbot von „nur“ Plastikgeschirr greife schlichtweg zu kurz, primäres Ziel müsse eine generelle Vermeidung von Plastikverpackungen sein.

Währenddessen widmet National Geographic dem Thema nicht nur eine Ausgabe ihres Print-Magazins, sondern gleich eine ganze „multiyear ‘Planet or Plastic?’ campaign to encourage consumers to reduce single-use plastics“. Wer schonmal in den USA gearbeitet hat (ich verbrachte ein paar Wochen im Napster-Office in Hollywood damals und habe den dortigen Alltag ein kleines bisschen mitbekommen), der weiß, dass dort Wegwerfgeschirr absoluter Standard ist. Als im Gegenzug amerikanische Kollegen in Frankfurt vorbeikamen, waren sie jedesmal ziemlich erstaunt über das Porzellan-Geschirr und die echten Messer und Gabel – für die ein echter Knaller und nahezu nicht zu fassen. Die Mülltonne des Büros in Los Angeles lief jeden einzelnen Tag über vor Plastik, deshalb ist die Kampagne des National Geographic dort mehr als angebracht.

Ein paar der Artikel sind auch online verfügbar: Gib mir den Rest, Baby…

28. Mai 2018

Wie Uploadfilter das Netz als Ideenwelt bedrohen

Julia Reeda hat einen langen Text zur grade durch den Rat der EU beschlossenen Vorschläge ihrer Urheberrechtsrichtlinie, die anscheinend entgegen dem Rat praktisch aller Experten durchgesetzt werden soll, weitere Infos bei heise.de.

Man kann die Gesetzesvorschläge der EU meines Erachtens aus zwei Perspektiven betrachten:

1.) Das Internet als reine Publishing-Infrastruktur, eine rein technische, multiplikatorische Weiterentwicklung der Druckmaschine. Unter diesem Gesichtspunkt kann man den Vorschlag ablehnen oder befürworten, in beiden Fällen muss man aber zugestehen, dass die prinzipielle Durchsetzung von Urheberrechten im Netz ein valides Interesse ist. Das ist quasi die stark verkürzte netztheoretische Position der Rechteinhaber und Verlage.

2.) Das Internet als Lebensraum und Ort, in dem sich menschlicher Geist entfaltet. In diesem Fall scheitert das Urheberrecht bereits an der nicht schützbaren immateriallen Form der Idee, denn geistiges Eigentum ist in der Welt der Ideen ein Oxymoron. Ich kann mir Garfield vorstellen so oft und gerne ich möchte, wie er mit Prinzessin Peach im Bett liegt und dabei Mario Kart fährt: Niemand kann und wird und darf mich daran hindern.

Gib mir den Rest, Baby…

Opferkultur: Das große Mimimi

Kluger Kommentar von Anselm Neft über den links wie rechts gepflegten Opfermythos und die psychologischen Dynamiken der ideologischen Konflikte, die sich daraus ergeben: „Immer mehr Menschen sehen sich selbst als Opfer oder identifizieren sich mit welchen. Der Grund ist rechts wie links der gleiche: Man scheitert an den eigenen Ansprüchen.“

Wenn wir verstehen, dass wir alle Opfer und Täter sind, müssen wir die Welt nicht mehr in Opfer und Täter einteilen und mit dem Finger entweder auf uns oder andere zeigen.

Link: https://www.zeit.de/kultur/2018-05/opferkultur-debatte-sexismus-freiheit-gesellschaft/komplettansicht

26. Mai 2018

Sibylle Berg: Politik von rechts – Hallo Mehrheit!

Sibylle Berg über die nicht vorhandene Wehrhaftigkeit gegen Rechts. Ich stimme ihr in jedem Wort zu und ich vermute, dass sich der liberale Teil der Linken demnächst unter einem neuen Dach konsolidieren wird. Abwarten.

