The IT Crowd – Trailer, Rezension & Kritiken im Check

Bereits 2006 ging eine Serie an den Start, die die Schrulligkeiten und Eigenarten von Computernerds thematisierte. The IT Crowd zeigte noch vor Sheldon Cooper und Leonard Hofstadter, welches komödiantische Potential darin liegt, wenn zwei völlig gegensätzliche Welten aufeinandertreffen.

In vier Staffeln und einer extra langen Sonderepisode arbeiten zwei eingefleischte IT-Techniker in einem kargen Kellerbüro und bekommen eine Chefin an die Seite gestellt, bei der der Begriff „Techniklaie“ sogar noch eine Untertreibung wäre.

Darum geht es in The IT Crowd

Moss und Roy sind nicht nur Kollegen, sondern auch gute Freunde. Sie teilen schließlich das gleiche Hobby: Computer. Zusätzlich haben sie jedoch auch ähnliche Schwächen: Fehlende Sozialkompetenz, mangelnde Coolness und nahezu keinerlei Chancen beim anderen Geschlecht. Was genau die Firma macht, für die sie arbeiten, ist nicht nur für die beiden unklar, auch die Zuschauenden erfahren es nicht. Doch das spielt auch keine Rolle. In aller Regel geht es darum, dass Leute mit ihren PC-Problemen anrufen und Roy so hilfreiche Tipps gibt wie: Haben Sie den Computer schon mal neu gestartet?

Zu Beginn der Serie wird die traute Zweisamkeit der beiden jedoch gestört. Denn sie bekommen die hübsche Jen als Chefin vorgesetzt. Das Problem: Sie ist cool, kann mit Menschen umgehen, hat aber genau so viel Ahnung von Computern wie ein Höhlenmensch. Tatsächlich ist sie nur durch einen „optimierten“ Lebenslauf an ihre Position gelangt. Besetzt hat man die Rolle mit Katherine Parkinson, die auch schon in der BBC Serie „Sherlock“ zu sehen war. Und natürlich sind Moss und Roy dem schönen Neuzugang sofort verfallen und versuchen in zahlreichen Episoden bei ihr zu landen.

Nerdige Situationskomik

Der Humor von The IT Crowd entsteht aus den skurrilen Situationen, in die die Charaktere geraten. Moss zum Beispiel ist zwar schon über 30, wohnt aber immer noch bei seiner Mutter. Und die scheut nicht davor zurück, ihn bei der Arbeit zu stören und an die banalsten Sachen zu erinnern. Hinzu kommt, dass Moss zwar ein technisches Genie ist. Doch wenn es darum geht, sein Wissen mit anderen zu teilen, entpuppt er sich als der schlechteste Lehrer aller Zeiten.

Auch rein optisch regt Moss zum Schmunzeln an. Seine Frisur kann getrost als unkonventionell bezeichnet werden, besteht sie doch aus einem Afro mit Seitenscheitel. Der Alltag bereitet ihm Probleme und selbst die einfachsten Dinge werden für ihn zu einem komplizierten Unterfangen.

Bei Roy sieht es nicht besser aus. Der Ire kommt zwar mit den Hürden des Alltags besser klar als Moss, kann aber trotzdem nicht wirklich mit Menschen umgehen. Jeder Versuch, sich als Nicht-Nerd auszugeben, scheitert und holt ihn auf den Boden der Realität zurück. Wenn er mit Frauen spricht, erzeugt das zumeist Fremdscham. Trotzdem wagt er es immer wieder.

Einen Großteil seiner Komik bezieht The IT Crowd aus den Streichen von Moss und Roy, die sie ihrer Chefin spielen. Doch auch Situationen, in denen Jen ein technisches Problem nicht begreift und ihre Schützlinge ihr erklärend beistehen müssen, sorgen für hochgezogene Mundwinkel. Im Gegenzug ist auch Jen für ihre Nerds da. So fungiert sie häufig als Mutti, die sich um die beiden kümmert und ihnen zeigt, wie es in der echten, nicht digitalen Welt abläuft.