Link: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kampf-gegen-rechts-wir-brauchen-eine-revolution-kolumne-a-1209368.html

Gib mir den Rest, Baby…

24. Mai 2018

Mark Zuckerberg beim Europaparlament: Desaster für Facebook

Guter Text von Lobo zur Zuckerbergs EU-Anhörung: „Die wichtigste Frage der Anhörung kam von Weber: "Können Sie mich überzeugen, Facebook nicht zu zerschlagen?" Ich kann nicht erkennen, dass Zuckerberg das gelungen ist, und bätschi, das wird teuer. […] Ein EU-Exempel kommt auf uns zu, es wird teuer für Facebook und trotzdem wird es dabei nur Verlierer geben. […] Er hat den PR-Teil gewonnen, glaubt er. Stimmt. Vielleicht denkt Zuckerberg, es sei jetzt vorbei. Ist es nicht.“

Link: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/mark-zuckerberg-beim-europaparlament-desaster-fuer-facebook-a-1209061.html

Mir stellt sich die Frage, bei einer tatsächlichen oder zumindest teilweisen Zerschlagung von Facebook, was das für andere, duchaus infrastrukturell agierende Quasi-Monopole wie Amazon bedeutet. Wenn dies ein Beispiel setzt, könnte es das Ende der internet-inhärenten Neigung zur Monopolbildung bedeuten. Im Prinzip eine gute Entwicklung, der Verlierer ist am Ende aber doch wieder der User, denn die Plattform-Monopole (egal ob Twitter, Amazon, Facebook oder sonstwer) bilden sich beinahe automatisch durch *soziale* Gravitation durch die Anwender selbst. Man einigt sich eben, gemeinsam auf Facebook abzuhängen und dann tun es alle. Dann wird das Monopol zerschlagen, man einigt sich auf den nächsten Kandidaten und es entsteht ein Kreislauf. Eine Loose-Loose-Situation für jeden, außer den Regulatoren.

US-Bundesgericht: Trumps Twitter-Blocks verstoßen gegen die amerikanische Verfassung

Bundesrichter sind eine Stufe unter dem obersten Gerichtshof der USA und ich schätze, dass dieser Fall auch noch dort landen wird. Wenn das *dann* nochmal so entschieden wird, ist zumindest für die USA entschieden, dass SocialMedia-Blocks für politische Repräsentanten illegal sind und *das* dürfte Diskussionen auslösen, denn natürlich repräsentieren gewählte Politiker einer Demokratie auch den größten Psychotroll auf Twitter, den die dann nicht blocken dürfen. Popcorn ahead.

A federal judge ruled on Wednesday that Donald Trump's use of the Twitter block button violated the First Amendment. The ruling has implications for any government official—federal, state, or local—who uses Twitter or other social media platforms to communicate with the public.

Link: https://arstechnica.com/tech-policy/2018/05/judge-orders-donald-trump-to-stop-blocking-people-on-twitter/

23. Mai 2018

AFD bietet Demogeld

Es ist eine Email aufgetaucht, aus der hervorgeht, dass die rechtsbraune AFD ihren Mitgliedern tatsächlich ein Demogeld anbietet, um ihre angemeldete Teilnehmerzahl für ihre Nazi-Show in Berlin… Gib mir den Rest, Baby!
19. Mai 2018

Reconquista Internet

Die Website zu Böhmermanns Aktion. Prinzipiell okay, im Detail aber wohl zumindest stellenweise eher so mitteldurchdacht und über das gesamte Dings muss ich mir noch eine abschließende Meinung bilden. Bis dahin: „Wir sind #ReconquistaInternet, eine digitale Bürgerrechtsbewegung für Liebe und Vernunft im Internet und eine Zivilisierung des gesellschaftlichen Diskurses in den sozialen Netzwerken.“

17. Mai 2018
16. Mai 2018

Das härteste Polizeigesetz seit 1945 [ist] in Bayern beschlossen

Die CSU hat gestern mal wieder bewiesen, was sie von Demokratie und Rechtsstaat halten, nämlich gar nichts, und schaffen die Unschuldvermutung einfach mal ab. Bravo, Bayern!

Heribert Prantl in der SZ: Bayern macht aus der Polizei eine Darf-fast-alles-Behörde

Das neue Polizeirecht nimmt diese Risiken in Kauf. Es macht die bloße Mutmaßung zur Maxime des polizeilichen Einschreitens. Das neue Polizeirecht schreitet damit in die Abgründe der Prävention. Die Prävention ist nun nicht mehr das mildere Mittel im Vergleich zur traditionellen reaktiven Repression; die Prävention nach dem neuen bayerischen Gesetz bedeutet die Entgrenzung des Polizeirechts; es löst sich auf in einem allgemeinen Sicherheitsrecht - das nicht mehr unterscheidet zwischen Schuldigen und Unschuldigen, das keine Verdächtigen und Unverdächtigen mehr kennt, sondern nur noch Gefahrpersonen, die zur Sicherheit überwacht werden. Zur Vorbeugung von Straftaten ist künftig mehr erlaubt als zur Verfolgung von Straftaten.

Netzpolitik:

Die bayerische PAG-Novelle sehe umfassende Befugnisse schon bei unspezifischem Verdacht vor. Hinzu komme, dass in erster Linie nicht nur auf besonders schützenswerte Rechtsgüter, sondern überwiegend auf Tatbestände wie erhebliche Sachbeschädigung gezielt werde. Bröckling stellt klar:

Die Polizei wird künftig eingreifen dürfen, lange bevor eine Straftat begangen wurde. Und eingreifen heißt in diesem Fall: Die Polizei darf der Person, von der sie vermutet, dass sie eine Straftat begehen wird, Aufenthaltsgebote und -verbote aussprechen, […] elektronische Fußfesseln anlegen, sie darf die Konten dieser Person sperren.

Die Polizei habe zwar bereits die Befugnis, bei hinreichendem Verdacht etwa den Rucksack eines vermeintlichen Sprayers zu kontrollieren. Wenn allerdings plötzlich Cloud-Daten nur aufgrund von Vermutungen abgefragt und sogar verändert werden dürfen, stünden dabei fast immer sensible Daten auf dem Spiel. Die Polizei werde schlicht zur Datensammelbehörde ausgebaut.

Der massive politische Protest richtete sich auch gegen die Forderung aus dem Gesetzesentwurf, DNA-Spuren im Strafverfahren auf sogenannte Merkmale „biogeographischer Herkunft“ zu untersuchen. Dies bringe ein hohes Diskriminierungspotenzial für Minderheiten mit sich und lege den Vorwurf des Racial Profiling nahe.

15. Mai 2018
14. Mai 2018

Tactical Memetics

In meinem Vortrag erwähne ich unter anderem ein altes Paper (hier das PDF) der Marine Corps University, in dem bereits über Memetik als Wachstumsindustrie des Militärs nachgedacht wird. Die… Gib mir den Rest, Baby!

Rant: Warum die DSGVO eine Datenschutz-Karikatur ist

Schöner Rant von Enno zur DatenSchutzGenitalVollzugsOrdnung:

Die DSGVO überzieht zahllose Menschen mit einem bürokratischen Irrsinn und treibt diejenigen, die das vermeiden wollen, zu den großen Plattformen, die sich unter dem Deckmantel der „Einwilligung“ dann allerlei erlauben können. Alternative Anbieter wie Diaspora oder Mastodon, die graswurzelartig von den Nutzern selbst betrieben werden, stehen vor kaum lösbaren Problemen: Wie etwa soll das in der DSGVO verankerte „Recht auf Vergessen“ auf derart verteilten Plattformen eigentlich umgesetzt werden? Einige sehen keine andere Wahl, als Nutzer aus der EU einfach auszusperren.

Ich selbst habe bislang: Eine Datenschutzbestimmung aus 'nem Generator kopiert, die IP-Adressen der Kommentatoren anonymisiert sowie die Kommentarpflichtfelder für Mailadressen gelöscht. Für die Newsletter-Anmeldung in der Sidebar bastel ich demnächst noch irgendein Häkchen hin, wie ich mit Embeds und oEmbeds umgehe, weiß ich noch nicht und soweit ich weiß, sind die einzigen Cookies, die meine WP-Installation noch setzt, irgendwas mit Emojis (weiß der Geier warum).

Mit anderen Worten: Ich hab' keinen blassen Dunst, wie ich die DSGVO hier umsetzen werde.

10. Mai 2018

AI will spell the end of capitalism

AI may eat superficial critiques of socialism, weil AI anscheinend das primäre Konzept der „Vorhersage“ technologisch ersetzen kann, in Ökonomen-Speak formuliert: AI kann „supplant the imperfections of 'the invisible hand'“.