Internationaler Erfolg

In England erfreute sich The IT Crowd schnell großer Beliebtheit und ähnlich wie bei der ebenfalls britischen Serie „The Office“ unternahm man den Versuch, ein amerikanisches Pendant zu entwickeln. Während das Unterfangen bei „The Office“ glückte und die enorm erfolgreiche Adaption mit Steve Carell dabei herauskam, sind die Ambitionen bei The IT Crowd gescheitert. Zwar gab es Drehbücher, doch zu einer tatsächlichen Serie kam es nie.

Ebenso sollte es fürs deutsche Fernsehen einen Ableger geben. Und auch hier: Das „The Office“ Remake wurde mit „Stromberg“ enorm erfolgreich, doch „Das iTeam – Die Jungs an der Maus“ – so nannte sich die hiesige Adaption – wurde bereits nach zwei Folgen aufgrund miserabler Quoten eingestellt.

Das sagen Kritiker zur Serie

Trotz der Probleme mit den Remakes braucht sich das Original nicht zu verstecken. So kann The IT Crowd zwei BAFTA Awards vorweisen; die höchste Auszeichnung im britischen Fernsehen und in Sachen Popularität nicht allzu weit von den Oscars entfernt. Sogar einen Emmy bekam die Serie und nicht nur britische, sondern auch internationale Kritiker waren voll des Lobes. Mittlerweile gilt The IT Crowd als Geheimtipp unter Sitcom-Fans und ist zum Kult geworden.

Zwar konnte die Serie nie den Erfolg von „The Big Bang Theory“ erreichen, die gewissermaßen das gleiche Grundthema verfolgt, und auch die Anzahl der Episoden ist mit 24 regulären und einer Sonderfolge recht überschaubar. Trotzdem war sie finanziell enorm erfolgreich und hat selbst 10 Jahre nach der Ausstrahlung des Finales eine treue Fangemeinde.

Nachwirkungen

Für die Schauspieler hat sich die Beteiligung an dem Projekt enorm ausgezahlt. Chris O’Dowd, der den Roy spielte, ist seither in zahlreichen großen Filmproduktionen zu sehen. Von „Thor – The Dark Kingdom“ über „Die Insel der besonderen Kinder“ bis hin zum kürzlich erschienenen „Schlummerland“. Moss Darsteller Richard Ayoade brillierte nach The IT Crowd als Regisseur sowie Drehbuchautor und für Katherine Parkinson war die Rolle der Jen gewissermaßen die Initialzündung ihrer Karriere.

In Deutschland kann man The IT Crowd mittlerweile im Abo auf Netflix streamen und auch andere VoD-Anbieter haben sie in ihre Bibliothek aufgenommen. Im Laufe der Zeit hat die Britcom hierzulande immer mehr Zuspruch erfahren. Zwar sieht man ihr deutlich das Alter sowie ihr niedriges Budget an und auf eine Auswertung auf Blu-ray wartet man vergebens. Doch der Humor und die liebenswerten Charaktere machen Defizite wie blasse Farben, wenig Ausstattung und schlechte Kontrastwerte wieder wett.

Wer über die Bildqualität und preisgünstige Produktion hinwegsehen kann, den erwartet mit The IT Crowd ein Kleinod britischer Fernsehgeschichte. Natürlich funktionieren die Gags im englischen Original am besten und die deutsche Synchronisation musste bei vielen Witzen starke Zugeständnisse machen. Doch im Comedy-Genre ist das Gang und Gäbe und mit den deutschen Synchros von „The Simpsons“ oder „Family Guy“ kann sich die von The IT Crowd durchaus messen. Wer also eine Alternative zu „The Big Bang Theory“, „Silicon Valley“ oder „Betas“ sucht, der ist mit den Geschichten um Moses, Roy und Jen bestens bedient.

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