Das Konzept der „Vorhersage von X“ geht natürlich weiter, als die „Unsichtbare Hand“ und ist grade im Kontext von Wahrnehmung und Psychologie grundlegend.

If AI remains under the control of market forces, it will inexorably result in a super-rich oligopoly of data billionaires who reap the wealth created by robots that displace human labor, leaving massive unemployment in their wake.

But China’s socialist market economy could provide a solution to this. If AI rationally allocates resources through big data analysis, and if robust feedback loops can supplant the imperfections of “the invisible hand” while fairly sharing the vast wealth it creates, a planned economy that actually works could at last be achievable. […]

Marx’s dictum, “From each according to their abilities, to each according to their needs,” needs an update for the 21st century: “From the inability of an AI economy to provide jobs and a living wage for all, to each according to their needs.”

9. Mai 2018
8. Mai 2018

Moderner Postmodernismus für Dummies

Großartiger Text von Kenneth Houston beim Areo Magazin, eine Verteidigung des Postmodernismus gegen die oberflächliche Kritik des von mir ansonsten sehr geschätzten Jordan Peterson: The… Gib mir den Rest, Baby!
4. Mai 2018
1. Mai 2018

Tag der Arbeit: Was ein bedingungsloses Grundeinkommen bringt

Nette Zusammenfassung der Argumente für und wieder des BGE: „Jobverluste durch Digitalisierung, ungerechtes Hartz IV: Viele bezweifeln, dass der Sozialstaat die großen Probleme noch lösen kann - und fordern ein bedingungsloses Grundeinkommen. Kann es diesem Anspruch gerecht werden?“

spOnline: Tag der Arbeit: Was ein bedingungsloses Grundeinkommen bringt

Und schön auch, dass sie den (meines Erachtens) Fehlschluss der Arbeitsplatz-Substitutions-Argumentation aufzeigt, wie sie sich in den Aussagen zum Beispiel von David Precht äußern: „'Ein Busfahrer, der seinen Beruf verliert, wird nicht anschließend Virtual-Reality-Designer.'“ Nice. Toll. Wenn es den VR-Designer überhaupt bräuchte.

Denn die AIs dürften schon bald in der Lage sein, ganze Welten auf Ansage des Kunden selbst zu erschaffen. Siri, bau mir eine Galaxis voller Käseplattenplaneten mit lilagelb-gepunkteten Einhörnern und violá, done. Den Designer braucht es da maximal in der Dev-Phase und diese Arbeitsplätze dürften in der Menge den Arbeitsplatzbedarf wohl kaum decken, grade da Digitalität ein Streben nach Monopolen fördert. Nochmal komplizierter: Die Arbeitsplatzvernichtung durch AI dürfte exponentielles Wachstum aufweisen, die von einer einfachen 1:1-Substitution nicht getragen werden kann.

Freilich ist diese totale Ausrechenbarkeit nicht auf alle Berufe anwendbar, aber ich glaube deshalb noch lange nicht an eine ausreichende Substitution durch neue Arbeitsplätze. Mit anderen Worten: Meiner Meinung ist ein BGE oder ein ähnliches Konzept zwingend notwendig, um ökonomische Strukturen der Zukunft überhaupt herzustellen – wenn man nicht sofort den StarTrek-Weg gehen will und Geld vollkommen abschafft.

30. April 2018

'We're doomed': Mayer Hillman on the climate reality no one else will dare mention

Wäre Hillman der einzige, der so apokalyptisch über den Klimawandel redet, ich würde es ignorieren. Leider ist er nicht der einzige und Miami säuft bereits ab. Yay Future!

Guardian: 'We're doomed': Mayer Hillman on the climate reality no one else will dare mention

Gib mir den Rest, Baby…

Electronics-recycling innovator is going to prison for trying to extend computers' lives

Eric Lundgren geht in den Knast, weil er freie Software, die jeder Runterladen kann, auf Discs brennt. Ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr die Legislative des 20. Jahrhunderts mit der Realität des 21. Jahrhunderts kollidiert und massiven Schaden verursacht. Eine AI hätte möglicherweise das Gesetz geändert, aber soweit sind wir noch nicht.

LA Times: Electronics-recycling innovator is going to prison for trying to extend computers' lives

Gib mir den Rest, Baby…